Zum 1. Dezember beginnt für die Freiwillige Feuerwehr Breckerfeld eine neue Ära: Erstmals in ihrer Geschichte erhält sie einen hauptamtlichen Feuerwehrmann. Die Wahl fiel auf einen, der die Hansestadt und ihre Feuerwehr wie kaum ein Zweiter kennt – Björn Maslowski. Er wird künftig die zentralen Aufgaben im Hintergrund übernehmen.

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Die neu geschaffene Vollzeitstelle soll vor allem organisatorische und technische Aufgaben bündeln, die bislang von den Ehrenamtlichen der drei Einheiten – dem Löschzug Breckerfeld sowie den Löschgruppen Zurstraße und Delle – zusätzlich zu Beruf und Alltag übernommen wurden.

Neuer Brandschutzbedarfsplan schafft Handlungsbedarf

Diese Entscheidung geht zurück auf den 2023/2024 gemeinsam mit dem Ennepe-Ruhr-Kreis erarbeiteten Brandschutzbedarfsplan. Bürgermeister André Dahlhaus erläutert die Hintergründe: „Dabei ergaben sich neue Handlungsfelder, insbesondere für Freiwillige Feuerwehren, in denen alles von der ehrenamtlichen Mitarbeit aufbaut und abhängt.“

Ein externer Gutachter empfahl, die Stadt Breckerfeld solle die ehrenamtlichen Kräfte um eine hauptamtliche Kraft ergänzen, damit die — abseits der Einsätze — bestehenden Vorgaben und Prüfpflichten auch weiterhin zuverlässig abgearbeitet werden können. Und von diesen gibt es auch bei einer Freiwilligen Feuerwehr jede Menge: Angefangen bei regelmäßigen Fahrzeug- und Geräteprüfungen bis hin zur aufwendigen Atemschutzlogistik: „Jedes Atemschutzgerät muss nach einem Einsatz zur Überprüfung und Befüllung nach Silschede gebracht werden, bevor es erneut einsatzbereit ist“, erklärt Wehrleiter Andreas Bleck.

Bisher übernahmen die jeweiligen Gerätewarte der drei Einheiten oder Mitglieder der Unterstützungsabteilung diese Aufgaben. Ehrenamtlich, neben Job und Familie. Dahlhaus betont, dass die neue Struktur für sie kein Ersatz, sondern eine Entlastung bedeute: „Die Kameraden, die diese Aufgaben bisher erledigt haben, sollen und dürfen natürlich auch weiterhin gern unterstützen.“

Bei Björn Maslowski (Mitte) stimme das "Gesamtpaket", das er für den Job als hauptamtlicher Feuerwehrmann mitbringe, freuen sich Bürgermeister André Dahlhaus (r.) und Wehrleiter Andreas Bleck (l.).
Foto: Satur

Ein „Glücksgriff“

Nach der Empfehlung des Gutachters hatte die Stadt Breckerfeld die Stelle ganz regulär ausgeschrieben, wie Bleck betont und sagt nicht ohne Stolz: „Wir hatten zahlreiche Bewerber aus Feuerwehrbehörden anderer Kommunen.“ Mit Björn Maslowski habe sich jedoch ein Kandidat beworben, der kaum hätte besser passen können.

Denn der 48-Jährige ist sozusagen ein „Eigengewächs“. Er stieß über die Jugendfeuerwehr zur aktiven Freiwilligen Feuerwehr, ist dort bereits seit 35 Jahren Mitglied und war seit 2017 der Gerätewart des Löschzugs Breckerfeld. Hinzu sei gekommen, dass „uns bei Björn Maslowski beim Vergleich der Bewerbermatrix einfach das Gesamtpaket überzeugt hat“, betonen Dahlhaus und Bleck unisono.

Denn zum einen verfüge Björn Maslowski als Oberbrandmeister über das nötige Fachwissen und entsprechende Führungsqualitäten. Zum anderen habe er jahrzehntelange Einsatzerfahrung und bereits sämtliche für die neue Position erforderlichen Lehrgänge erfolgreich absolviert: „Er kann also quasi von jetzt auf gleich loslegen“, freut sich Dahlhaus.

„Es gibt keinen personellen Bruch“

Ein weiterer, für Andreas Bleck in seiner Funktion als Wehrleiter nicht ganz unwesentlicher Aspekt: „Es gibt keinen Bruch im Gefüge der Breckerfelder Feuerwehr — keine neue Person, auf die sich die Ehrenamtlichen einstellen müssen. Björn hat die volle Akzeptanz der Kameraden, weil er sein Engagement bereits unzählige Male bewiesen hat.“ Dass er dank seiner Tätigkeit als ehrenamtlicher Gerätewart alle kooperierenden Werkstätten samt Ansprechpartner bereits kenne, sei ebenfalls ein Vorteil für die hauptamtlichen Aufgaben.

Und — hierbei kann sich Bleck ein Schmunzeln nicht verkneifen: „Außerdem kennt Björn durch seine frühere Tätigkeit auch die entlegensten Winkel von Breckerfeld. Das ist im Einsatz Gold wert, wenn man sofort weiß, wohin man fahren muss.“

Feuerwehr im Blut

Björn Maslowski, gelernter KfZ-Mechaniker, hat nämlich bisher im Fahrdienst des Entsorgungsbetriebs Lobbe gearbeitet. Auf seine neue Aufgabe blickt er mit Vorfreude: „Alles, was mit Feuerwehr zu tun hat, macht mir einfach Spaß. Deshalb habe ich natürlich die Chance genutzt und mich um die Stelle beworben.“

Seine Verbundenheit zur ehrenamtlichen Feuerwehr bleibt dennoch ungebrochen, betont er. Auch als Hauptamtlicher wird er nämlich aktives Mitglied des Löschzugs Breckerfeld bleiben: „Während meines Tagesdienstes fahre ich dann natürlich auch bei Einsätzen mit raus.“ Aus seinem bisherigen Job dürfte Björn Maslowski dabei immer genau wissen, wo’s lang geht.