Das Saunadorf am Nattenberg bekommt erstmals einen eigenen Teamleiter. Die Stadtwerke Lüdenscheid haben Michael Krüger (61) mit der neu geschaffenen Position betraut. Gleichzeitig wird das Saunadorf seine Öffnungszeiten unter der Woche künftig deutlich ausweiten.
„Der bessere Begriff wäre Betriebsleiter“, sagte Ricardo Rietzschel, Leiter des Bäderbetriebs der Stadtwerke, bei der Vorstellung Krügers am Freitag. Die Funktion sei vergleichbar mit der von Andreas Santen im Familienbad. „Diese Stelle gab es bisher nicht“, bestätigte Stadtwerke-Vorstand Volker Neumann. Angesichts der anstehenden Aufgaben und Herausforderungen sei es jedoch sinnvoll gewesen, die Position neu zu schaffen. Zugleich solle Rietzschel dadurch stärker für die übergeordneten Aufgaben im Bäderbereich entlastet werden. „Angesichts der Themen und Herausforderungen, denen wir uns im Bäderbereich stellen müssen, war es sinnvoll, diese Stelle zu schaffen. Da kommt eine Menge Arbeit auf uns zu.“
Michael Krüger stammt ursprünglich aus Stuttgart und lebt seit 15 Jahren in Lüdenscheid. Der Ingenieur zog aus privaten Gründen ins Sauerland und ist mit einer Lüdenscheiderin verheiratet. Beruflich war er mehr als drei Jahrzehnte für amerikanische Konzerne in verschiedenen europäischen Ländern tätig. Sein Schwerpunkt lag im technischen Support, den er in insgesamt zwölf Ländern verantwortete. Zuletzt arbeitete er im Haus- und Gebäudebereich, unter anderem mit Alarmanlagen, Wasserfiltern und Heizsteuerungen – Arbeitsfelder, die ihm im Saunadorf jetzt wieder begegnen.
Ende 2025 hatte Krüger nach eigenen Angaben die Möglichkeit, aus dem Berufsleben auszusteigen und finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen. Zunächst wollte er einige Monate reisen. „Dann aber war ich bereit, mir eine neue Aufgabe zu suchen“, berichtete er. Mit Anfang 60 sieht er sich noch längst nicht im Ruhestand: „Ich fühle mich fit, noch 15 bis 20 Jahre zu arbeiten.“
Dass seine neue Aufgabe ausgerechnet in einem Saunadorf liegt, ist für Krüger kein Zufall. Seit 25 Jahren bezeichnet er sich als leidenschaftlichen Saunagänger – Aufgüsse inklusive. Ursprünglich hatte er sich bei den Stadtwerken lediglich nach einer Aushilfstätigkeit erkundigt.
Doch daraus wurde mehr. „Wir hatten eine vakante Stelle, aber nicht für Aufgüsse“, erzählte Rietzschel. Stattdessen sei schnell klar gewesen, dass Krüger für die neu geschaffene Leitungsposition infrage komme. „Wir wussten schnell: Er ist genau der richtige Kandidat.“
Als Betriebsleiter übernimmt Krüger künftig ein breites Aufgabenspektrum. Dazu gehören unter anderem die Erstellung von Schichtplänen, die Einstellung und Führung von Mitarbeitern sowie die Planung in Gastronomie und Service. Auch Marketing und die wirtschaftliche Entwicklung des Saunadorfs gehören zu seinen Aufgaben. Für regelmäßige Aufgüsse dürfte trotz seiner persönlichen Leidenschaft dagegen wenig Zeit bleiben.
Krüger betont, dass er sich auf die Arbeit mit dem bestehenden Team freue. „Ich fühle mich im Team sehr wohl, arbeite gerne mit Menschen und schaue auch gerne immer auf die Wirtschaftlichkeit“, sagte er bei seiner Vorstellung. Einen besonderen Eindruck hinterließ bei ihm die Erfahrung der Mitarbeiter: „Ich habe ausgerechnet, dass das Team über 220 Jahre Saunadorf-Erfahrung verfügt.“
Neben Krüger sind bereits neue Mitarbeiter für Küche und Service hinzugekommen. Weitere Einstellungen sollen folgen. Hintergrund sind die künftig längeren Öffnungszeiten unter der Woche. Damit will das Saunadorf sein Angebot für die Gäste deutlich ausweiten.
Die geplante Wiedereröffnung verschiebt sich aufgrund der umfangreichen Arbeiten um einige Tage. Ab 8. September erweitert das Saunadorf seine Öffnungszeiten um 16 Stunden pro Woche und bleibt nur noch montags geschlossen. Erneuert wurden unter anderem die Heizungs- und komplette Wasseraufbereitungsanlage samt Filtertechnik. Im Bio-Saunabereich sind zwei Saunen komplett neu aufgebaut worden. Neues Holz, neue Technik, die eine mit einer automatischen Steuerung, die andere in einem rustikalen Stil mit einem Kupferkessel in der Mitte. Auch das seit längerer Zeit geschlossene Dampfbad erstrahlt in neuem Glanz. Dazu kommen neue Duschen, Umkleiden und Schränke. Eine umfassende Grundreinigung rundet die Arbeiten ab. „Das ist so im laufenden Betrieb nicht möglich“, erklärte Ricardo Rietschel.
Das Eisbecken im Innenbereich wird nicht ersetzt, sondern mit einem neuen Verfahren thermisch foliert. Dadurch sollen Kosten und Ressourcen gespart werden. „Wenn sich das bewährt, werden wir das Verfahren bei der Sanierung des Außenbeckens einsetzen“, blickte der Bäderchef in die Zukunft. Dabei verliert er auch das Sorgenkind Solebecken nicht aus den Augen.






