Nach ersten Beteiligungsveranstaltungen in Wetter (Ruhr) und Schwelm treibt der Ennepe-Ruhr-Kreis die Diskussion über die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs weiter voran. Seit Montag, 15. Juni, läuft ein Online-Dialog, an dem sich Bürgerinnen und Bürger noch bis Sonntag, 26. Juli, beteiligen können.

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Alltagserfahrungen im Fokus

Über die digitale Plattform nvp-en-kreis.mitmachen.app haben Interessierte dabei die Möglichkeit, konkrete Hinweise und Ideen einzubringen. Nutzer können dort Orte bewerten, Kommentare hinterlassen, fehlende Verbindungen benennen oder neue Linienverläufe direkt in eine Karte einzeichnen. Auch der Austausch untereinander spielt eine Rolle: Beiträge anderer Teilnehmender lassen sich kommentieren und ergänzen.

Die Kreisverwaltung erhofft sich von der Beteiligung vor allem praxisnahe Rückmeldungen. Im Mittelpunkt stehen Fragen zur Erreichbarkeit von Orten, zur Taktung von Bus- und Bahnverbindungen sowie zur Qualität von Umstiegen. Auch Aspekte wie Barrierefreiheit von Haltestellen oder die Verfügbarkeit von Fahrgastinformationen fließen in die Bewertung ein.

Landrat Jan-Christoph Schaberick betont die Bedeutung der Beteiligung: „Wir auf das Expertenwissen der Bürgerinnen und Bürger. Als Bus- und Bahnfahrende sind sie es, die bestens beurteilen können, wo es gut läuft und wo Verbesserungen nötig sind. Jede einzelne Rückmeldung kann uns helfen, den öffentlichen Personennahverkehr im Ennepe-Ruhr-Kreis gezielt zu verbessern und zukunftsfähig zu gestalten.“

Eine Gruppe von Menschen sitzt um einen Konferenztisch, während ein Mann an der Stirnseite spricht. Im Hintergrund ist eine Präsentation über Nahverkehrsplanung mit Bildern von Bussen und Bahnen zu sehen.
Bei zwei Beteiligungsveranstaltungen - das Bild stammt vom Angebot in Wetter/Ruhr - haben Bürgerinnen und Bürger bereits Hinweise und Anregungen für den neuen Nahverkehrsplan geliefert. Bis Ende Juli können Interessierte dies noch online machen.
Foto: UvK | Ennepe-Ruhr-Kreis

Neuer Nahverkehrsplan in Vorbereitung

Die Ergebnisse des Dialogs sollen in die Fortschreibung des Nahverkehrsplans einfließen. Dieses Planungsinstrument legt fest, wie sich der öffentliche Personennahverkehr im Ennepe-Ruhr-Kreis in den kommenden Jahren entwickeln soll. Ziel bleibt, Bus und Bahn als verlässliche und attraktive Alternative zum Auto zu stärken.

Der derzeit gültige Nahverkehrsplan stammt aus dem Jahr 2016. Der Kreistag leitete im Sommer 2024 das Verfahren zur Aktualisierung ein. Ein Beschluss über die neue Fassung ist für das kommende Jahr vorgesehen.

Das Verkehrsangebot im Kreis

Aktuell umfasst das Nahverkehrsangebot im Ennepe-Ruhr-Kreis 116 Buslinien, vier Bedarfslinien und drei Straßenbahnlinien. Diese legen jährlich rund zehn Millionen Kilometer zurück. Mehrere Verkehrsunternehmen betreiben das Netz, darunter die Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr, Bogestra, Hagener Straßenbahn, Busverkehr Rheinland, Wuppertaler Stadtwerke und die Ruhrbahn. Ergänzt wird das Angebot durch zwölf Linien des Schienenpersonennahverkehrs im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr.