Bei einem Benefizkonzert, das die Band „Soulmate by Julia“ am 21. Februar vor geladenen Gästen in der katholischen St. Jakobus-Kirche gab, kamen 1400 Euro zusammen. Ein Teil der Spendensumme kommt direkt in Breckerfeld an.
Anlass des besonderen Abends waren der 50. Geburtstag von Bandmitglied Markus Preuß und zugleich sein 30-jähriges Bühnenjubiläum. Unter dem Motto „50 Jahre Markus — 30 Jahre Bühne“ hatten er und seine Frau Julia Preuß als Sängerin von „Soulmate“ rund 100 Gäste in die katholische St. Jakobus-Kirche eingeladen — und den sakralen Raum in eine stimmungsvolle Konzertlocation verwandelt.
Zwischen Empore und Bühnenlicht
Einige Stuhlreihen waren geräumt, Stehtische aufgebaut, Fotos und Dekorationen erzählten wie eine kleine Zeitreise aus verschiedenen Lebensphasen der Gastgeber. „Unter unseren Gästen waren Freunde, Familie und Wegbegleiter aus Köln, Altena, Balve, Dormagen, Breckerfeld und sogar aus Baden-Württemberg“, erzählt Julia Preuß.
Musikalisch begann der Abend ruhig und intensiv: Zunächst stand der Gitarrist allein auf der Bühne, später erklang Julia Peuß´Gesang von der Empore — nur begleitet von einer Gitarre. Mit dem dritten Lied kam dann die komplette Band zusammen. Gesang, Gitarre, Bass und Cajón sorgten für wachsende Dynamik, zwischendurch gab es persönliche Worte und eine emotionale Rede. Auch die neunjährige Tochter des Ehepaars setzte sich ans Klavier, später folgte ein gemeinsamer Auftritt mit Pianist Martin Kaptein. Das große Finale des Benefizkonzerts mit „Angels“ von Robbie Williams sorgte mit vielen leuchtenden Taschenlampen dann nochmals für eine besondere Stimmung im Kirchensaal.
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Der gute Zweck im Mittelpunkt
Im Mittelpunkt des Abends stand jedoch von Anfang an der gute Zweck. „Es war uns wichtig, dass wir nicht einfach nur die beiden Jubiläen feiern, sondern ihnen auch einen Sinn geben — statt selbst Geschenke zu bekommen, einfach etwas Gutes tun, andere Menschen unterstützen“, erklärt Julia Preuß. Und ebenfalls wichtig sei es ihnen gewesen, dass neben der Kinderkrebshilfe auch ein lokaler Verein von den Spenden profitieren soll: „Immerhin leben drei unserer vier Bandmitglieder hier in Breckerfeld“, lacht Preuß.
Relativ schnell seien sie sich einig gewesen, die Hälfte der Spendensumme dem Verein „Pferde stärken dich“ zukommen zu lassen, der pferdegestützte Therapien für Kinder und Familien auf dem Hof Wengeberg finanziell unterstützt.
Und so waren auch die Inhaber des Hofes, das Ehepaar Anna und Raphael Trier, zum Konzert eingeladen, um den Gästen kurz ihre Arbeit zu erläutern: „Der Umgang mit Pferden kann emotionale, soziale und kognitive Prozesse positiv beeinflussen und insbesondere die psychomotorischen Fähigkeiten stärken. Denn Pferde fragen nichts, worauf man nicht antworten möchte, sie sind einfach da und vermitteln Ruhe, Wärme und Zuverlässigkeit."
Besonders bei Kindern und Jugendlichen könne die nonverbale Kommunikation mit dem Tier stabilisierend wirken. Infrage komme eine pferdegestützte Therapie beispielsweise bei Entwicklungsverzögerungen, motorischen Einschränkungen, ADHS oder Autismus, Traumafolgestörungen oder nach schweren Trauerprozessen. „Aber leider ist es immer noch so, dass Jugendämter und Krankenkassen die Kosten für diese Therapieform meistens nicht übernehmen“, erzählte Sozialpädagogin und Reittherapeutin Anna Trier.
Überwältigt von der Spendenbereitschaft
„Wir konnten vorher nicht abschätzen, wie viel Geld wir mit unserem ‚privaten‘ Benefizkonzert sammeln würden — dass es so viel geworden ist, hat uns wirklich überwältigt“, betont Julia Preuß im Gespräch mit LokalDirekt dankbar. Denn nach dem rund eineinhalbstündigen Konzert konnten Markus und Julia Preuß gemeinsam mit ihrer Band auf eine stolze Summe von 1400 Euro blicken.
Die eine Hälfte ging per Überweisung an die Kinderkrebshilfe. Die andere Hälfte brachte Julia Preuß am Montag, 2. März, persönlich zum Hof Wengeberg. Weder Meike Balster, 1. Vorsitzende des Vereins „Pferde stärken dich“, noch Anna Trier hatte sie zuvor über die genaue Spendensumme informiert — umso größer war bei beiden die Freude, als die „Soulmate“-Sängerin den selbst gestalteten symbolischen Spendenscheck aus der Tasche zog.
Spende wird gezielt eingesetzt
Noch vor Ort besprachen sie gemeinsam, wofür die Spende eingesetzt werden soll: „Wir haben zwar einige Ideen, finden aber, du hast ein Mitspracherecht“, sagten Meike Balster und Anna Trier zu Julia Preuß. Schnell und unkompliziert entschieden die drei Frauen, dass ein Teil in den Gruppenfonds des Vereins fließen soll: „Aus diesem ‚Topf’ unterstützen wir finanziell Kinder und Familien, die eine pferdegestützte Therapie zum Beispiel als Trauerbegleitung machen möchten“, erklärt Balster.
Der andere Teil wird einem zehnjährigen Mädchen zugute kommen, das derzeit Therapiestunden auf dem Hof Wengeberg erhalte: „Sie wurde aufgrund einer Krebstherapie motorisch stark geschwächt und leidet, da sie vor ihrer schweren Erkrankung sehr sportlich war, auch mental unter der körperlichen Einschränkung — der Umgang mit unseren ausgebildeten Tieren tut ihr sichtlich gut“, erklärte Anna Trier. Und Julia Preuß freute sich: „Es st schön zu wissen, dass von unserem Benefizkonzert nicht nur die Musik in Erinnerung bleiben wird, sondern echte Hilfe, die hier vor Ort weiterwirkt.“









