Die Selbstbedienungs-Filiale der Sparkasse im früheren Gewerkschaftshaus am Rathausplatz in Lüdenscheid steht vor der Schließung. Das Geldinstitut bietet die Räumlichkeiten zum Kauf an.
Sollte Günther Jauch bei „Wer wird Millionär“ eines Tages die Frage stellen, wo Deutschlands größte Geldautomaten-Dichte zu finden sei, wird das Karree Rathausplatz / Wilhelmstraße / Sauerfeld der heißeste Tipp sein. Mit gleich drei Standorten der Sparkasse, zwei Standorten der Volksbank, den Automaten-Stationen der Commerzbank, der Deutschen Bank und der Postbank ist das Herz der Kreisstadt mit Geldautomaten wirklich reich gesegnet. Die Sparkasse an Volme und Ruhr, ehemals Sparkasse Lüdenscheid, wird sich aber in absehbarer Zeit von einer SB-Filiale im Zentrum trennen – von der am Rathausplatz 21.
Volker Schnippering, der Pressesprecher der Sparkasse, erklärt dazu, dass das Objekt am Rathausplatz von dem Immobilienmakler Engel und Völkers zum Verkauf angeboten werde, da ein Großteil der Räumlichkeiten seit einigen Jahren ungenutzt sei. Engel und Völkers ist ein Premium-Dienstleister, der in 35 Ländern an nach eigenen Angaben 1100 Standorten mit 16.700 Mitarbeitern aktiv ist. Das Geschäft wird in unternehmenseigenen Büros und im Franchise-System betrieben.
Schnippering beschreibt das Ladenlokal am Rathausplatz so: „Das Objekt teilt sich auf in den vorne gelegenen SB-Bereich und die dahinter liegenden, ungenutzten Flächen der ehemaligen Geschäftsstelle.“ Auf der Internetseite des Maklers stellt sich die Sparkassen-Filiale mit der Überschrift „Attraktive Räumlichkeiten in bester Lage!“ vor und wird mit 441 Quadratmeter Gesamtfläche angegeben, von denen 392 Quadratmeter im Endgeschoss und 49 im Untergeschoss liegen.
Weiter heißt es in der Beschreibung von Engel und Völkers: „Zum Verkauf steht eine attraktive und gepflegte Teileigentumseinheit im Erdgeschoss eines zentral gelegenen Wohn- und Geschäftshauses direkt am renommierten Rathausplatz in Lüdenscheid – einer der gefragtesten und frequentiertesten Innenstadtlagen. Die Räumlichkeiten werden aktuell noch von der Sparkasse genutzt und präsentieren sich in einem sehr gepflegten Zustand.“
Der barrierefreie Zugang, die großzügige Schaufensterfront sowie die prominente Lage böten optimale Voraussetzungen für verschiedenste Nutzungen – „ob als Büro, Praxis, Beratungszentrum oder Einzelhandel.“ Die Gesamtfläche teile sich auf in einen offenen Schalter- und Kundenbereich mit SB-Zone und Bankautomaten sowie mehrere abgetrennte Büroräume im hinteren Bereich. Im Untergeschoss befänden sich Lagerflächen sowie moderne Sanitäranlagen. Als Kaufpreis werden 435.000 Euro aufgerufen. Engel und Völkers schreibt: „Die exponierte Innenstadtlage mit hoher Sichtbarkeit und Kundenfrequenz macht die Fläche besonders interessant für Unternehmen mit Anspruch an Präsenz und Erreichbarkeit. Die Nachbarschaft ist geprägt von Stadtwerken, Ärzten, Steuerberatern, Anwaltskanzleien und weiteren Dienstleistern, was ein professionelles Umfeld schafft und Synergien ermöglicht.“
In der Vergangenheit hatte die Sparkasse wiederholt und nach wie vor „Probleme durch unerwünschte Personen, die sich im SB-Bereich aufhalten. Es gibt immer wieder Verunreinigungen der Räume und Belästigungen von Kunden“ - so bekennt es Volker Schnippering von der Sparkasse. Auch der verstärkte Einsatz von Sicherheitspersonal habe nicht den gewünschten Erfolg gezeigt. „Wir haben alle Lösungsmöglichkeiten für alternative Standorte geprüft, leider ohne Erfolg.“ Ein SB-Standort als freistehender Pavillon auf dem Rathausplatz sei von der Stadt verworfen worden.
In jedem Fall sei auch künftig der SB-Service der Sparkasse im Innenstadt-Bereich gesichert, heißt es in der Erklärung des Geldinstituts. Vom Rathausplatz zur Hauptstelle am Sauerfeld sind es 400 Meter, zum SB-Automaten-Standort im Stern-Center sogar nur 200 Meter.
Wann die SB-Filiale am Rathausplatz schließt, sei noch nicht entschieden, sagt Pressesprecher Schnippering. Ein Verkaufserfolg dürfte nicht zwingend sein, um die Schließung umzusetzen.









