Mit Blick auf die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) faire Arbeitsbedingungen für die rund 4250 Beschäftigten in der Gastronomie des Märkischen Kreises. Besonders während der Spiele müssten Dienstpläne rechtzeitig abgestimmt und zusätzliche Belastungen vermieden werden.
„Es darf sich nicht alles allein um den Fußball drehen. Übermäßige Überstunden sind keine Lösung“, sagt Isabell Mura von der NGG Südwestfalen. Bei der Einsatzplanung müssten die persönlichen Lebenssituationen der Beschäftigten berücksichtigt werden – etwa von Eltern oder pflegenden Angehörigen.
Nach Ansicht der Gewerkschaft sollten Gastronomiebetriebe zu Stoßzeiten zusätzliches Personal einplanen. Die WM dürfe nicht zu einer Phase werden, in der Beschäftigte dauerhaft Mehrarbeit leisten müssten. Überstunden seien zudem zu vergüten. „Für die Beschäftigten bleiben die Spiele Arbeitszeit und keine Freizeit“, betont Mura.
Neben den Arbeitszeiten rückt die NGG die bevorstehende Tarifrunde für das Gastgewerbe in Nordrhein-Westfalen in den Fokus. Die Gewerkschaft fordert eine Lohnerhöhung von sechs Prozent für die Beschäftigten. Die Gewerkschaft begründet dies unter anderem mit der seit Januar geltenden Senkung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie von 19 auf 7 Prozent.
„Von der Steuerentlastung haben die Gäste in vielen Fällen wenig gespürt. Auch bei den Beschäftigten ist bislang kaum etwas angekommen“, sagt Mura. Eine Lohnerhöhung um sechs Prozent würde nach Angaben der NGG für ausgebildete Köche oder Kellner in Vollzeit mindestens 164 Euro mehr pro Monat bedeuten.
Die Tarifverhandlungen zwischen der NGG und dem Hotel- und Gaststättenverband Nordrhein-Westfalen (DEHOGA) beginnen am 17. Juni. Die Gewerkschaft appelliert an die Arbeitgeber, in den Gesprächen konstruktiv zu verhandeln. Gute Arbeitsbedingungen und eine angemessene Bezahlung seien entscheidend, um ausreichend Fachkräfte für die Branche zu gewinnen und zu halten.









