Während Photovoltaik-Anlagen (PV) auf Dächern und Balkonen in den vergangenen Jahren einen regelrechten Boom erlebt haben, gehen nun die Beratungszahlen der Bürgersolarberatung in Halver zurück. LokalDirekt hat mit Solarberater Claus Peter Wirth sowie Bürgermeister Armin Kibbert, der sich selbst beraten ließ, über die Zukunft der Solarenergie in Halver gesprochen.

Rückgang bei Beratungen und Unsicherheiten im Marktumfeld

„In diesem Jahr sind die Beratungen deutlich weniger als im letzten oder vorletzten Jahr“, erklärt Claus Peter Wirth, Solarberater. „Wir vermuten, dass die politische Stimmung im Land und die Verunsicherung, ob die Bundesregierung noch weiter hinter der Energiewende in Bürgerhand steht, ein entscheidender Faktor sind.“

Gleichzeitig verweist Wirth auf weiterhin stabile wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die aus seiner Sicht für eine Investition sprechen: „Die EEG-Förderung für PV-Anlagen auf Eigenheimen ist noch bis Ende dieses Jahres gesichert, was PV-Interessierte veranlassen sollte, in diesem Jahr tätig zu werden“, erläutert er. Über einen Zeitraum von 20 Jahren ergäben sich daraus verlässliche Einnahmen.

Drei Männer sitzen an einem Tisch und betrachten ein offenes Laptop. Von links sind Claus Peter Wirth, Armin Kibbert und Peter Hasz zu sehen.
Von links: Claus Peter Wirth (Solarberater), Armin Kibbert (Bürgermeister), Peter Hasz (Solarberater).
Foto: Amaris Seegmüller

Kommunale Einordnung der Energiewende

Auch aus Sicht der Stadt Halver spielt Solarenergie eine wichtige Rolle. Bürgermeister Armin Kibbert nahm dabei selbst an einer Beratung teil und ordnet das Thema in die kommunalen Klimaziele ein: „Die Energiewende verbunden mit dem Ausstieg aus fossilen Energieträgern stellt hier vor große Herausforderungen, denen wir mit Klimaschutzkonzept und der anstehenden kommunalen Wärmeplanung gerecht werden wollen“, erläutert Kibbert.

Grundsätzlich sieht er in der Solarenergie eine nahezu unbegrenzte Ressource: „Sonnenenergie ist eine Energiequelle, die uns in nahezu unendlicher Form zur Verfügung steht. Sie nicht zu nutzen, würde bedeuten, auf Kosten unserer Enkel zu leben. Das private Hausdach gehört da definitiv dazu.“

Laut Kibbert gewinne das Thema auch wirtschaftlich an Bedeutung. Gestiegene Energiepreise und geopolitische Entwicklungen erhöhten die Attraktivität von Photovoltaik und Wärmepumpen zusätzlich. „Daher kann ich nur jedem empfehlen, der aktuell darüber nachdenkt, bei der Bürgersolarberatung einen Beratungstermin wahrzunehmen. Es lohnt sich definitiv“, betont Kibbert.

Individuelle Analyse statt Standardlösungen

Im Mittelpunkt der Beratung steht die individuelle Bewertung des jeweiligen Haushalts. Neben dem aktuellen Stromverbrauch werden auch die Anschaffung eines Elektroautos oder einer Wärmepumpe berücksichtigt. Auf dieser Grundlage wird die passende Anlagengröße unter Einbezug von Dachfläche, Ausrichtung und Speicherlösungen ermittelt.

„Sie reichen vom Balkonkraftwerk mit Speicher für 1500 Euro bis zur großen PV-Anlage mit 25 kWp und 20 kWh-Speicher für mehr als 30.000 Euro“, betont Wirth. Je nach Ausgangslage seien Autarkiewerte von bis zu 90 Prozent möglich. Der wirtschaftliche Ausgleichspunkt liege im Durchschnitt bei rund zehn Jahren.

Kontakt und Informationen

Die Bürgersolarberatung ist über die Webseite bürgersolar.info sowie per E-Mail unter [email protected] erreichbar. Beratungstermine werden regelmäßig über die lokalen Medien sowie die Projektseite angekündigt. Die Terminplanung für das zweite Halbjahr steht derzeit noch aus.