Für Michaela Eickeler beginnt im September ein neuer Lebensabschnitt. Nach insgesamt 37 Jahren Tätigkeit in den evangelischen Kindertagesstätten wechselt sie nach Sonthofen im Allgäu. Auch wenn der Umzug ein lang gehegter Wunsch der Kindergartenleiterin ist, fällt ihr der Abschied nicht leicht.

"Ich bin zur Bergziege mutiert", erklärt Michaela Eickeler ihren Wegzug von Halver ins Allgäu mit einem kleinen Schmunzeln. Im September zieht sie nach Sonthofen, um dort in ihrer Freizeit ihren Hobbys besser nachgehen zu können. "Mein Mann und ich haben unsere Urlaube schon immer gern in den Bergen verbracht. Wandern, Klettern, Radfahren - damit verbringen wir unsere Freizeit gern." Aus diesem Grund haben sie schon vor Jahren in Oberstdorf eine Ferienwohnung gekauft und sich inzwischen dort auch einen Freundeskreis aufgebaut.

Mit dem Gedanken, ins Allgäu zu ziehen, trägt sich die Erzieherin schon lange. "Erst haben wir gedacht, dass wir kurz vor dem Renteneintritt umziehen, aber dann ist uns klar geworden, dass das zu spät ist, um dann unsere Hobbys noch intensiv auszuleben." Konsequenterweise hat Michaela Eickeler sich, nachdem sie eine passende Stellenbeschreibung in Sonthofen gelesen hatte, um diese beworben.

Michaela Eickeler (m) verlässt die evangelischen Kindergärten in Halver.
Foto: Gerdel

Dabei geht es um die freigestellte Leitung eines siebengruppigen Kindergartens, also eine Tätigkeit, die sie seit 2019 für das Spatzennest und die Pusteblume innehat. Vorher leitete sie im Spatzennest eine Kindergartengruppe in Verbindung mit der Verwaltung der Kindertagesstätte. "Die reine Leitungsarbeit im Kindergarten liegt mir gut", sagt sie. "Ohne Gruppendienst ist das besser definiert. Der Spagat zwischen den beiden Aufgaben fällt weg."

Am Sonntag, 12. Juli, wird sie um 10.30 Uhr während der Messe in der evangelischen Nicolai-Kirche am Kirchplatz in Halver offiziell verabschiedet. Wie viele Kinder sie in ihrer 37-jährigen Tätigkeit in der Pusteblume hat groß werden sehen, weiß sie nicht genau. "Aber es waren bestimmt mehr als 1000", rechnet sie nach. "Ich bin ja sozusagen auch schon Kindergarten-Oma", lacht sie. "Natürlich erkenne ich die meisten der ehemaligen Kinder aus der Tagesstätte. Und einige davon bringen inzwischen schon ihre Enkel." Besonders freut sie sich, wenn sie Mädchen und Jungen, die sie irgendwann einmal in Richtung Schule entlassen hat, nun als Kollegen in der Tagesstätte wieder begegnet.

"Ich liebe meinen Job hier und ich musste mich lange damit auseinandersetzen, hier aufzuhören. Die Kündigung war der schwierigste Gang. Das Ganze hier lasse ich nur sehr schwer zurück. Aber ich wusste, was ich tue. Ich habe es mir ja selber ausgesucht", sagte sie. Ihr letzter Arbeitstag wird der 28. August sein und schon in der darauffolgenden Septemberwoche zieht sie gen Süden. "Das muss auch so sein, denn sonst müsste ich jeden Tag hier am Kindergarten vorbei. Das würde mir zu schwer fallen", sagt sie und die Trauer um den Verlust der Arbeit in Halver ist ihr anzumerken. "Wir lassen ja auch Freunde hier zurück, aber wir sind uns sicher, dass die alten Kontakte durch gegenseitige Besuche Bestand haben werden."

Kaja Fröhlich (l.) übernimmt die Pusteblume, Jacqueline Binder das Spatzennest.
Foto: Gerdel / Collage: Jung

Wichtig war es Michaela Eickeler auch, dass ihre Nachfolge geregelt ist. "Es war mir eine Herzensangelegenheit, dass es hier gut weiter geht. Für die Kinder, für die Eltern und das Team." Dieser Wunsch ist erfüllt worden, denn mit Kaja Fröhlich, die bisher die Pusteblume kommissarisch geleitet hat, und Jacqueline Binder, die das Spatzennest kommissarisch geleitet hat, hat nun jede Tagesstätte eine eigene Leitung, die aber Hand in Hand weiter arbeiten werden.