Das Familienbad Nattenberg eröffnete am Montag, 1. Juni, die Freibadsaison in Lüdenscheid. Neben bereits abgeschlossenen Maßnahmen stehen nun vor allem zukünftige Modernisierungsarbeiten im Saunadorf im Fokus der Verantwortlichen.

Er sei zufrieden, dass die Baumaßnahmen am Spielplatz- und Eventbereich zum Saisonstart abgeschlossen waren, sagte Ricardo Rietschel, Abteilungsleiter Bäderbetrieb Lüdenscheid, beim Pressetermin zur Saisoneröffnung am 1. Juni. Nun bereitet sich das Team auf einen langen Sommer vor: "Also im Notfall auch bis Ende September.“

Dass die Saison bei gutem Wetter auch verlängert werden kann, hat die Vergangenheit bereits gezeigt. Teamleiter Andreas Santen erinnerte an eine spontane Verlängerung vor zwei Jahren: „Eigentlich hatten wir alle schon die Schlüssel in der Hand und wollten die Tür abschließen. Und dann kam die Sonne raus und wir haben gesagt: Nee, das können wir nicht machen.“

Neuer Spielplatz und Gastrobereich

Zu den augenfälligsten Neuerungen gehört ein Spielplatz für Kinder, der auf einer ehemaligen Rasenfläche entstanden ist. Mit Federwippe, Klettergerät und großem Rutschturm soll er vor allem Kinder im Alter bis zehn Jahren ansprechen. Zudem wurden die alten Freibad-Umkleiden abgerissen und durch eine neue Gastro- und Eventfläche ersetzt. Die Fläche soll künftig nicht nur gastronomisch genutzt werden, sondern auch Raum für Veranstaltungen und kleinere Events bieten.

Für die gesamte Saison wird Uwe Zander mit seinem Foodtruck als zusätzlicher Gastronomiepartner den Familienbadbesuchern unter anderem Bratwurst, Pommes, Nuggets und Getränke anbieten. Vor allem an stark besuchten Wochenenden sollen weitere Foodtrucks das Angebot ergänzen, die neue Fläche sei bewusst so gestaltet worden, dass dort zwei Anbieter gleichzeitig Platz finden.

Mit den Investitionen verfolgt das Bad eine klare Strategie. Künftig soll das Profil als Familienbad weiter geschärft werden. „Wir haben viel Wasserfläche für Kleinkinder. Auch den Spielplatz haben wir natürlich nicht für 13- oder 14-Jährige gebaut“, sagte Rietschel. Vielmehr wolle man gezielt Familien mit kleinen Kindern ansprechen und das Angebot entsprechend ausrichten.

Vieles in Eigenleistung umgesetzt

Einen Großteil der aktuellen Projekte haben die Mitarbeiter selbst umgesetzt. Auf externe Planungsbüros wurde weitgehend verzichtet. „Es gab keinen Bauplaner, keinen Architekten. Das haben wir alles in Eigenleistung gemacht“, sagte Rietschel. Dadurch hätten sich nicht nur erhebliche Kosten einsparen lassen, es habe auch die Gemeinschaft im Team gestärkt. Der BBL-Abteilungsleiter erinnerte sich, dass die Mitarbeiter bei der Planung mit einem Katalog an der Grasfläche standen und "wie Kinder" zunächst keine Entscheidung hätten treffen können. Die Auswahl sei zu groß gewesen.

Stadtwerke-Geschäftsführer und Enervie-Vorstandsmitglied Volker Neumann hob das Engagement der Belegschaft ausdrücklich hervor: „Großes Lob an die Mannschaft. Es ist ein supergutes Ergebnis herausgekommen.“

Einschränkungen durch Sanierungsmaßnahmen

Neben den Neuerungen stehen auch umfangreiche technische Maßnahmen an. So wird das Vario-Becken ab Montag, 15. Juni, für eine routinemäßige Prüfung der Dachkonstruktion und der Leimbinder geschlossen. Das Becken wird vor allem von Schulen und Vereinen genutzt. Wie lange die Sperrung dauern wird, ist derzeit offen. „Wann es wieder geöffnet werden kann, können wir nicht sagen“, erklärte Rietschel. Die Verantwortlichen wollen versuchen, Ausweichflächen für den Schul- und Vereinssport bereitzustellen.

Auch das Solebecken bereitet derzeit Sorgen. Dort wurde ein technischer Defekt festgestellt, durch den Wasser verloren geht. Die Ursache ist bislang unbekannt. „Wir können den Fehler ad hoc nicht finden“, sagte Rietschel. Möglicherweise seien umfangreiche Erdarbeiten notwendig, um die Leckage aufzuspüren. Die Kosten könnten erheblich ausfallen.

Mehrere Hunderttausend Euro für das Saunadorf

Parallel laufen umfangreiche Modernisierungen im Saunabereich. Der Vitalbereich wurde geschlossen, um notwendige Revisionsarbeiten und Sanierungen durchführen zu können. Als Ausgleich wird im Saunadorf ein vergünstigtes Tagesticket für 20 Euro, anstelle der üblichen 33 Euro, angeboten.

Vom Sonntag, 9. August, bis Mittwoch, 2. September, wird das Saunadorf zudem komplett geschlossen. In dieser Zeit sollen unter anderem die Heizungs- und Filtertechnik erneuert sowie zwei Saunen vollständig modernisiert werden. Auch die Dampfbäder, Umkleiden und der Nassbereich werden überarbeitet und teilweise neu gebaut. Nach Angaben der Verantwortlichen werden mehrere Hunderttausend Euro investiert. „Nach 25 Jahren müssen wir auch mal etwas für unsere Besucher tun“, hieß es bei der Vorstellung der Maßnahmen. Volker Neumann betonte, dass die Investitionen langfristig der Attraktivität des Standorts dienen sollen. Nach der Wiedereröffnung der Rahmedetalbrücke kämen inzwischen auch wieder mehr Gäste aus Hagen und Dortmund ins Saunadorf.

Preisstabilität und Sicherheit

Trotz der Investitionen bleiben die Eintrittspreise unverändert. Die Öffnungszeiten werden erweitert. Ab der kommenden Woche wird das Bad montags vollständig geöffnet sein. Auch in diesem Jahr setzt das Bad auf einen Sicherheitsdienst. Die Verantwortlichen verweisen auf die positiven Erfahrungen der vergangenen Jahre.

„Das hat sich für das Sicherheitsgefühl der Gäste bewährt“, sagte Rietschel. Deshalb werde das Konzept unverändert fortgeführt.

Für die Zukunft ist zudem die Einführung eines neuen Kassensystems geplant. Dieses soll Online-Tickets und sogenannte Fastlane-Zugänge ermöglichen. In dieser Saison sei die Umsetzung jedoch zeitlich nicht mehr realisierbar gewesen.