Spektakuläre Bilder boten sich in den Nächten der vergangenen Woche rund um den Windpark auf der Hohen Molmert. Mitarbeiter der Vestas Deutschland GmbH erwarteten dort die Anlieferung eines weiteren Rotorblattes und zweier Turmsegmente.
Die neuen Anlagen der P-Wind eGbR auf Plettenbergs höchster Erhebung werden eine Leistung von jeweils 7,2 Megawatt haben. Die Nabenhöhe beträgt 169 Meter, der Rotordurchmesser 162 Meter. Vestas ist seit 1986 auf dem deutschen Markt tätig und hat nach eigenen Angaben hier bislang mehr als 9100 Windenergieanlagen mit einer Gesamtkapazität von mehr als 18,5 Gigawatt installiert.
Rotorblatt wird in Grimminghausen aufgerichtet
Am Dienstagabend gegen 22 Uhr setzte sich das Transportteam in Lüdenscheid-Trempershof mit dem sechsten von insgesamt zwölf Rotorblättern in Bewegung. Das Ziel des 81 Meter langen und 25 Tonnen schweren Flügels: der Windpark Hohe Molmert.
Die Zugmaschine zog den zwölfachsigen Bladelifter zunächst konventionell durch das kurvige Versetal. Auch die steile Strecke nach Grimminghausen bewältigte sie ohne zusätzliche Unterstützung.
Bei dem Bladelifter handelt es sich um eine dieselhydraulisch angetriebene Schwerlastmaschine mit einem Adapter, an dem das Rotorblatt befestigt ist. Damit lässt sich der 81 Meter lange Flügel bis zu 60 Grad neigen. So können Hindernisse und enge Passagen bewältigt werden.
In Grimminghausen wurde diese Technik benötigt. Wegen der folgenden Kurven musste die Spitze des Rotorblattes weit nach oben gefahren werden. Der hoch aufgerichtete Flügel wirkte dabei wie eine riesige Haifischflosse, die in der Dunkelheit durch die Landschaft schwebte.
Drei Zugmaschinen für die steilste Passage
Die größte Herausforderung wartete jedoch noch auf das Transportteam. Ab Jeutmecke erhielt die 500 PS starke Zugmaschine des Bladelifters Unterstützung durch einen drei- und einen vierachsigen Lkw. Die drei Fahrzeuge wurden mit Stangen verbunden und brachten gemeinsam rund 1500 PS auf die Strecke.
Zusätzliche Gewichte von fünf Tonnen auf den Zugmaschinen erhöhten den Anpressdruck und sollten verhindern, dass die Antriebsräder am steilsten Abschnitt der gesamten Transportstrecke durchdrehen.
Das Wetter spielte mit, das erste Teilstück der Steigung war trocken und asphaltiert. Rund 30 Minuten benötigte das Gespann, um sich unter hoher Motorlast bis zum Windpark hinaufzuarbeiten.
Am Abzweig zur Windenergieanlage 3 wurden die beiden zusätzlichen Zugfahrzeuge abgekoppelt. Anschließend steuerten zwei Mitarbeiter der Transportfirma den Bladelifter per Joystick rückwärts auf die Fläche vor der Anlage.
Währenddessen lagerten zwei Schwerlastkräne ein bereits geliefertes Turmelement um, um Platz für das dritte Rotorblatt zu schaffen. Anschließend hoben die Kräne den Flügel an und legten ihn auf dem Lagergerüst ab.
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65 Tonnen schwere Turmsegmente folgen
In der darauffolgenden Nacht folgte der zweite Teil der Schwertransporte. Zwei weitere Turmelemente für die Windenergieanlagen 3 und 5 wurden zur Hohen Molmert gebracht. Jedes der Segmente wiegt rund 65 Tonnen.
Erneut waren auf der steilen Strecke ab Jeutmecke drei miteinander verbundene Zugmaschinen erforderlich. Mit zahlreichen Blinklichtern, Fernlicht und Montagescheinwerfern arbeitete sich der Transport durch den nächtlichen Wald hinauf zum Windpark.
Am Abzweig zur Windenergieanlage 3 wurden die beiden vorderen Zugmaschinen wieder abgekoppelt. Die Hauptzugmaschine setzte anschließend mit Auflieger und Turmsegment zurück auf die Aufstellfläche. Dort wurde das Segment unmittelbar vor dem bereits angelieferten ersten Turmteil abgestellt.
Etwa eine Stunde später folgte das letzte Turmsegment für die Windenergieanlage 5. Auch bei diesem Transport mussten die drei Zugmaschinen gemeinsam die steilen Anstiege von Jeutmecke zur Hohen Molmert bewältigen.
Montage der Windenergieanlage beginnt
An der Windenergieanlage 5 stehen inzwischen zwei Liebherr-Kräne bereit. Ab Montag sollen sie die drei Stahlturmelemente auf dem knapp 100 Meter hohen Stahlbetonturm montieren.
Anschließend wird in rund 150 Metern Höhe das etwa 85 Tonnen schwere Maschinenhaus aufgesetzt. Zum Abschluss werden die drei Rotorblätter montiert. Damit nimmt die Windenergieanlage auf der Hohen Molmert Schritt für Schritt ihre endgültige Gestalt an.







