Vermehrt versuchen Betrüger mit gefälschten Bankbriefen, Telefonanrufen und persönlichen Besuchen, an Kontodaten und Geld zu gelangen. Auch in Schalksmühle, Kierspe, Halver und Neuenrade gab es zuletzt Fälle.
Gefälschte Bankseiten
Die Polizei warnt aktuell vor verschiedenen Betrugsmaschen rund ums Bankkonto. So habe beispielsweise ein Vereinsvorstand aus Schalksmühle am Donnerstag, 22. Oktober, Anzeige erstattet, nachdem er einen angeblichen Bankbrief mit der Aufforderung erhalten hatte, eine „Gewerbeanmeldung“ zu bestätigen. Dafür sollte er einen QR-Code scannen und seine Bankdaten auf einer Internetseite eingeben.
Bei einer weiteren Masche sollen Bankkunden ihr Konto über einen QR-Code „verifizieren“. Dieser führt auf eine gefälschte Internetseite, die dem echten Onlinebanking täuschend ähnlich sieht: „Wer dort seine Onlinebanking-Daten eingibt, der gibt den Betrügern damit Zugang zu seinem Konto — mit teuren Folgen“, warnt die Polizei.
Betrügerische Anrufe
Häufig würden sich auch am Telefon Betrüger als Bankmitarbeiter ausgeben. Laut Polizei habe ein Mann aus Kierspe in der vergangenen Woche einen Anruf erhalten mit der Behauptung, hohe Beträge seien von seinem Konto abgebucht worden. Der Kiersper war zunächst misstrauisch, ging nicht auf den Anruf ein und ergriff selbst die Initiative: „Doch an der Telefon-Hotline seiner Bank meldete sich niemand“, so die Polizei.
Als der angebliche Banker erneut anrief, sei der Kiersper den Anweisungen gefolgt und habe Überweisungen im vierstelligen Bereich freigeben. „Als das Geld nicht, wie versprochen, einige Tage wieder auf sein Konto zurückfloss, erstattete er am Dienstag dieser Woche Anzeige.“
Häufen würden sich auch die angeblichen Anrufe von "PayPal". Dabei weist eine Computerstimme weist die Opfer an, die Ziffer „1“ am Telefon zu drücken. Darauf meldet sich ein echter Mensch und versucht an die Daten zu kommen. „Eine Halveranerin erstattete vor einer Woche deshalb Anzeige“, berichtet die Polizei. „Sie war allerdings nicht auf die Masche hereingefallen.“
Falscher Bankmitarbeiter an der Haustür
In Neuenrade dagegen versuchte ein angeblicher Sparkassen-Mitarbeiter, die Debitkarte eines älteren Mannes abzuholen. Zuvor hatte sich angeblich die Sparkasse bereits telefonisch bei dem Senior gemeldet. Auch in diesem Fall erklärte ein vermeintlicher Bank-Mitarbeiter, dass es zu einer falschen Abbuchung eines hohen Betrages gekommen sei - und um das Geld zurückzubuchen, brauche man die Debitkarte des Geschädigten. Minuten später stand ein Abholer vor der Tür. „Als sich eine Zeugin einschaltete, ging der angebliche ‚Außendienstmitarbeiter‘ ohne Bankkarte weg“, erklärt die Polizei. Eine Nahbereichsfahndung sei ohne Erfolg verlaufen.
Polizei rät zu besonderer Vorsicht
Viele Menschen seien aufgrund der fortwährenden Warnungen zwar inzwischen vorsichtiger geworden, Links oder QR-Codes zu folgen, die ihnen per Mail oder Messenger übersandt wurden. „Doch nun schreiben die Täter ihre Opfer gezielt mit einem altherkömmlichen, vertrauenserweckenden Brief an. Die Post scheint tatsächlich von der Bank zu stammen“, so die Polizei und warnt dringend vor dieser Betrugsart: "Erkundigen Sie sich bei Ihrer Bank und zwar unter der Ihnen bekannten Telefonnummer, nicht unter der auf dem Brief!"
Auch sollten Online-Banking-Seiten nicht über irgendwelche übersandten Links oder QR-Codes geöffnet werden. Und: Banken fragen nie am Telefon nach PIN oder TAN. „Die Angriffe laufen über alle Medien und Kanäle: Telefon, Messenger, E-Mail, Pop-Up-Meldung am PC, Brief oder PC. Täglich gehen neue Anzeigen von Betrogenen ein“, erklärt die Kreispolizeibehörde und mahnt: „Wenn's um Geld geht, kann man gar nicht misstrauisch genug sein.“









