Ab Karfreitag ist die Skateranlage - schon vor der offiziellen Eröffnung - freigegeben. Ein Graffitkünstler wird die Anlage, die sich jetzt noch grau in grau präsentiert, in den nächsten Wochen farbenfroh gestalten.

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Mit Jugendlichen geplant - durch Jugendliche gestaltet

„Aus der uns zur Verfügung stehenden Fläche und den Finanzmitteln haben wir mit Unterstützung eines Fachplanungsbüros und unserer Skater eine Anlage für Einsteiger und Fortgeschrittene entwickelt und umgesetzt“, beschreibt Thienel den Weg von der Idee bis zur Fertigstellung. Nun werden die grauen Mauern in den kommenden Wochen noch durch ein gemeinsames Graffiti-Kunstprojekt gestaltet. Das erfolgt ebenfalls aus den veranschlagten Mitteln.

Daran werden eine Gruppe aus der offenen Kinder- und Jugendarbeit, eine Kunst AG der Humboldtschule sowie ein erfahrener Graffitikünstler beteiligt sein. "Die ersten Absprachen und Planungen sind getroffen und das Projekt startet in Kürze", heißt es aus dem Rathaus. Die Skateanlage soll mit farbenfrohen Graffitikunstwerken die Blicke auf sich ziehen und einen Mehrwert für die Jugendkultur in Halver bieten.

Betreuung gesichert

Auch die künftige Betreuung der Skateranlage wurde durch die Stadt geregelt. Kämmerer Thienel hofft darauf, dass: "...die Anlage dauerhaft ein Ort der Kreativität, des Austauschs und der Bewegung wird, an dem sich Kinder und Jugendliche ausprobieren und Erfahrungen sammeln können." Dies soll durch die offenen Kinder- und Jugendarbeit, die die Anlage mit aufsuchenden Teams regelmäßig besuchen wird, sichergestellt werden.

Für eine komplette Trendsportanlage fehlt noch der geplante Bike-Park, der direkt neben der Skateanlage erstellt wird. Er soll, so der Plan der Stadt, bis zu den Sommerferien fertiggestellt werden.

Drei große Einzelposten

Dass die Skateranlage an der Karlshöhe am Karfreitag eröffnet wird, freut viele Kinder und Jugendliche. Lange genug haben sie Geduld aufbringen müssen. Aber die Standortsuche, das Planungs- und Genehmigungsverfahren und der Bau haben viel Zeit gekostet. Wichtig für die Stadt war, dass sie vom Leader-Projekt einen Zuschuss für die Anlage in Höhe von 250.000 Euro bekommen hat. Nur so konnten die Gesamtkosten von mehr als 300.000 Euro gestemmt werden.

Auf Anfrage von LokalDirekt haben die Verantwortlichen der Stadt die Aufteilung der Kosten aufgeschlüsselt: Planungsleistungen ohne Bauleitplanung (10.000 Euro), Rodung, Tiefbau, Schallschutzwand und Umlagegestaltung (175.000 Euro) sowie die eigentliche Skatefläche mit den Elementen und der Sachverständigenabnahme (circa 137.000 Euro).

317 Quadratmeter reine Skatefläche

Kämmerer Simon Thienel weiß, dass viele dieser Kosten beim Anblick der fertigen Anlage für den Laien nicht nachvollziehbar sind. Daher informiert er: "Bis sich eine solche Brachfläche für die Errichtung einer Sportanlage eignet, „verschwinden“ einige Beträge für vorbereitende Maßnahmen. Für den Nutzer ist nach Fertigstellung leider nicht mehr ersichtlich, dass viele Arbeiten unter der Betonfläche ausgeführt werden mussten." Er nennt aber auch als Beispiel für eine 'sichtbare Kostengröße' dass große Betonskateelement das am Anfang der Fläche (Bank Hip) gebaut wurde. Dies allein kostete circa 9000 Euro zuzüglich des Fundamentes.

Eine weitere Erklärung für die Aufschlüsselung der einzelnen Posten nannte Katrin Siegmund, Architektin der Stadt Halver. "Die die Skateranlage umgrenzende Schallschutzmauer ist drei Meter hoch, die reine betonierte Skatefläche hat eine Größe von 317 Quadratmetern. Das erfordert schon eine Menge Beton." Insgesamt wurde die Skateanlage auf einer Fläche von 714 Quadratmetern errichtet, woraus sich die Kosten für die Umlage erklären, zu denen unter anderem das Vorbereiten der Flächen für eine Rasenaussaat gehörte. Sicher sei, so Thienel, dass nach aktuellem Stand die für die Skateanlage zur Verfügung gestellten Haushaltsmittel nicht überschritten werden.

Bau des Bikeparks soll in Kürze begonnen werden

Der als zweite große Freizeitanlage für Jugendliche geplante Bikepark erhielt ebenfalls einen finanziellen Zuschuss. In diesem Fall hat das Land NRW mit dem Projekt "Struktur- und Dorfentwicklung" ein Zuschuss von 142.000 Euro zur Verfügung gestellt. "Ob wir mit diesen Mitteln auskommen werden, wird sich in den nächsten Wochen zeigen, denn aktuell laufen gerade die Ausschreibungen für dieses Projekt", informiert Katrin Siegmund.