Ein großer Tag für die IG Metall: Bei einer Feier im Lüdenscheider Kulturhaus mit Musik, einem Showprogramm, Ansprachen und Jubilarehrungen hat die größte Arbeitnehmervertretung der Erde am Freitag, 4. September, ihre Jubilarinnen und Jubilare aus dem südlichen Märkischen Kreis gefeiert.
Die zahlreichen Gäste applaudierten, darunter auch der DGB-Kreisvorsitzende Manuel Bunge-Altenberg und sein Vorgänger Bernd Schildknecht, als 2. Bevollmächtigter Kevin Dewald während der Begrüßung vorrechnete, dass an diesem Abend 107 Jubilare und Jubilarinnen gekommen waren, die unter dem Strich 5940 Mitgliederjahre repräsentieren. „Das ist ein Spitzenwert“, sagte Kevin Dewald. „Die IG Metall dankt Euch für euer Engagement und eure Treue.“
Geehrt wurden Metallerinnen und Metaller, die ihrer Gewerkschaft seit 25 Jahren (28 Jubilare), seit 40 Jahren (34 Jubilare), seit 50 Jahren (28 Jubilare) und seit 60 Jahren (elf Jubilare) angehören. Namentlich erwähnt wurden Friedhelm Althaus, Karl Bach, Hubert Grewe, Günter Hein, Anita Hohmeister und Ulrich Straub. Sie halten der IG Metall seit 70 Jahren die Treue.
Wenige Jahre vor ihrem Eintritt, im Oktober 1948, hatten sich Metaller aus der britischen und amerikanischen Besatzungszone in der Lüdenscheider Schützenhalle getroffen, um die Vereinigung der Industriegewerkschaft Metall als Einheitsgewerkschaft zu beschließen. Diese Vereinigung war ein wichtiger Schritt für die Gründung der IG Metall für die Bundesrepublik Deutschland, die es zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht gab. Sie existiert erst seit dem 24. Mai 1949, dem Tag, an dem das Grundgesetz in Kraft trat.
Fabian Ferber, 1. Bevollmächtigter der IG Metall im Märkischen Kreis, erinnerte an die Anfänge der Arbeiterbewegung vor 160 Jahren und an die historischen Leistungen der Gewerkschaften. Dazu zählte er die Erfolge im Kampf um die Mitbestimmung in den Betrieben, an das Ringen um die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder an die Streiks, mit denen die IG Metall die 35-Stunden-Woche durchgesetzt hat.
Diese Rechte würden sich die Gewerkschaften nicht nehmen lassen, auch wenn die Arbeitgeberseite und die Politik Einschränkungen forderten. „Arbeit ist das einzige Werkzeug, mit dem wir unsere Träume verwirklichen können“, sagte Fabian Ferber. Wer arbeiten gehe, habe das Recht auf eine schöne Wohnung, ein Auto und den ein oder anderen Urlaub. „Wir müssen das Arbeitsrecht so gestalten, dass wir eine gute Zukunft haben“, erklärte der 1. Bevollmächtigte. Das müsse insbesondere jungen Menschen vermittelt werden.
Es dürften keine Entscheidungen über Arbeitsplätze gefällt werden ohne die Zustimmung der Gewerkschaften. Er erinnerte an den Tarifvertrag zur Blockaltersteilzeit im Jahr 2001. Auch daran werde zurzeit gerüttelt. „Dabei ist dieser Tarifvertrag ein Instrument zur Rettung von Arbeitsplätzen. Ältere Arbeitnehmer können so den Platz für jüngere Kollegen freimachen.“
Er appellierte an die Belegschaften in den Betrieben, sich in ihrem Glauben an die Kraft der Solidarität nicht erschüttern zu lassen. Es gehe nicht nur darum, die Errungenschaften vergangener Jahrzehnte zu verteidigen, sondern die Zukunft zu gestalten. Zurzeit befänden sich Gewerkschaften und Arbeitnehmer auf einer „harten Strecke“ räumte er ein.
Zugleich stimmte Fabian Ferber die Festgesellschaft auf einen heißen Herbst ein. Er rief zur Teilnahme an der ersten großen Warnstreikaktion auf, die Anfang November in Lüdenscheid stattfinden soll.
Anschließend ging’s zum geselligen Teil des Abends über. Die Gäste konnten sich zu Dixieland-Klängen, gespielt von der Marching Band „Bäng Bäng“, an einem Buffet aus dem Hause Geier versorgen. Show-Kellner Rudi unterhielt die Besucherinnen und Besuchern an den Tischen mit verblüffenden Zaubertricks.







