Bei einer Ortsbesichtigung hat sich der Planungs- und Bauausschuss ein Bild vom Gelände der ehemaligen Entlackungsfirma KüMeSta gemacht. Das Areal war in den vergangenen Jahren zunehmend dem Verfall preisgegeben worden. Die Gemeinde hatte es 2018 im Zuge einer Versteigerung erworben.

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Die Gebäude stehen bereits seit längerer Zeit leer und sind nicht mehr nutzbar. Parallel entwickelte sich das Gelände zu einem Schwerpunkt illegaler Müllablagerungen. Vor diesem Hintergrund leitete die Gemeinde erste Maßnahmen zum Rückbau ein.

In einem ersten Schritt wurden besonders exponierte und von der Straße aus sichtbare Gebäudeteile entfernt. Die Arbeiten umfassten den Rückbau bis auf die Bodenplatten sowie statische Sicherungsmaßnahmen an verbleibenden Strukturen. Ein vollständiger Erhalt oder eine umfassende Sanierung hätte nach Angaben der Verwaltung Kosten von deutlich über einer Million Euro verursacht. Stattdessen setzt die Gemeinde auf ein schrittweises Vorgehen.

Ein Teil der Gebäude wurde entfernt.
Foto: Schlütter

Zur Sicherung des Geländes wurden Bauzäune errichtet sowie Fenster- und Türöffnungen verschlossen. Ziel ist es, unbefugtes Betreten und weitere Müllablagerungen zu verhindern. Bereits vorhandene Abfälle wurden durch den Bauhof vollständig entfernt.

Nach Einschätzung der Ausschussmitglieder hat sich das Erscheinungsbild des Areals bereits deutlich verbessert. Gleichzeitig wurde betont, dass die verbliebenen Hallen weiterhin nicht für eine reguläre Nutzung geeignet sind und perspektivisch ebenfalls zurückgebaut werden sollen.

Für die kommenden Jahre plant die Gemeinde, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen und – abhängig von den verfügbaren Haushaltsmitteln – weitere Abrissabschnitte umzusetzen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, den derzeit teilweise überbauten Bach wieder offen- und gleichzeitig ein Stück Richtung Hang zu verlegen. Entsprechende Förderprogramme könnten dabei eine Rolle spielen.

Der unter dem Gelände verlaufende Bach könnte wieder offengelegt werden.
Foto: Schlütter

Langfristig verfolgt die Gemeinde das Ziel, die Fläche vollständig neu zu entwickeln und einer anderen Nutzung zuzuführen. Die bisherigen Maßnahmen werden als erster Schritt gewertet, um sowohl das Ortsbild als auch die Umweltbedingungen nachhaltig zu verbessern.

Überdachte Anlieferungszone am Rewe-Markt geplant

In der anschließenden Sitzung im Bürgersaal befasste sich der Planungs- und Bauausschuss mit einer Änderung des Bebauungsplans „Dorfwiesen“. Ziel ist es, eine geringfügige Erweiterung der bebaubaren Fläche zu ermöglichen. Vorgesehen ist eine gemeinsame, überdachte Anlieferungszone zwischen dem Rewe-Supermarkt und dem Rewe-Getränkemarkt.

Der Ausschuss stimmte dem Vorhaben einstimmig zu. Im nächsten Schritt soll der Planentwurf öffentlich ausgelegt werden. Bürger sowie Behörden erhalten dann Gelegenheit, Stellungnahmen abzugeben. Die abschließende Entscheidung liegt beim Gemeinderat.

Änderung am Müggenbrucher Weg

Ebenfalls einstimmig fiel die Entscheidung zur Änderung des Bebauungsplans „Müggenbrucher Weg“ aus. Der Ausschuss empfahl den überarbeiteten Entwurf zur weiteren Beschlussfassung.

Ziel der Planung ist die Schaffung von Voraussetzungen für eine moderne, klimafreundliche und generationenübergreifende Wohnbebauung. Gleichzeitig soll ein bereits ansässiger Handwerksbetrieb, Elektro Rieger, Erweiterungsmöglichkeiten am Standort erhalten.

Kern der Änderung ist die Umwandlung des bislang reinen Wohngebiets in ein allgemeines Wohngebiet. Dadurch wird künftig eine Kombination aus Wohnen und kleinteiligem Gewerbe erleichtert. Die geplante Bebauung orientiert sich an der Umgebung und soll über vorhandene Straßen erschlossen werden. Vorgesehen sind Gebäude mit Pultdächern, die sich insbesondere für Dachbegrünungen eignen.

Im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung von Öffentlichkeit und Behörden wurden vor allem Fragen zum Umgang mit Starkregen und Niederschlagswasser thematisiert. Daraufhin wurde ein Entwässerungskonzept erarbeitet. Dieses sieht unter anderem Rückhaltebehälter für einzelne Bauflächen vor, um zusätzlich anfallendes Regenwasser gedrosselt abzuleiten. Eine zusätzliche Belastung des Gewässers „Holzmecker Siepen“ gilt nach derzeitigem Stand als gering und unbedenklich.

Ergänzend sind neue Grün- und Ausgleichsflächen vorgesehen, um Eingriffe in Natur und Landschaft zu kompensieren. Auch hier ist eine erneute öffentliche Auslegung des Planentwurfs vorgesehen, bevor die endgültige Entscheidung getroffen wird.