Nach Angaben des Wupperverbands ist das Wuppergebiet in diesem Wasserwirtschaftsjahr bislang deutlich zu trocken. Deshalb passt der Verband sein Talsperrenmanagement vorsorglich an. Die Wasserabgabe aus der Wupper-Talsperre an die Wupper wird in Trockenphasen reduziert, um die Wasservorräte für die kommenden Monate zu schonen.

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Wasservorräte der Talsperren sinken

An der Referenzmessstelle Bever-Talsperre lagen sieben der vergangenen Monate deutlich unter dem Durchschnitt. Seit Beginn des Wasserwirtschaftsjahres am 1. November 2025 wurden dort bislang 643 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen. Im langjährigen Mittel sind es für diesen Zeitraum 988 Liter.

Die Brauchwassertalsperren am Oberlauf der Wupper haben die Wupper deshalb bereits an 111 Tagen mit insgesamt rund 29 Millionen Kubikmetern Wasser unterstützt. Der Füllstand der Wupper-Talsperre liegt inzwischen bei 33 Prozent, die Bever-Talsperre ist zu 66 Prozent gefüllt.

Weniger Wasser für die Wupper

Um die Vorräte mit Blick auf die kommenden Monate zu schonen, wird die sogenannte Niedrigwasseraufhöhung der Wupper in Abstimmung mit der Bezirksregierung angepasst. Ab sofort soll am Pegel „Kluserbrücke“ in Wuppertal in Trockenphasen eine Wassermenge von rund 3000 Litern pro Sekunde fließen. Bislang waren es 3500 Liter. Damit liegt die Wasserführung knapp 15 Prozent unter dem sonst üblichen Mindestwert. Die Regelung ist zunächst bis zum 30. September vorgesehen.

Talsperren sollen flexibler bewirtschaftet werden

Bereits im Trockenjahr 2025 hatte der Verband die Wasserabgabe aus den Brauchwassertalsperren schrittweise reduziert. Dadurch konnten die Talsperren ihre Funktion zur Niedrigwasseraufhöhung über das gesamte Jahr hinweg erfüllen und zugleich das Ökosystem der Wupper unterstützen.

Die Wupper-, Bever-, Brucher- und Lingese-Talsperre erfüllen mehrere Aufgaben. In Trockenzeiten geben sie Wasser an die Wupper ab und sorgen dafür, dass der Fluss nicht austrocknet. Gleichzeitig trägt das Talsperrenwasser zu einer ausreichenden Durchmischung der Wupper bei, in die unter anderem gereinigtes Abwasser aus Kläranlagen eingeleitet wird.

Trinkwassertalsperren unterschiedlich gefüllt

Auch die Trinkwassertalsperren des Wupperverbands weisen unterschiedliche Füllstände auf. Die Herbringhauser Talsperre ist aktuell zu 88 Prozent gefüllt, die Kerspe-Talsperre zu 77 Prozent. Die Große Dhünn-Talsperre, die unter anderem der Rohwasserbereitstellung, der Niedrigwasseraufhöhung und dem Hochwasserschutz dient, ist derzeit zu 46 Prozent gefüllt.

Um deren Wasservorrat zu schonen, wurde die Abgabe an die Dhünn bereits seit März von 1.000 auf 700 Liter pro Sekunde am Pegel in Leverkusen reduziert. Seit April nutzen die Wasserversorger zudem verstärkt andere Rohwasserquellen.

Deutlich weniger Niederschlag als üblich

Wie trocken das Wuppergebiet derzeit ist, zeigt der Blick auf die vergangenen Monate: Seit November 2025 gab es an der Messstelle Bever-Talsperre lediglich einen sehr nassen Monat im Februar und einen etwa durchschnittlichen Monat im Mai. Alle übrigen Monate waren sehr trocken oder sogar extrem trocken. Mit bislang 643 Litern Niederschlag pro Quadratmeter sind damit erst rund zwei Drittel der durchschnittlichen Niederschlagsmenge für das laufende Wasserwirtschaftsjahr erreicht.