Bei gutem Wetter heißt es für die drei Freunde jeden Tag nach Schulschluss: Rauf aufs Rad, und damit dann über Stock und Stein. Da sie für ihr Hobby jedoch meist weite Wege zurücklegen müssen – die nächsten Mountainbikestrecken gibt’s in Lüdenscheid, Winterberg und Willingen – ergriffen sie im Februar die Initiative und formulierten – gemeinsam mit der UWG – einen Antrag – LokalDirekt berichtete. Anschließend wurden sie mit diesem persönlich beim Bürgermeister vorstellig. Und schnell kristallisierte sich heraus: Die Gemeinde steht dem Projekt offen gegenüber.
Die drei Primusschüler Ben Hagen, Joel Perka und Henry Sander waren nun am Mittwoch, 2. April, in der Ausschusssitzung für Kultur und Sport zu Gast, um Politik und Verwaltung ihre Idee eines solchen Geländes anhand einer Präsentation näherzubringen.
„Ein Mountainebikeparcours für alle Altersklassen“
Dabei betonten sie zunächst die Vorteile, die ein Parcours für die Volmegemeinde haben könnte: „Eine solche Gemeinschaftsstätte fördert den Spaß an Sport und Bewegung, ist nachhaltig und, wegen der niedrigen Baukosten und der Tatsache, dass kein Personal vor Ort benötigt wird, günstig“, erklärte Henry Sander. Außerdem seien solche Strecken umwelt- und klimafreundlich und hätten somit auch eine politische Signalwirkung, wie er weiter ausführte.
Auch über die einzelnen Bestandteile der Strecke haben sich die drei Schüler im Vorfeld Gedanken gemacht: So soll es, unabhängig von Alter und Können, für alle Besucher ein Angebot geben – von einfachen Hindernissen bis hin zu einer Cross-Strecke.
Am Ende ihrer Präsentation hob Ben Sander noch einmal die Bereitschaft der Schüler hervor, sich an der Entwicklung, Gestaltung und Instandhaltung des Parcours zu beteiligen.
„Würde so eine Strecke gerne besichtigen“
Politik und Verwaltung stehen dem Antrag weiterhin offen gegenüber. So erklärte Bürgermeister Jörg Schönenberg im Anschluss an die Präsentation: „Ich würde mir so eine Strecke gerne mal persönlich ansehen, um alle Wünsche auch berücksichtigen zu können.“ Anschließend, schlug er vor, könnte geprüft werden, ob eine Förderung durch LEADER möglich ist.
Michael Schäfer (FDP) gab zu Bedenken, dass so ein Parcours „nicht ganz einfach zu errichten“ sei, und schlug vor, den Arbeitskreis Demografie in die Planung mit einzubeziehen und die Beschlussvorlage dahingehend zu ergänzen.
Auf die Frage von Uwe Lal (UWG), ob die Nachfrage in der Gemeinde denn überhaupt hoch genug sei, antwortete Ben Sander: „Der Bedarf ist auf jeden Fall da. Viele fahren, so wie wir auch, nach Lüdenscheid, Willingen, Winterberg oder schlicht durch die Schalksmühler Wälder.“
Fachbereichsleiterin Anja Wolf fragte nach, ob die Schüler schon einen Ort innerhalb der Gemeinde für das Projekt ins Auge gefasst haben. „Eine konkrete Vorstellung haben wir da noch nicht, weil wir nicht beurteilen können, welche Flächen der Gemeinde gehören und welche nicht“, erklärte Ben Sander. Die Anlage sollte jedoch, so führte er weiter aus, „ungefähr so groß sein wie der hintere Teil des Jahnsportplatzes.“
„Wir sollten ein LEADER-Projekt dafür reservieren“
„Wir werden die gesamte Planung nicht bis zum Sommer fertig haben“, stellte Bürgermeister Jörg Schönenberg am Ende fest, „aber uns dennoch mal eine Anlage dieser Art ansehen und von den Schülern erklären lassen.“ Außerdem regte er an, ein LEADER-Projekt zur Finanzierung des Projekts für die Anlage zu reservieren.
Das Gremium stimmte einstimmig für den Beschlussvorschlag, die Fachausschüsse mit der Prüfung der Umsetzbarkeit des Projekts zu beauftragen. In die Planung soll der Arbeitskreis Demografie einbezogen werden.
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