Der Weg für einen dritten Beigeordneten ist frei: Der Stadtrat hat am Montag gegen die Stimmen von AfD, Grünen, FDP und Linken die Ausschreibung der neuen Stelle beschlossen. Mit der Personalentscheidung verbindet die Stadt eine Neuorganisation der Verwaltung.

Der künftige Beigeordnete soll den technischen Geschäftsbereich verantworten und insbesondere die strategische Entwicklung der Stadt, die Verkehrsplanung sowie Umwelt- und Klimaschutz steuern.

Die Neubesetzung ist Teil des Umbaus zu einer „bürgernahen, modernen, leistungsfähigen und resilienten Verwaltung“. Bislang gibt es mit Kämmerer Sven Haarhaus und Fabian Kesseler zwei Beigeordnete. Als hauptamtliche kommunale Wahlbeamte gehören sie zur Führungsspitze der Verwaltung. Mit dem dritten Beigeordneten soll ein weiterer technischer Geschäftsbereich im Verwaltungsvorstand verankert werden.

Die Stelle ist mit einem jährlichen Bruttogehalt von 115.400 Euro ausgeschrieben. Vorgesehen ist eine Berufung in das Beamtenverhältnis auf Zeit für acht Jahre. Bei einer Wiederwahl besteht grundsätzlich die Verpflichtung, das Amt weiterzuführen.

Der neue Beigeordnete soll künftig mehrere zentrale Aufgabenbereiche unter einem Dach bündeln. Ihm werden die Stabsstelle „Nachhaltiges Bauen“ sowie die Fachdienste Bauservice, Bauleitplanung und Städtebau, Geoinformation und Grundstückswertermittlung, Bauordnung, Verkehrsplanung und Verkehrslenkung sowie Klima- und Umweltschutz und Grünflächenplanung zugeordnet.

Technischer Geschäftsbereich wird neu zugeschnitten

Nach Angaben der Stellenausschreibung soll die Verwaltungsorganisation auf Grundlage des Ratsbeschlusses vom 13. Juli 2026 schrittweise weiterentwickelt werden. Ziel seien klare Verantwortlichkeiten, kürzere Entscheidungswege, weniger Schnittstellen und eine wirtschaftliche Aufgabenerfüllung. Die aktive Gestaltung des neu zugeschnittenen technischen Geschäftsbereichs sei ein wesentlicher Bestandteil der künftigen Aufgabe.

Darüber hinaus soll der neue Beigeordnete strategische Leitlinien für Stadtentwicklung, Infrastruktur, Mobilität sowie Umwelt- und Klimaschutz erarbeiten und diese gegenüber dem Stadtrat und der Bürgerschaft vertreten. Die Stelle kann sowohl mit einem Mann als auch mit einer Frau besetzt werden. Bewerbungen von Frauen sind ausdrücklich erwünscht. Bei gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung sollen sie bevorzugt berücksichtigt werden.

Berufliche Zukunft noch offen

Mit der neuen Führungsstruktur verändert sich auch der Zuschnitt bestehender Organisationseinheiten. Die Leitung des Fachbereichs Planen und Bauen wird in ihrer bisherigen Form entfallen. Derzeit steht Stephan Theo Hammer an der Spitze des Fachbereichs. Welche konkrete berufliche Perspektive sich für ihn aus der Neuorganisation ergibt, ist damit noch nicht geklärt.

Auch die Führungsstrukturen in weiteren Bereichen werden angepasst. Die bisherigen Fachbereichsleitungen in den Bereichen 5 – Jugend, Bildung und Sport – sowie 6 – Klima und Umwelt – sollen künftig in Fachdienstleitungen umgewandelt werden.

Im Bereich Klima und Umwelt besteht bereits Handlungsbedarf: Nach dem Ausscheiden von Marcus Müller war der Fachbereich zuletzt ohne Leitung. Der Stadtrat beauftragte die Verwaltung deshalb, möglichst zeitnah die Stelle eines Jugendamtsleiters sowie die Leitung des Fachdienstes „Klima- und Umweltschutz, Grünflächenplanung“ auszuschreiben.

Voraussetzung für die neue Organisationsstruktur ist auch eine Änderung der Hauptsatzung der Stadt. Über die entsprechende Satzungsänderung stimmte der Rat ebenfalls ab. Wie bei der Freigabe der Ausschreibung votierten AfD, Grüne, FDP und Linke gegen die Vorlage. Mit den Stimmen von SPD und CDU wurde sie dennoch beschlossen.