Die PWG-Fraktion im Rat der Stadt Plettenberg beantragt den Aufbau einer digitalen Stadtinfrastruktur durch die Einführung einer kommunalen Super-App. Grundlage ist ein Antrag vom 24. März, der auf einer Konzeption von Ratsherr Heinz Dragon (parteilos, Mitglied der PWG-Fraktion) basiert.
Die App soll auf der Plattform „chayns OS“ basieren und als zentrales System die gesamte Stadt vernetzen – von Verwaltung und Bürgern über Unternehmen, Handel und Gastronomie bis hin zu Vereinen und Veranstaltern. Die Verwaltung soll beauftragt werden, die Umsetzung unmittelbar einzuleiten.
Abkehr von Insellösungen
Kern des Antrags ist eine strategische Abkehr von einzelnen digitalen Insellösungen. Stattdessen soll eine einheitliche Plattform entstehen, in die bestehende Angebote integriert oder perspektivisch überführt werden.
Die Anwendungsmöglichkeiten sind breit angelegt: Bürger sollen Termine bei der Stadt buchen, digitale Anträge stellen oder Mängel melden können. Informationen könnten per Push-Nachricht gezielt an bestimmte Nutzergruppen ausgespielt werden – etwa bei Straßensperrungen nur an betroffene Anwohner.
Auch für das öffentliche Leben sind Funktionen vorgesehen: Eine zentrale Veranstaltungsübersicht mit Ticketing und Reservierungen soll Angebote bündeln. Händler, Gastronomen und Dienstleister können eigene digitale Bereiche betreiben, Angebote einstellen und Gutscheinsysteme nutzen.
Digitale Identität und neue Funktionen
Darüber hinaus plant die PWG ein integriertes Bezahlsystem sowie eine digitale Identität für Nutzer, die etwa für Transaktionen, Zugänge oder personalisierte Dienste genutzt werden kann. Ergänzt wird dies durch einen KI-gestützten Stadtassistenten, der Bürgeranfragen beantworten und die Verwaltung entlasten soll.
Ein weiterer Baustein ist die Verknüpfung von realer und digitaler Welt: Per QR-Code könnten etwa Restaurantbesuche, Einkäufe oder Veranstaltungszugänge direkt über die App gesteuert werden. Auch touristische Informationen oder Verwaltungsservices vor Ort sollen so abrufbar sein.
Die PWG versteht den Vorstoß als Weiterentwicklung eines FDP-Antrags zur Digitalisierung. Ziel sei ein vernetztes, skalierbares System, das allen Akteuren gleiche digitale Möglichkeiten bietet.
Die nächste Ratssitzung findet am Dienstag, 14. April, um 17 Uhr statt.









