„Der neue Fachbereich macht deutlich, dass wir als Stadt den Themen Umwelt und Klima einen hohen Stellenwert beimessen“, sagt der „Umwelt und Klima“-Beauftragte Marcus Müller. Mit Blick auf die kommenden Jahre stehe besonders das Thema Klimafolgenanpassung im Vordergrund. „Wir müssen uns darauf fokussieren, wie wir mit den Folgen des Klimawandels – wie mit Hitze, Stürmen, oder so schlimmen Ereignissen wie dem Hochwasser im Juli vergangenen Jahres – bestmöglich umgehen und diese abmildern können,“ so Müller weiter. Aktuell werde gemeinsam mit dem Märkischen Kreis ein Klimaanpassungskonzept zum Thema „Wasser“ erarbeitet.
Auch eine Stadtklimaanalyse zum Thema Hitze und Durchlüftung sowie ein Freiraumentwicklungskonzept, das vor allem Analysen zu Ausbau und Entwicklungsmöglichkeiten von Grünflächen umfassen soll, sind für die kommenden Monate geplant beziehungsweise befinden sich bereits in der Umsetzung.
Für die Stadtteile Kluse und Tinsberg soll außerdem ein energetisches Quartierskonzept erstellt werden – gemeinsam mit den Stadtwerken, der Verbraucherzentrale, weiteren Akteuren in der Stadt und den Anwohnern. Es sei wichtig, aus den gegebenen Voraussetzungen das Beste zu machen und gemeinsam mit den Menschen zu erarbeiten, was für sie und ihre Nachbarschaft zielführend ist, ist sich Müller sicher.
„In Bezug auf den Klimaschutz verfolge ich keine unrealistischen Ideale, sondern sehe mich eher als Pragmatiker“, beschreibt Müller seine persönliche Einstellung. „Mir ist klar, dass sich nicht jeder ein Elektroauto oder den Einkauf im Biomarkt leisten kann.“ In Klimafragen sei es deshalb wichtig, neben den ökologischen immer auch die ökonomischen und sozialen Aspekte im Auge zu behalten.
Mit seiner Frau und seinen zwei Töchtern lebt Marcus Müller in Wetter an der Ruhr. Für den Naturschutz hat sich der heute 51-Jährige schon engagiert, bevor er beruflich mit dem Thema zu tun hatte – so etwa als ehrenamtlicher Kreisvorsitzender des Naturschutzbundes (NABU) Ennepe-Ruhr-Kreis. Nach seinem Studium der Geografie war Müller zunächst im Medienbereich in der Jugend- und Erwachsenenbildung tätig. „Klimaschutzmanager gab es damals überhaupt noch nicht“, erinnert er sich.
Bevor es ihn 2019 beruflich nach Lüdenscheid verschlug, arbeitete Müller zwischen 2012 und 2018 bei der „EnergieAgentur.NRW“. Dort war er als Klimanetzwerker dafür zuständig, Kommunen und Unternehmen zu den Themen erneuerbare Energien und Energieeffizienz zu beraten und sie über Förderprogramme zu informieren.
„Es hat mich immer ein bisschen gewurmt, als Berater hauptsächlich auf der Metaebene tätig, aber nicht Teil der Projektumsetzung zu sein“, sagt Müller. „Das hat die Stelle bei der Stadt für mich so attraktiv gemacht.“ Denn zur Realisierung von Projekten hatte er in seinen gut drei Jahren als Klimaschutzbeauftragter bei der Stadt Lüdenscheid viele Gelegenheiten: Gemeinsam mit seinen Kollegen brachte er die Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Lüdenscheid – mit den Schwerpunktthemen „Lebenslanges Lernen & Kultur“, „Nachhaltiger Konsum & Gesundes Leben“, „Globale Verantwortung & Eine Welt“, „Klimaschutz & Energie“ und „Nachhaltige Mobilität“ – sowie das Aktionsprogramm Klimaschutz auf den Weg.
Aber auch ganz konkrete Projekte wie zuletzt die Aufwertung der Waldbühne im Stadtpark hat Müller mit betreut: „Es ist schön, wenn man das Ergebnis seiner Arbeit sehen kann.“ Auch auf die bevorstehende Umgestaltung des Stadtgartens freue er sich. Sie sei ihm eine Herzensangelegenheit, so Müller weiter.
Auf dem neuen Posten sind für Müller, der in doppelter Funktion auch weiterhin Leiter des Fachdienstes „Klima- und Umweltschutz, Grünflächenplanung“ bleibt, noch einige Aufgabenbereiche hinzugekommen. „Als Fachbereichsleiter übernehme ich deutlich mehr organisatorische Aufgaben, bin außerdem in mehr Ausschüssen dabei und trage noch mal eine andere Verantwortung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“
Neben dem Fachdienst „Klima- und Umweltschutz, Grünflächenplanung“ gehört auch der Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetrieb Lüdenscheid (STL) sowie der Stadtentwässerungsbetrieb Lüdenscheid Herscheid (SELH) dem neuen Fachbereich an. „Diese Zuordnung ist durchaus sinnvoll. Wir haben schon in der Vergangenheit an verschiedenen Projekten zusammengearbeitet“, erläutert Müller. „In den vergangenen Monaten im neuen Fachbereich hat sich der Austausch noch einmal intensiviert.“