Die Zeit drängt. In der Sitzung des Kreistages am 10. Dezember soll der neue Nahverkehrsplan für den Märkischen Kreis beschlossen werden. Bis dahin ist noch jede Menge zu tun.

Überregionale Nachrich

Wie viel Arbeit noch auf die Politiker wartet, wurde in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung, Struktur und Verkehr im Lüdenscheider Kreishaus deutlich. Da nahmen die Kreispolitiker den Sachstandsbericht der Kreisverwaltung zur Kenntnis und bestätigten die vorgelegten Planungsleitlinien. Dafür hatte der Kreistag in seiner Juli-Sitzung den Arbeitsauftrag erteilt. Bei der teilweisen Enthaltung der FDP sowie der Grünen beschlossen die übrigen Ausschussmitglieder das von der Verwaltung vorgelegte weitere Vorgehen.

Jutta Heedfeld und Barbara Dienstel-Kümper sitzen an einem Tisch mit Unterlagen während einer Ausschusssitzung.
Ausschussvorsitzende Jutta Heedfeld (SPD, links) und Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper im Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Struktur und Verkehr.
Foto: Hendrik Klein / LokalDirekt

„Mobilität nach Maß“

Einige Neuerungen, verbunden mit Takt- und Verbindungskürzungen aufgrund des ausufernden Defizits beim Verkehrsunternehmen, bekamen einige MVG-Nutzer bereits bei der Fahrplan-Umstellung am 1. September zu spüren. „Mobilität nach Maß“ ist das Stichwort für ein wirtschaftlich tragfähiges Grundnetz mit verlässlichen Mindeststandards und der notwendigen Flexibilität. Das Verkehrsangebot soll gezielt verdichtet und weiterentwickelt werden, wo die tatsächliche Verkehrsnachfrage dies rechtfertigt, hatte die Verwaltung in ihrer Vorlage formuliert.

Angebot an Nachfrage anpassen

Die bisherigen Arbeitsergebnisse zeigten, so die Verwaltung weiter, dass die zukünftige Ausgestaltung des Verkehrsangebotes nicht allein anhand einzelner Linien oder Fahrten erfolgen könne. Vielmehr müssten Fahrgastnachfrage, Netzfunktion, Anschlüsse, alternative Verkehrsangebote, betriebliche Zusammenhänge und wirtschaftliche Auswirkungen gemeinsam betrachtet werden. Die Arbeitsunterlagen von plan:mobil sähen entsprechend unter anderem die Betrachtung schwach nachgefragter Angebote, paralleler Verkehrsangebote und der Verkehrszeiten vor. Kern der Fortschreibung des Nahverkehrsplans sei eine stärkere Ausrichtung des Verkehrsangebotes an den tatsächlich bestehenden Verkehrsbedürfnissen.

Große sollen zugunsten der Kleinen verzichten

Genau das veranlasste André Krause (CDU), stellvertretendes Ausschuss-Mitglied aus Schalksmühle, zu einem Vorschlag: „Statt eventueller Streichungen in den kleineren Städten und Gemeinden könnte man doch in den gut bedienten größeren Kommunen kürzen und so den Spareffekt auch erzielen.“ Wie dazu die kreisangehörigen Städte und Gemeinden stehen, könnte sich in den von ihnen erbetenen Stellungnahmen zum neuen Nahverkehrsplan ergeben.

Abgekürztes Verfahren

„Dafür wird es ein abgekürztes Verfahren geben“, kündigte Markus Bruch an. Er ist bei der Kreisverwaltung für den Nahverkehrsplan zuständig. „Ab Anfang November werden die Kommunen beteiligt. Sie erhalten bereits jetzt Vorabinformationen“, sagte Markus Bruch. Die Städte und Gemeinden hätten dann drei Wochen Zeit für die Abgabe ihrer jeweiligen Stellungnahmen. „Der Kreis sorgt für maximale Transparenz und Flexibilität“, versprach Markus Bruch im Ausschuss.

Beschlussfassung am 10. Dezember

Am 24. September werden sich die Mitglieder des Kreisausschusses in ihrer Sitzung noch mit dem Thema beschäftigen, am 1. Oktober steht der Nahverkehrsplan auf der Tagesordnung des Kreistages. Die Ergebnisse des Beteiligungsverfahrens sowie der daraus resultierende Entwurf des fortgeschriebenen Nahverkehrsplans sind dem Kreistag in seiner Sitzung am 10. Dezember zur abschließenden Beratung und Beschlussfassung vorzulegen.