Die FDP-Kreistagsfraktion befürchtet ein Übergreifen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) auf den Märkischen Kreis und stellt zu diesem Thema einen Antrag an den Kreisausschuss sowie den Kreistag.
Die Liberalen greifen damit auch die Sorgen der Betreiber von Zucht-/und Mastbetrieben und der Verantwortlichen in den Jagdgenossenschaften auf: Der Märkische Kreis sei — soweit bekannt — zwar noch nicht unmittelbar betroffen, aber die Sperrzone II grenzt mittlerweile unter anderem an Plettenberg, Herscheid und Meinerzhagen.
Kritik an freiwilligen Tests
Die Kreisverwaltung stellt bereits Probenentnahmekits zur Verfügung. Dennoch erfolgt die Testung freiwillig. Aus Sicht der FDP birgt dies erhebliche Risiken: „Im Klartext: der Märkische Kreis erfährt zufällig und damit zu spät, wenn die Afrikanische Schweinepest das Kreisgebiet erreicht hat“, schreibt FDP-Kreisvorsitzender Axel Hoffmann im Antrag.
Abschussprämie und strengere Vorgaben
Die FDP fordert daher eine zeitlich befristete Abschussprämie für Schwarzwild. Für jedes erlegte Tier sollen Jäger 50 Euro erhalten, sofern sie zusätzlich eine Blutprobe zur ASP-Untersuchung einreichen. Die Maßnahme soll zunächst für zwölf Monate gelten.
Die Auszahlung will die Fraktion an klare Voraussetzungen knüpfen: Antragsteller müssten einen gültigen Jagdschein vorlegen, eine Streckenliste mit Ort und Datum der Erlegung einreichen sowie einen Nachweis über die abgegebene Probe vorlegen. Das Veterinäramt oder ein beauftragtes Labor bestätigt die Probenabgabe.
Die Kreisverwaltung soll dabei weiterhin Probenentnahmekits bereitstellen und deren Verteilung organisieren. Zudem soll die Auszahlung auf natürliche Personen mit gültigem Jagdschein beschränkt sein.
Außerdem wird die Kreisverwaltung im Antrag damit beauftragt, dem Kreistag nach sechs Monaten sowie nach Ablauf der Maßnahme einen Bericht über Wirkung, Kosten, Anzahl der eingereichten Proben und mögliche Fortführung vorzulegen sowie in geeigneter Art auf die Informationsangebote der NRW-Landwirtschaftskammer und des Landesamts für Verbraucherschutz und Ernährung (LAVE) hinzuweisen.
Mehr Proben für bessere Kontrolle
Die Liberalen verfolgen mit ihrem Antrag mehrere Ziele, die sie im Antrag ausführen:
- Eine geringere Schwarzwilddichte soll das Risiko der Einschleppung und Verbreitung der Tierseuche senken.
- Gleichzeitig soll die Verknüpfung von Prämie und Probenabgabe die Zahl der eingesandten Proben deutlich erhöhen und damit das Monitoring der ASP verbessern.
- Früherkennung und Risikominimierung: Mehr Proben ermöglichen schnellere Erkennung von Infektionen und damit gezieltere Schutzmaßnahmen für Nutztierbestände.
- Eine größere Datenbasis soll eine schnellere Identifikation von Infektionen damit gezieltere Schutzmaßnahmen für Nutztierbestände ermöglichen.
Erfahrungen aus anderen Kreisen
Andere Kreise — unter anderem Olpe, Siegen-Wittgenstein, Hochsauerlandkreis, Paderborn — hätten bereits ähnliche Modelle erprobt und umgesetzt. Nach Darstellung der FDP würden diese Beispiele zeigen, dass finanzielle Anreize die Bereitschaft zur Probenabgabe steigern. Klare Nachweispflichten würden dabei Fehlanreize reduzieren und die Transparenz bei der Auszahlung sichern.









