Für die Sanierung des Oestricher Baches kommen die Arbeiten am neuen Stollenvortrieb nach einer anspruchsvollen Anfangsphase planmäßig voran.
Neuer Stollen entsteht in Handarbeit
Seit Mitte Mai wird an der Baustelle an der Lenne in Handarbeit ein neuer Stollen im klassischen Vortriebsverfahren hergestellt. Mittlerweile ist der Stollen bereits rund zehn Meter lang und wächst Stück für Stück weiter in den Baugrund hinein.
Eingriffe in die Umgebung werden geringgehalten
Die Baugrube wurde unmittelbar am Flussufer hergestellt und bildet den Zugang zum Stollen. Trotz der beengten Platzverhältnisse sei eine kompakte und funktionale Baustelleneinrichtung geschaffen worden, die den Vortrieb ermöglicht und gleichzeitig die Eingriffe in die Umgebung gering halte, so die Stadt Iserlohn.
Tatsächlich erfolgt der Vortrieb in klassischer bergmännischer Bauweise, einem traditionellen Verfahren, das heute nur noch vergleichsweise selten zum Einsatz kommt, aber gerade unter den gegebenen Rahmenbedingungen seine besonderen Stärken ausspielt.
Präzise Handarbeit
Die Stollensicherung besteht dabei aus einem System aus Schwellen, statisch bemessenen Stahlbögen und Holzverzug, die an die örtlichen Baugrund- und Lastverhältnisse angepasst sind. Die einzeln angepassten Hölzer werden dabei in präziser Handarbeit Stück für Stück zwischen Baugrund und Stahlbögen eingebracht und sichern den Baugrund so unmittelbar nach dem Vortrieb. Dadurch entsteht die typische Stollenschale, die den Boden unmittelbar sichert.
Auch wenn das Verfahren auf traditionellen Prinzipien beruht, kommen moderne Hilfsmittel zum Einsatz. Ein elektrisch betriebener Kleinbagger unterstützt den Ausbau des Altbetons und kann direkt im Stollen eingesetzt werden. Der beim Vortrieb anfallende Boden und Betonbruch wird über Loren aus dem Stollen transportiert und mit dem Kran aus der Baugrube gehoben – über denselben Weg, auf dem später auch die neuen Bauteile eingebracht werden.
Arbeiten erfolgen abschnittsweise
Parallel zum Vortrieb wird das bestehende Beton-Kastenprofil zurückgebaut. Dabei wird äußerst behutsam gearbeitet, um den umgebenden Boden nicht zu beeinträchtigen. Die Arbeiten erfolgen abschnittsweise, damit die Standsicherheit jederzeit gewährleistet bleibt. Der Rückbau des bestehenden Kastenprofils schafft Platz für das neue Bauwerk.
Anstelle des bisherigen Kastenprofils wird ein neues Kreisprofil eingebaut. Am Ende ersetzt ein Rohr aus glasfaserverstärktem Kunststoff das bestehende Kastenprofil. Sämtliche Maßnahmen wurden im Vorfeld mit der Unteren Wasserbehörde des Märkischen Kreises abgestimmt.









