Zum Zustand der beiden Rotbuchen auf dem Gelände der ehemaligen Ponywiese erreichte uns folgender Leserbrief:
Vor knapp drei Jahren sind Politik und Verwaltung gemeinsam mit einer Investorin in eins der zukunftsträchtigen Großprojekte Halvers gegangen. Die frühere Ponywiese zu bebauen, damit die Attraktivität Halvers zu steigern und dabei den dortigen Baumbestand zumindest teilweise zu erhalten. So schreibt der Allgemeine Anzeiger am 11.07.2023 „Das „Entrée der Stadt“ wird mit Leben gefüllt. …. Das Filetstück der Stadt geht damit in neue Hände.“ Bei der Vergabe ist die Zielsetzung klar, es herrscht große Zuversicht, hier die für Halver best geeignete Lösung für die Nutzung des Grundstücks gefunden zu haben. Mit dem hehren Ziel des Erhalts wurden die, für viele Halveraner:innen das Stadtbild der Stadt im Grünen prägenden, Bäume an der Ponywiese bedacht. So zitiert Lokal Direkt Andrea Craen am 23.04.25: „Die beiden Rotbuchen, die auf dem Grundstück an der Straßenseite stehen, sollen erhalten bleiben.“... „Sie müssen aber zurückgeschnitten werden.“
Was ist daraus entstanden?
Eine der letzten Grünflächen in der Peripherie des Stadtkerns ist entfallen und nun hochverdichtet bebaut. Zurückgeblieben sind zwei stark verstümmelte Rotbuchen, durch massive Schädigungen regelrechte Pflegefälle, die über ihre (nun beträchtlich eingeschränkte) Restlebensdauer mit immensem Aufwand gepflegt werden müssen. Da sie hiermit vielen anderen Halveraner Bäumen in nichts nachstehen, stellen sie auf dem Filetstück am Entree der Stadt, authentisch den tatsächlichen Zustand Halvers, als Stadt der sterbenden Bäume, plakativ zur Schau. Zumindest das ist gelungen!
Woran hat es gelegen?
Wir alle müssen uns fragen, warum wir diese Situation in der vorliegenden Art und Weise akzeptieren und billigend in Kauf nehmen. Ohne den Kaufvertrag zur Ponywiese im Detail zu kennen erscheint klar, welch hoher Stellenwert den dortigen Bäumen eingeräumt wurde. Nicht umsonst wurde der gewünschte Erhalt vertraglich festgeschrieben. Am 23.08.25 schreibt der Allgemeine Anzeiger zum schlechten Zustand der Bäume: „WHS- Geschäftsführerin Andrea Craen verweist auf die anhaltende Trockenheit. Im Kaufvertrag für das Grundstück sei festgehalten worden, dass die vorhandenen Bäume „nach Möglichkeit erhalten“ werden sollen.“, wohingegen Bürgermeister Armin Kibbert noch in der Fragestunde der Ratssitzung vom 13.07.2026 (siehe öffentliches Protokoll) darstellt, dass die Bäume seitens der Bauherrin so zu erhalten seien wie sie stehen. Der Bauherrin scheint ihr Ziel zum Erhalt der Bäume schon zu Baubeginn entglitten, dennoch wird sie ihren Architekten nicht dazu aufgefordert haben, bestehendes Recht (hier die Bauordnung NRW) zu missachten und sich konsequent durch alle Planungsphasen über die Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik (hier der Baumschutz auf Baustellen nach DIN 18920) hinwegzusetzen.
Fazit:
Der jämmerliche Zustand der Rotbuchen zeigt klar, was die Fehldeutung des Wortes „erhalten“ in Einklang mit fehlendem Baumschutz für Folgen hat. Wir alle müssen uns fragen, wohin sich Halver entwickeln soll. Dies bedarf, neben der Entwicklung von Zukunftsvisionen, den Mut sich hierbei auch an den Belangen der Stadt und den Bewohner:innen zu orientieren, sich mit diesen auseinanderzusetzen und Missstände nicht einfach billigend in Kauf zu nehmen. Hierzu ist das Engagement aller erforderlich, damit die Belange klar formuliert, aufgenommen und konsequent verfolgt werden können. Das Grün der Stadt im Grünen verblasst immer mehr, wird aber zukünftig für uns alle immer (über-) lebensnotwendiger.
Jan Kirk
Halver
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