Invasive gebietsfremde Arten stellen die Wasserwirtschaft angesichts klimatischer Veränderungen zunehmend vor Herausforderungen. Nach Angaben des Wupperverbands können sie sich in neuen Lebensräumen ausbreiten und dort heimische Arten verdrängen, Nutzungseinschränkungen verursachen sowie die Verbreitung von Krankheiten begünstigen. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich der Wupperverband vorsorglich mit der Quaggamuschel.
Die invasive Muschelart gehört wie die ebenfalls gebietsfremde Zebramuschel zu den Dreikantmuscheln. In den Gewässern des Wuppergebiets wurde sie bislang noch nicht nachgewiesen. Da sie jedoch bereits in anderen Talsperren sowie in Gewässern des benachbarten Sauerlands gefunden wurde, will der Verband vorbeugende Maßnahmen ergreifen. Die Fachabteilung Limnologie des Wupperverbands führt deshalb in diesem Jahr Untersuchungen zur Früherkennung der Quaggamuschel durch. Ziel sei es eine mögliche Ausbreitung frühzeitig zu erkennen und die Gewässer zu schützen.
Wupperverband appelliert an Freizeitgäste
Zugleich verweist der Wupperverband auf die Bedeutung eines verantwortungsvollen Umgangs mit Freizeitequipment hin. Insbesondere an den Brauchwassertalsperren mit zahlreichen Freizeitaktivitäten könnten Wassersportler und andere Gäste dazu beitragen, eine Verbreitung der Quaggamuschel zu verhindern. Betroffen sind vor allem die Wupper, Bever, Brucher und Lingese Talsperre.
Der Verband empfiehlt, sämtliches Equipment, das in Gewässern genutzt wird, gründlich zu reinigen und vollständig trocknen zu lassen. Dazu zählen unter anderem Boote, Stand Up Paddle Boards sowie Angel und Tauchausrüstung. Dies gelte insbesondere dann, wenn die Ausrüstung in unterschiedlichen Gewässern eingesetzt werde.
Bei der Reinigung sollten Bilgen und Restwasser vollständig entfernt sowie wassergefüllte Behälter entleert werden. Zudem empfiehlt der Wupperverband eine gründliche Reinigung möglichst mit heißem Wasser von mindestens 60 Grad Celsius. Die Reinigung sollte nicht unmittelbar am Gewässer erfolgen. Vor einer erneuten Nutzung sollte das Equipment über mehrere Tage vollständig trocknen. Entsprechende Regelungen sollen künftig auch in die Wassernutzungsordnungen und Bestimmungen zur Fischereiausübung aufgenommen werden.
Auswirkungen auf Ökosysteme und Technik
Der Verband weist darauf hin, dass die Muschel große Mengen an Plankton aus dem Wasser filtere und damit anderen planktonfressenden Organismen, darunter einigen Fischarten, die Nahrungsgrundlage entziehen könne. Dies könne Auswirkungen auf das ökologische Gleichgewicht eines Gewässers haben.
Darüber hinaus könnten sich die Muscheln an technischen Anlagen ansiedeln und Entnahmevorrichtungen oder Rohrleitungen verstopfen. Dies könne hohe Kosten verursachen. Ist die Quaggamuschel einmal dauerhaft in einem Gewässersystem etabliert, gilt ihre Bekämpfung nach aufwändig und kostenintensiv. Für Menschen sei die Muschel ungefährlich. Auch die Trinkwasserqualität werde nach Angaben des Verbands nicht beeinträchtigt.







