Vier komplett sanierte Chemieräume erwarteten die Schülerinnen und Schüler der Adolf-Reichwein-Gesamtschule zum Start des neuen Schuljahres. Acht Monate lang hat eine Fachfirma die Räume von Grund auf erneuert – termingerecht, wie die Zentrale Gebäudewirtschaft (ZGW) der Stadt Lüdenscheid betont.
Ein paar Kleinigkeiten fehlen noch
Noch fehlen ein paar Rohrverkleidungen, und die neue Verdunkelungsanlage wartet auf ihr Steuerelement: „Restarbeiten, die schnell und in Kürze erledigt sein werden“, sagt Peter Meltzer von der ZGW. Auch die neuen Tische und Stühle rückten die Handwerker erst am letzten Ferientag endgültig in Position. Ansonsten waren die vier Chemieräume jedoch pünktlich zum Start ins neue Schuljahr bereit für den Unterricht.
Acht Monate Rohbau statt Experimente
Im Dezember 2025 hätte kaum jemand mit diesem Ergebnis gerechnet: In den Weihnachtsferien begann eine Fachfirma damit, alle vier Räume komplett zu entkernen. Rohbau statt Chemieunterricht, Sanierung statt Experimente — und eine mehrmonatige Zwangspause für das naturwissenschaftliche Fach. Meltzer nennt die Entscheidung dazu „nicht leicht, aber notwendig“ und erklärt: „Nur so war es uns möglich, hier innerhalb von acht Monaten alles grundlegend zu erneuern.“
Anspruchsvolle Technik bis unters Dach
Nach der Entkernung folgten Kernbohrungen und neue Türdurchbrüche, anschließend tauschten die Handwerker Sanitär-, Elektro- und Beleuchtungstechnik komplett aus. Insbesondere die Be- und Entlüftung sei laut ZGW-Mitarbeiter Andreas Beckmann eine „besondere Herausforderung“ gewesen, denn die Installationen „führen horizontal und vertikal durch das Gebäude bis zur Lüftungsanlage auf dem Dach“. Immer wieder hätten sich die Arbeiten dadurch auch auf das unterhalb der Chemieräume liegende Kellergeschoss verlagert.
Sicherheitstechnik und flexible Anschlüsse
Nach Trockenbau- und Malerarbeiten — darunter Deckenarbeiten auf rund 350 Quadratmetern und ein komplett neuer Bodenbelag — rückte zuletzt die Einrichtung in den Fokus. Die Fachfirmen stellten neue Schrankelemente sowie Arbeitstische für Lehrkräfte und Schüler auf und ergänzten das Mobiliar um moderne Absauganlagen mit Sicherheitsglas für Experimente mit brennbaren und gefährlichen Stoffen. Hinzu kommen sogenannte „Flügel“: elektrisch höhenverstellbare Deckenkonstruktionen mit ausklappbaren Anschlüssen für Gas, Wasser und Strom — eine mobile Einheit für kleinere Experimente direkt am Arbeitsplatz.
Kosten bleiben im Rahmen
„Die Räume sehen hervorragend aus, erfüllen aktuelle Brandschutzvorgaben und sind plangemäß pünktlich zum ersten Schultag fertig geworden für den Unterricht“, freuen sich Meltzer und Beckmann. Beide loben zudem die „sehr gute, zuverlässige und kooperative Zusammenarbeit mit allen beteiligten Fachfirmen“, von denen die meisten aus der Region stammen. Nicht nur die rechtzeitige Fertigstellung, auch finanziell sei die Sanierung eine „Punktlandung“ gewesen: „Die vorgesehenen Kosten für die Erneuerung der Chemieräume blieben in dem gesetzten Rahmen von rund 1,25 Millionen Euro — sogar inklusive der Verdunkelungsanlage, die kurzerhand auf vielfach geäußerten Wunsch des Lehrpersonals installiert wurde“, erklärt die Stadtverwaltung.
Am letzten Ferientag nahmen die Lehrkräfte die neuen Räume in Augenschein und lassen sich in die Bedienung der Anlagen einweisen — um für das Comeback des Chemieunterrichts an der Gesamtschule gewappnet zu sein.









