Die Fastenzeit ist noch nicht vorbei, doch überall im Märkischen Kreis locken zu Ostern wieder Schokoeier, Gebäck und Schokohasen. Alle wissen, dass diese zu viel Zucker enthalten und unserem Körper und den Zähnen nicht guttun, erinnert die AOK.
Viele Hersteller bieten Alternativen mit Süßstoffen wie beispielsweise Aspartam, Cyclamat oder Saccharin an. „Der Verzehr solcher künstlich hergestellten Industrieprodukte ist nicht zwingend gesünder“, sagt AOK-Spezialistin für Ernährungsberatung Ludmilla Hildebrand-Gruca. Auch beim Verzehr von ‚zuckerfreien‘ Süßigkeiten gibt es einiges zu beachten. „Wer sich ausgewogen ernährt und körperlich fit ist, kann zu Ostern auch zum Schokoladenhasen greifen", sagt AOK-Serviceregionsleiter Dirk Schneider, „letztendlich ist die Menge ausschlaggebend. Genuss in Maßen ist angesagt.“
Wie viel Zucker sollte es sein?
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) und die Deutsche Diabetesgesellschaft raten, die tägliche Zuckermenge auf 50 Gramm zu beschränken. Das entspricht etwa sechs Teelöffeln Haushaltszucker. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist strenger. Sie nennt einen Wert von maximal 25 Gramm pro Tag. Ob fünf Stücke Schokolade oder 40 Gramm Nuss-Nougat-Creme – jede Portion enthält in etwa 25 Gramm Zucker. Das ist schnell erreicht, denn Zucker versteckt sich in vielen Lebensmitteln, insbesondere in Fertigprodukten. Auf der Zutatenliste sind diese Zuckerarten benannt, wie zum Beispiel Dextrose, Glukose oder Saccharose. Die versteckten Zuckervarianten sind häufig auch der Grund dafür, dass die täglich verzehrte Zuckermenge unterschätzt wird. Das bestätigt auch eine aktuelle forsa-Umfrage für Westfalen-Lippe im Auftrag der AOK NordWest. Danach liest nur rund ein Drittel der Befragten das Kleingedruckte auf der Zutatenliste oder die Nährwertangaben.
Ursachen für Krankheiten
„Hoher Zuckerkonsum hat Folgen für die Gesundheit“, sagt Schneider. Laut Studien des Robert-Koch-Instituts sind mittlerweile jeder zweite Erwachsene und jedes sechste Kind übergewichtig. „Da Übergewicht ein entscheidender Risikofaktor für Diabetes, Bluthochdruck und Kreislauferkrankungen ist, spielt unter anderem die Verringerung des Zuckerkonsums eine wichtige Rolle“, so Schneider. Immerhin vermeiden laut der forsa-Umfrage rund 70 Prozent der Menschen bereits zuckergesüßte Getränke.
Zuckeraustausch- und Süßstoffe
Süßwaren ohne Zucker enthalten entweder Süßstoffe, die keine Kalorien liefern und daher auch bei Menschen mit Diabetes den Blutzuckerspiegel nicht erhöhen. Oder die Süße stammt von Zuckeraustauschstoffen, die deutlich weniger Kalorien enthalten als herkömmlicher Zucker und deshalb den Blutzuckerspiegel nur geringfügig erhöhen. Während Süßstoffe gar keine Kalorien enthalten, liefern Zuckeraustauschstoffe einen niedrigen Energiegehalt und haben daher – bis auf Erythrit – Kalorien. Insgesamt sind sie deutlich kalorienärmer als Zucker. Zudem gibt es gesetzliche Höchstmengen für den empfohlenen Verzehr der Süß- beziehungsweise Zuckeraustauschstoffe. Auch hier gilt also: Maß halten und nicht täglich verzehren. Die Höchstmengen sind beim Bundesinstitut für Risikobewertung unter www.bfr.bund.de abrufbar.
Tipps für weniger süßes Naschen
Die AOK-Spezialistin für Ernährungsberatung Ludmilla Hildebrand-Gruca empfiehlt in erster Linie, auf eine ausgewogene Ernährung zu setzen, statt auf Zuckerersatzprodukte umzusteigen. „Niemand muss gleich vollständig auf Zucker verzichten, aber die Zutatenliste aufmerksam zu lesen und die Menge zu reduzieren, ist schon ein guter Schritt,“ sagt Hildebrand-Gruca und ergänzt, „offen zu sein für neue Geschmackserfahrungen und zuckerfreie Lebensmittel auszuprobieren, den Geschmack an ‚weniger süß‘ zu gewöhnen, ist dann der nächste Schritt.“ Zuletzt noch ein Tipp zu Ostern: Schokoladen mit besonders hohem Kakaoanteil enthalten automatisch weniger Zucker.
Weitere Infos zum Thema zuckerfreie Ernährung im Gesundheitsmagazin unter aok.de Stichwort ‚Ernährung‘.










