Die zunehmenden Wildschwein-Sichtungen in Wohngebieten von Hagen und dem Ennepe-Ruhr-Kreis sorgen für politische Diskussionen. Die SPD-Landtagsabgeordneten Ina Blumenthal, Wolfgang Jörg und Kirsten Stich sehen sich durch die Antwort der Landesregierung vom 13. Mai auf ihre Kleine Anfrage bestätigt, kritisieren jedoch fehlende konkrete Lösungsansätze.
Beschwerden aus Hagen und dem Ennepe-Ruhr-Kreis
Nach Angaben des NRW-Landwirtschaftsministeriums gab es im vergangenen Jahr insbesondere im Ennepe-Ruhr-Kreis erhebliche Beschwerden über Wildschweine, die bis in Wohngebiete und sogar an eine Schule vorgedrungen sind. Auch aus Hagen liegen entsprechende Meldungen vor.
Eine direkte Gefährdung von Menschen habe die zuständige Behörde bislang nicht festgestellt. „Wildschweine sind eher scheu, können aber situationsbedingt durchaus gefährlich werden“, heißt es in der Antwort von Ministerin Silke Gorißen auf die Kleine Anfrage der drei SPD-Landtagsabgeordneten. In Wohngebieten stünden vor allem Schäden an Grünflächen im Vordergrund.
Rechtliche Hürden erschweren Eingriffe
Für die SPD-Abgeordneten zeigt die Antwort dennoch deutlich die Brisanz der Lage. „Das Problem ist real und betrifft die Menschen vor Ort unmittelbar“, erklären Blumenthal, Jörg und Stich.
Gleichzeitig bestätigte die Landesregierung, dass Wohngebiete als sogenannte „befriedete Bezirke“ gelten und damit besondere rechtliche Hürden für Eingriffe bestehen. Dort ruht die Jagd grundsätzlich. Zwar könnten die Unteren Jagdbehörden Ausnahmen genehmigen, doch ein Schusswaffeneinsatz gelte in dicht besiedelten Bereichen als zu riskant. Als Maßnahmen nennt das Ministerium vor allem die Bejagung außerhalb der Ortschaften sowie den Schutz von Grundstücken durch Zäune.
„Wenn Wildschweine regelmäßig Schulwege kreuzen oder sich in Wohngebieten aufhalten, reicht es nicht aus, auf Einzäunungen und die Bejagung außerhalb der Ortschaften zu verweisen“, betonen dagegen die drei SPD-Politiker.
Kritik an fehlenden Konzepten
Blumenthal, Jörg und Stich kritisieren insbesondere, dass das Land kein Stadtjäger-Modell nach dem Vorbild anderer Bundesländer plant. „Ein Arbeitskreis allein schützt aber weder Kinder auf dem Schulweg noch Anwohnerinnen und Anwohner, die sich zunehmend verunsichert fühlen“, erklären die Abgeordneten mit Blick auf den neu eingerichteten „Arbeitskreis Wildtiere in der Stadt“.
Stattdessen fordern die drei Landtagsabgeordneten konkrete Handlungsempfehlungen für Kommunen und klare rechtliche Regelungen für akute Gefahrenlagen: „Die Menschen erwarten zu Recht praktikable Antworten.“
Weitere politische Begleitung angekündigt
Die drei Abgeordneten kündigten am Dienstag, 19. Mai, an, das Thema weiter politisch zu begleiten: „Die Rückmeldungen aus Hagen und dem Ennepe-Ruhr-Kreis zeigen, dass die Sorgen der Menschen ernst genommen werden müssen. Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass Kommunen mit dieser Herausforderung nicht allein gelassen werden.“









