Viele Gratulanten kamen am Samstag, 20. Juni, ins Bürgerzentrum, um dem Halveraner Bürgerbusverein zum 30-jährigen Geburtstag zu gratulieren. Neben Gästen aus der Politik waren auch Vertreter der Bürgerbusvereine aus der Nachbarschaft gekommen, um mit den Kollegen aus Halver zu feiern.
Dank an alle Fahrer, Helfer und Sponsoren
Die offizielle Feierstunde eröffnete Klaus-Peter Viebahn, der erste Vorsitzende des Bürgerbusvereins, der in seiner Rede die Geschichte des Bürgerbusses noch einmal Revue passieren ließ. Sein Dank ging als erstes an die vielen Fahrer, Helfer und Sponsoren, ohne die der Betrieb des Bürgerbusses nicht möglich wäre. Ein Dank, der auch von den ihm folgenden Rednern wiederholt wurde.
Die Anfänge
„Seit 30 Jahren fahren Menschen für Menschen. Der Bürgerbus ist Mobilität. Er fährt Menschen nicht nur von A nach B, er bringt Menschen zusammen. Genau das macht ihn so besonders“, betonte Viebahn die wichtige Funktion des Bürgerbusses. „Als der Bürgerbusverein Mitte der 90er Jahre gegründet wurde, stand am Anfang eine einfache aber wichtige Überlegung“, fuhr er fort. „In einer Stadt wie Halver ist Mobilität nicht überall selbstverständlich. Gerade in den Außenbereichen war es für viele Menschen schwierig, ohne Auto verlässlich unterwegs zu sein. Zum Glück gab es engagierte Leute, die nicht gesagt haben, dann müsste ja mal irgendjemand was zu tun, sondern die gesagt haben, dann packen wir das an.“
Im Rückblick auf die Anfänge des Vereins machte er deutlich: „Im März 1997 fuhr der erste Bürgerbus dann durch Halver. Was damals angefangen hat war nicht nur einfach ein neues Verkehrsangebot. Es war auch vor allem ein Zeichen für Zusammenarbeit, Eigeninitiative und gelebtes Ehrenamt. Inzwischen haben wir rund 370.000 Fahrgäste transportiert und über eine Millionen Kilometer zurückgelegt.“
Würdigung der Ehrenamtlichen
In seiner Rede legte Klaus-Peter Viebahn viel Wert darauf, das Engagement der vielen Helfer des Bürgerbusses zu würdigen. „In so einer Organisation steckt unglaublich viel Arbeit. Nicht nur beim Fahren, sondern auch in der Planung, in der Wartung und im Miteinander. Aber am Ende sind es nicht nur die Zahlen die beeindrucken, sondern vor allem die Menschen dahinter. Die Fahrerinnen und Fahrer, die ihre Zeit schenken, die Verantwortung übernehmen, die freundlich bleiben, die beim Einsteigen helfen, Taschen tragen, zuhören, mitdenken und oft noch nebenbei für gute Stimmung sorgen. Der Bürgerbus ist eben nicht anonym. Und deshalb wird er so geschätzt.“
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Der Bürgerbus – Mehr als ein Transportmittel
Gerade für ältere Menschen sei der Bürgerbus oft viel mehr als nur eine Mitfahrgelegenheit. Er biete ein Stück Selbstständigkeit, ein Stück Teilhabe und manchmal vielleicht auch einfach ein Lichtblick am Tag. Deshalb sei der Bürgerbus auch weit mehr als ein Verkehrsmittel. Er sei ein Stück gelebte Nachbarschaft. Ein Stück Heimat auf Rädern.
Bürgermeister Armin Kibbert wird Fahrer des Bürgerbusses
Viebahn wollte beim Jubiläum aber nicht nur zurückschauen, sondern den Blick weiter nach vorne richten. Und dazu gehört die immerwährende Suche nach Nachwuchs an Fahrern für den Bürgerbus. Er rief alle, die Freude am Fahren haben, die gern mit Menschen zu tun haben und die sich sinnvoll engagieren wollen, auf, sich als Fahrer für den Bürgerbus zu bewerben. Da die Einsatzzeiten flexibel gestaltet werden, kann jeder, ob im Ruhestand oder berufstätigt, in die Planung integriert werden.
Ein Aufruf, dem Bürgermeister Armin Kibbert nachkam. Er versprach, ab sofort mindestens einmal im Monat eine Fahrroute des Bürgerbusses zu übernehmen.
Kibbert: Bürgerbus ist nicht mehr wegzudenken
Er schloss sich in einer Rede Klaus-Peter Viebahn an und dankte allen, die den Betrieb des Bürgerbusses möglich machen. Besonders begrüßte Kibbert die 101-jährige Ursula Frevel, die wohl älteste Kundin des Bürgerbusses, die diese Fahrgelegenheit noch immer regelmäßig nutzt.
„30 Jahre, das ist eine sehr beachtliche Zeit, eine großartige, gelebte Erfolgsgeschichte für unsere Stadt. Es ist ein nicht mehr wegzudenkender Baustein unserer Gesellschaft, der Mobilität für alle ermöglicht“, hob er hervor.
Er machte auch noch einmal deutlich, dass die Fahrer alle ehrenamtlich in ihrer Freizeit tätig sind. „Das kann man gar nicht hoch genug einordnen. Es ist herausragend, die Verantwortung für die Fahrgäste zu übernehmen, sich bei Wind und Wetter dem Straßenverkehr zu stellen“, sagte er und ergänzte: "Der Bürgerbus ist ein Dreh- und Angelpunkt und eine wunderbare Symbiose aus Gemeinschaft. Er schenkt den Menschen Mobilität und gleichzeitig ein Stück Heimat und Geselligkeit."
Bürgerbus im Märkischen Kreis wegweisend für NRW
Landrat Ralf Schwarzkopf (CDU) ging in seiner Rede zum Jubiläum darauf ein, dass die Bürgerbusinitiativen in NRW auf Landes- und Bundesebene wegweisend waren und sind. „Die Gründung des Bürgerbusvereins Halver, als sechster Bürgerbusverein im Märkischen Kreis war und ist ein wegweisendes ÖPNV (öffentlicher Personennahverkehr) Angebot. Der lange Betrieb seit Gründung ist zugleich eine Erfolgsgeschichte. Inzwischen gibt es im Märkischen Kreis elf Bürgerbusvereine. Damit ist der Märkische Kreis sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene einer der Bürgerbuskreise überhaupt. Von NRW ging 1985 die Bürgerbusbewegung aus. Bis heute sind in NRW über die Hälfte aller in Deutschland existierenden Bürgerbusinitiativen beheimatet", strich er hervor.
Das Ziel war, in wirtschaftlich nicht rentablen Gebieten dennoch Personennahverkehr anbieten zu können. Das sei dank der Bürgerbusse gelungen. "Herausragend ist auch, dass der Bürgerbusverein in Halver, seit seiner Gründung immer nur schwarze Zahlen geschrieben hat. Das ist der MVG noch nicht gelungen, aber wir arbeiten dran", sagte er mit einem kleinen Schmunzeln.
Bürgerbus fährt da, wo es sich für die MVG wirtschaftlich nicht lohnt
Christian Preikschas, Prokurist der MVG (Märkische Verkehrsgesellschaft), kam als Ansprechpartner und Unterstützer aller Bürgerbusvereins im Märkischen Kreis ebenfalls zu Wort. „Wir im Märkischen Kreis haben eine außergewöhnlich starke Gemeinschaft. Die Menschen packen mit an, übernehmen Verantwortung und verlieren dabei das Ziel nicht aus den Augen", betonte er.
30 Jahre gelebte Solidarität, all das sei keine Selbstverständlichkeit. Der Bürgerbus schaffe Teilhabe und vermittle Solidarität. "Er fährt genau da, und da komm ich ins Spiel, wo die großen Busse aus wirtschaftlichen aber auch aus räumlichen Gründen nicht eingesetzt werden können. Hier schließt der Bürgerbus eine wichtige Lücke und sorgt dafür, dass Menschen mobil bleiben", hob er hervor.
Die Partnerschaft zwischen dem Bürgerbus und der MVG sei ein hervorragendes Beispiel, wie haupt- und ehrenamtliche Strukturen Hand in Hand arbeiten können. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, Menschen im Märkischen Kreis ein bedarfsgerechtes Mobilitätsangebot zu bieten.
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Hymne, Malwettbewerb und Fahrt im Oldtimerbus
Neben den Reden, die bei einem Jubiläum nicht wegzudenken sind, gab es auch drei besondere Aktionen, die für viel Begeisterung bei den Gästen sorgten. Bernd Kuhbier, der seit Jahren den Bürgerbus fährt, hat es sich nicht nehmen lassen, eine Hymne für den Halveraner Bürgerbus zu schreiben. In 15 Strophen, zur Melodie von „Hoch auf dem gelben Wagen“, beschreibt er eine Tour mit dem Bus – mit durchaus kritischen Passagen zur Straßensituation in Halver.
Für den Malwettbewerb, der im Vorfeld für Kindergärten und Grundschulen ausgeschrieben wurde, wurden fast 40 Bilder eingereicht. Alle kleinen Künstler waren Gewinner und erhielten Gutscheine von der Herpine, der Sterngolfanlage, dem Eissalon und Konrads Bücherkiste.
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Bei den Besuchern besonders begehrt, war eine Mitfahrgelegenheit im Oldtimerbus des Traditionsbusvereins Mark Sauerland. Richard Raatz, der zweite Vorsitzende des Bürgerbusvereins begleitete jede Fahrt und informierte dabei launig über die Sehenswürdigkeiten von Halver.






