Heike Müller-Bärwolf ist als Geschäftsführerin von b.invest verantwortlich für das Lüdenscheider Tumo-Center. In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Schule, Kultur und Tourismus am Mittwoch, 25. Februar, stellte sie das Konzept der Kiersper Politik vor. In Halver ist vor kurzem die erste Tumo-Box außerhalb des Gründungslandes Armenien entstanden; Kierspe kann laut Müller-Bärwolf folgen.
Das Tumo-Center ist ein digitaler, außerschulischer Lernort. "Es ist offen und kostenlos für alle", machte Müller-Bärwolf deutlich. Ihre Begeisterung für das Projekt war der ehemaligen Regionale-Managerin der Stadt Lüdenscheid deutlich anzusehen, als sie erklärte: "Wenn wir vorankommen wollen, müssen wir in Bildung investieren." Sie wünscht sich, dass "jungen Menschen die Werkzeuge zur Verfügung gestellt werden, die Zukunft zu gestalten" - genau dafür steht das Tumo-Center.
Der Ankerpunkt des von der Bundesregierung bis zum Ende 2027 zu 100 Prozent geförderten Projektes ist das Tumo-Center im Lüdenscheider Sterncenter. Das Center hat LokalDirekt bereits ausführlich vorgestellt. Angedockt an diesen Ausgangspunkt gibt es im ländlichen Bereich die Tumo-Boxen, die einen niedrigschwelligen Zugang für die jungen Nutzer bieten sollen. Eine solche Box kann nach dem Wunsch von Müller-Bärwolf auch in Kierspe entstehen. Die b.invest-Geschäftsführerin sieht eine potenzielle Zielgruppe von rund 1300 Jugendlichen in Kierspe, die von dem Angebot profitieren können.
"Da sind Millionen reingeflossen"
Ausschussvorsitzender Steffen Wieland von der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) befindet: "Ein ganz tolles Angebot." Auch der CDU-Mann Markus Pempe ist begeistert: "Ich finde, das Konzept ist wirklich frei, das ist spannend, das ist toll", sagt er. Er fragt Heike Müller-Bärwolf nach den Kosten des Projektes. Ihre Antwort enthält keine genaue Zahl, wohl aber: "Da sind Millionen reingeflossen, um das zu schaffen."
Für die Tumo-Box hingegen halten sich die Kosten im Rahmen. "In Halver gab es keine Gebühr", erklärt sie. "Es spricht einiges dafür, dass auch weitere Boxen keine Franchise-Gebühr zahlen", da sie mit zur ersten Modellregion außerhalb Armeniens zählen. Für das Zentrum selbst hingegen belaufen sich die Unterhaltskosten aktuell auf etwa eine Million Euro.
Einrichtungsgebühr von 30.000 Euro
Steffen Wieland hakt noch einmal nach: "Das heißt, wenn wir eine TUMO-Box in einem Leerstand einrichten, dann kostet das zwar keine Franchisegebühr, aber es kostet ja trotzdem eine Einrichtungsgebühr?" Diese lag, so konnte Müller-Bärwolf berichten, in Halver bei rund 30.000 Euro. Dort eröffnete die Box Anfang September 2025. In dieser können die Teilnehmer die ersten Schritte im Tumo-System wagen und sparen sich den langen Weg nach Lüdenscheid - dieser wird dann erst in den Praxisphasen fällig. Auch in der Kiersper "Zweigstelle" werden die Schüler von einem Coach begleitet.
Eine Abstimmung stand zu dem Tagesordnungspunkt nicht auf dem Plan, die Ausschussmitglieder wollten sich lediglich über das Angebot informieren. Müller-Bärwolf lud die anwesenden Politiker am Ende nach Lüdenscheid ein, um sich das Projekt einmal live anzusehen. Bei einem solch innovativen Thema vermutlich die beste Alternative. Aktuell tüftelt das armenische Team am neusten Lernprojekt rund um das Thema künstliche Intelligenz; dieses Thema steht auch bei den Lüdenscheidern auf der Agenda.











