Nach der jüngsten Beratung im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss zum Thema Skateparknbeziehen die Initiative Skatepark und die Ideenwerkstatt Breckerfeld gemeinsam Stellung. In ihrem Kommentar setzen sie sich unter anderem mit der Kostenfrage, der angenommenen Größe der Interessengruppe und der weiteren Planung auseinander.
Die Diskussion um einen kombinierten Skatepark und Pumptrack in Breckerfeld geht weiter. Nachdem sich der Planungs-, Bau- und Umweltausschuss am 22. September mehrheitlich für die weitere Prüfung eines reinen Pumptracks und gegen eine kombinierte Anlage aus Skatepark und Pumptrack ausgesprochen hat, melden sich nun die Initiative Skatepark und die Ideenwerkstatt Breckerfeld zu Wort.
In ihrem gemeinsamen Kommentar nehmen die beiden Initiativen am Samstag, 26. September, Bezug auf die Diskussion im Ausschuss und stellen ihre Sicht auf zentrale Argumente der Beratung dar. Dabei geht es unter anderem um die bislang nicht konkret bezifferten Kosten, mögliche Fördermittel, die erwartete Nutzung sowie den Wunsch nach einem weiteren Dialog mit Politik und Bürgerschaft. Die Initiative und die Ideenwerkstatt verbinden ihre Stellungnahme zudem mit der Forderung, vor der Entscheidung in der Stadtvertretung am 15. Oktober noch einmal genauer hinzuschauen.
Der Kommentar im Wortlaut:
„Danke an LokalDirekt für die ausführliche Berichterstattung. Einige Aussagen und Argumente aus der Ausschusssitzung möchten wir hier nochmal transparent darstellen, sowie auch auf einige Sachverhalte eingehen.
Wie berichtet, standen wir in der Sommerpause allen Fraktionen für Erklärungen und Fragen rund um unsere Vision zur Verfügung.
Aus beiden Terminen gingen wir äußerst positiv heraus. Wichtig war es uns den Fraktionen zu erläutern, dass ein innovativer, inklusiver Skate- und Pumptrack entwickelt und errichtet werden soll, der als multifunktionaler Bewegungs-, Begegnungs- und Freizeitort, Menschen aller Altersgruppen zur Verfügung steht.
Die Argumentation, die zur Ablehnung einer Kombination aus Skate- und Pumptrack geführt hat, wurde vor allem auf Annahmen und Mutmaßungen getroffen, die jedoch nicht auf verifizierten Tatsachen beruhen. Die Entscheidung fiel auf Basis nicht definierter Kosten, Spekulationen zur Nutzung und dem klaren Signal, nicht in die Zukunft der Kinder und Jugendlichen und der Außenwahrnehmung unserer Stadt investieren zu wollen.
Die Sorge, Kinder und Jugendliche könnten eine Anlage zur „falschen“ Zeit nutzen, gilt für jeden öffentlichen Ort. Die Fragen, die sich daraus ergeben, liegen auf der Hand - wo sind denn in Breckerfeld überhaupt die „richtigen Gruppen von Menschen“ zu welcher Tageszeit überhaupt erlaubt oder gewünscht?
Breckerfeld ist schuldenfrei? War schuldenfrei? Wird es in Zukunft nicht oder doch wieder sein? Wir wissen es nicht. Wir sehen aber die Feinfühligkeit dieses Themas, darum möchten wir klarstellen, dass die genannte Summe von 300.000 Euro Kosten, die durch die Stadt für ein solches Projekt zu tragen seien, nicht belegt ist. Weder gibt es einen Kostenvoranschlag für den Skate- und Pumptrack, noch für geeignete Lärmschutzmaßnahmen.
Weiter wurde in der Sitzung auch nicht darauf eingegangen, dass wir bereits mit dem Regionalmanagement der LEADER-Region Ennepe.Zukunft.Ruhr einen Projektantrag für eine mögliche Förderung von 250.000 Euro erarbeitet und entworfen haben. Daneben wurden unsererseits außerdem bereits Konzepte und erste Gespräche mit regionalen Unternehmen geführt, um durch eine breit angelegte Spenden- und Crowdfundig Kampagne die Kosten für die Stadt möglichst gering zu halten - mit der Betonung hier nochmals: Es liegt aktuell kein Angebot zu den Kosten oder zu einer detaillierten Planung vor. Ergänzend zur Kostenthematik lässt sich noch sagen, dass ein kombinierter Skatepark mit Pumptrack deutlich wartungsärmer und langlebiger ist als ein aufgesetzter Pumptrack aus Kunststoff oder eine Boulderwand.
Was uns wirklich überrascht hat, ist die Aussage zur „sehr überschaubaren Interessengruppe“. Sind damit die Bürgerinnen und Bürger jeglichen Alters mit ihren Fahrrädern, Rollern, Skateboards und/oder Rollstühlen gemeint, die das inklusive und somit hoch innovative Projekt vorgesehen hatte? Die bei jedem von den Skatern organisierten Workshop in einer Vielzahl und ihrer fantastischen Diversität auf den Schulhof zu sehen waren? Oder sind damit schlicht und einfach die in ihrer Anzahl überschaubare Gruppe der Kinder und Jugendlichen gemeint, die logischerweise auf Grund der demografischen Verteilung und ihres nicht vorhandenen Stimmrechts für die Politik immer nur eine „überschaubare Interessengruppe“ bleiben werden? Von der zuerst genannten Gruppe von Menschen, hätten sich kritische Stimmen im Ausschuss auch ein eigenes Bild machen können - zuletzt beim Event zum Weltkindertag, bei dem – kaum überraschend - die Politik nur rar vertreten war. Wer über die Bedürfnisse junger Menschen entscheidet, sollte ihnen wenigstens einmal zugehört haben.
Natürlich sehen wir positiv, dass die Planung nicht ganz eingestellt ist. Und das Teile unserer Lokalpolitik den Mehrwert eines kombinierten Tracks und dieses ganzheitlich inklusiven Gedankens verstanden haben und weiterhin dafür eintreten.
Wir möchten aber keine Entscheidung, die nur getroffen wird, um überhaupt ein Ergebnis vorweisen zu können. Keine schlechte Übereinkunft, die hinterher von niemandem genutzt wird. Keine unnötigen verschwendeten Gelder, die sinnvoller eingesetzt hätten werden können. Bereits in den ersten Gesprächen vor fast zwei Jahren haben wir verdeutlicht, dass es wenn ein sehr gut vorbereitetes, durchdachtes Projekt werden soll.
Daher würden wir uns wünschen, dass die Politik vor dem 15.10. noch einmal genauer hinschaut. Unsere Einladung zum Gespräch besteht weiterhin, denn wir setzen auf Dialog und darauf „einfach mal gemeinsam zu machen“.
Entsprechend bleibt auch unser bereits mehrfach angeregter Wunsch, dass der Rat zu einem Bürgerdialog einlädt, damit Anwohnerinnen und Anwohner, Kinder, Jugendliche und Eltern gemeinsam an einen Tisch kommen können. Dazu ist es bisher leider nie gekommen, die Chance besteht aber weiterhin.
Schade ist trotzdem: Die Politik in unserer Kommune ist ein Abbild der gegenwartsorientierten Politik auf Bundesebene. Sie verpasst die Chance, die Wählerinnen und Wähler von morgen für sich und für die Demokratie zu gewinnen. Kindern und Jugendlichen wird wieder einmal deutlich gemacht: Ihr seid im öffentlichen Raum nicht willkommen.“
Initiative Skatepark & Ideenwerkstatt Breckerfeld








