Von Trockenmauern für Eidechsen bis zu Skulpturen aus Grünholz: Drei Wochen lang haben rund 230 Kinder in Iserlohn bei „Kids & Kunst” gezeigt, was passiert, wenn Kreativität auf Umweltbewusstsein trifft. Das kostenlose Ferienprogramm für Sechs- bis Zwölfjährige stand in diesem Jahr ganz im Zeichen von „Natur und Umwelt” — und traf damit offenbar einen Nerv.

Überregionale Nachrichten

Kunst gegen Klimaangst

An sechs Standorten in der Stadt konnten sich die Kinder künstlerisch austoben. Im Kinder- und Jugendbüro an der Brüderstraße entstand eine Trockenmauer als Unterschlupf für Insekten, Eidechsen und Vögel, ergänzt um heimische Blumen und Kräuter. Im „KAI” an der Rahmenstraße bauten die Teilnehmenden aus gespendetem Material „Müllmonster mit Botschaft“: Dabei ging es neben „Wächtern der Stadt“ und „Wächtern der Meere“ auch um die „Wächter des Waldes“ mit Ausflügen an den Rupenteich oder in den Iserlohner Stadtwald.

Kinder und Erwachsene posieren mit ihren bunten, aus Recyclingmaterialien gebastelten Müllmonstern.
Im KAI bastelten die Kinder aus gespendeten Materialien verschiedene Müllmonster.
Foto: Stadt Iserlohn

In der Halle der Gemeinschaft Buchenwäldchen (GEBU-Halle) unternahmen die Kinder eine „KlimaKunstweltreise“ und bauten Skulpturen wie Korallenriffe oder Gletscher, die besonders vom Klimawandel betroffen sind. Im Museum für Handwerk und Postgeschichte entstanden dagegen Gemälde aus Steinen, Blättern, Stöcken und Erde, während in der VHS eine Tanz- und Theaterwoche, eine Hörspielwerkstatt und eine Comic-Werkstatt auf dem Programm standen. In der Geierhöhle der IBSV-Jugend wiederum fertigten Acht- bis Zwölfjährige mit traditionellem Werkzeug Alltagsgegenstände wie zum Beispiel Sitzmöbel aus frischem, unbehandeltem Holz.

Dass hinter dem bunten Programm mehr steckt als reiner Bastelspaß, macht Petra Lamberts, Leiterin des Kinder- und Jugendbüros, deutlich: „Tatsächlich ist der Klimawandel schon in der Grundschule ein Thema — wir erleben Kinder mit Zukunftsängsten. Diese Ängste wollen wir nehmen und ihnen den Mut mitgeben, ihre Welt aktiv mitzugestalten.”

Wasserschlachten als Nebeneffekt

Die sommerlichen Temperaturen während der ersten Ferienhälfte sorgten dann nochmal für eine ganz eigene Dynamik: „Mehrfach verabredeten sich Kinder und Betreuende spontan zu Wasserschlachten auf dem Fritz-Kühn-Platz“, heißt es aus der Stadtverwaltung — eine willkommene Abkühlung neben dem offiziellen Programm.

Kostenlos dank Fördermittel

Finanziert wird „Kids & Kunst” über Fördermittel des „talentCAMPus” und ist für alle Teilnehmenden kostenlos. Gemeinsam mit zahlreichen parallelen Kursen unter dem Motto „Kleckse und Klima” und einer ganztägiger Betreuung sorgte das Angebot für einen kreativen Auftakt in die Sommerferien.

Für Lamberts steckt dahinter ein pädagogisches Anliegen, das über den Sommer hinausreicht: „Wir versuchen, Fähigkeiten der Zukunft zu vermitteln: spontan umzudenken und auch mal quer zu denken. Nicht immer nur zu reproduzieren. Wenn wir früh das Bewusstsein schaffen, wie wichtig Natur für unsere Stadt ist, können sich diese Kinder später in den Kinder- und Jugendrat wählen lassen und sich in den Ausschüssen politisch dafür einsetzen.”

Gesucht: Helfende Hände fürs Holzhandwerk

Damit auch künftige Ferienaktionen stattfinden können, bei denen Kinder auch mit Holz arbeiten, sucht das Kinder- und Jugendbüro Verstärkung mit handwerklichem Geschick.

Wer beispielsweise das Schreinerhandwerk liebt oder ein Händchen für Holzarbeiten hat und darüber hinaus Lust und Zeit hat, sich ehrenamtlich oder auf Honorarbasis einzubringen, kann sich beim Team des Kinder- und Jugendbüros vor Ort an der Brüderstraße melden — montags, dienstags und freitags zwischen 9 und 13 Uhr sowie mittwochs und donnerstags von 13 bis 16 Uhr — oder telefonisch unter der Rufnummer 02371/217-2241 beziehungsweise per E-Mail an [email protected].