Aufgrund von Eigenbedarf wurden die Räume der U3-Betreuung des Waldorfkindergartens an der Hohfuhrstraße gekündigt. Das Team des Kindergartens sieht trotzdem positiv in die Zukunft und hat bereits eine Wunschvorstellung, wo die Betreuung der jüngsten Gäste in Zukunft stattfinden soll.
Die Kündigung der U3-Gruppe "Elfenstübchen" wird zu Beginn des Kindergartenjahres 2027/2028 wirksam. Der Elterninitiative, die den Waldorfkindergarten betreibt, bleibt ein Jahr, um eine Lösung zu finden.
Evangelische Kirche bündelt eigene Angebote
Bisher war die U3-Betreuung in einem Gebäude neben dem eigentlichen Haupthaus des Kindergartens untergebracht. Es gehört dem evangelischen Kirchenkreis, der die Räume aufgrund einer Umstrukturierung selbst nutzen wird, erklärt Matthias Willnat. Der Pressesprecher des Kirchenkreises führt diese Umstrukturierung auf die sinkende Mitgliederzahlen und die Einnahmesituation der evangelischen Kirche zurück. Deshalb werde aktuell versucht, am "Haus der evangelischen Kirche" in der Hohfuhrstraße möglichst viele Einrichtungen zu Bündeln.
"Vor diesem Hintergrund waren wir leider gezwungen, dem Kindergarten die genutzten Räumlichkeiten wegen Eigenbedarfs zu kündigen", so Willnat weiter. "Die Zusammenarbeit mit dem Kindergarten, die seit 2009 besteht, war aus unserer Sicht stets vertrauensvoll, konstruktiv und von gegenseitigem Respekt geprägt. Dafür sind wir sehr dankbar. Wir bedauern, dass dieser Schritt erforderlich geworden ist, und hoffen sehr, dass für die betroffene Gruppe zeitnah eine passende neue Unterkunft gefunden werden kann. Mit dem langen Vorlauf wollten wir sicherstellen, dass ausreichend Zeit für die Suche nach geeigneten neuen Räumlichkeiten zur Verfügung steht", betont Willnat. Er bedauert, dass der Kirchenkreis keine anderen, passenden Flächen zur Verfügung stellen kann.
Im Gespräch mit LokalDirekt erklärt die stellvertretende Leiterin der Kita, Tanja Tankielun: "Wir müssen uns dann umschauen, die wir die U3 woanders unterbringen können." Genau wie der Vorstand der Elterninitiative und Willnat betont sie jedoch die langjährige, gute Zusammenarbeit mit der Kirche, die sich auch in dem langen Vorlauf der Kündigung widerspiegelt. "Dafür sind wir sehr dankbar", macht der Vorstand in einer begleitenden Pressemitteilung deutlich. Weiter heißt es in dieser: "Wir haben dadurch die Möglichkeit, in Ruhe nach geeigneten Räumlichkeiten zu suchen und gemeinsam mit den zuständigen Stellen eine tragfähige Lösung zu entwickeln."
Erweiterung innerhalb des bisherigen Gebäudes
Eine erste Idee für eine Lösung steht bereits: Im Haupthaus des Kindergartens, das im Eigentum der Stadt Lüdenscheid ist, ist eine Wohnung frei geworden. "Wir würden uns unglaublich freuen, wenn wir die Wohnung mieten könnten", betont Tankielun. Durch die Bündelung des gesamten Kindergartenangebotes in einem Gebäude entstehen zusätzliche Synergieeffekte und kurze Wege, so die stellvertretende Leiterin.
"Es ist unsere Hoffnung, dass wir von der Stadt das Go bekommen", führt sie weiter aus. Die Gespräche hierzu laufen bereits, der Waldorfverband und das Jugendamt waren vor Ort und haben mit der Kindergartenleitung und dem Vorstand der betreibenden Elterninitiative zusammengesessen. "Wir haben schon geschaut, dass wir uns gute Unterstützung holen", betont das Team des Kindergartens.
In der Pressemitteilung heißt es: "Eine erste Bestandsaufnahme macht Mut. Die Voraussetzungen erscheinen grundsätzlich vielversprechend. Noch steht allerdings eine detaillierte Prüfung aus. Bauliche, rechtliche und pädagogische Anforderungen müssen ebenso berücksichtigt werden wie Fragen des Brandschutzes, der Ausstattung und der Genehmigungsfähigkeit. Sollte die Prüfung positiv ausfallen, könnte aus der aktuellen Herausforderung eine durchaus attraktive Lösung entstehen", und die U3-Betreuung im eigentlichen Kindergartengebäude weitergeführt werden. Alternativ, so Tankielun, laufen jedoch auch Gespräche mit anderen möglichen Vermietern.
Ausreichende Versorgungsplätze im Stadtgebiet
Die Stadt Lüdenscheid ist der Idee gegenüber grundsätzlich positiv gestimmt: "Grundsätzlich ist das denkbar, man muss aber klären, ob das umzusetzen ist", sagt Marit Schulte-Zakotnik auf Anfrage von LokalDirekt. Die Pressesprecherin der Stadt Lüdenscheid erklärt, dass die Stadt und die Elterninitiative aktuell im Gespräch sind und ein direkter Austausch erfolgt. Zudem erklärt sie, dass die Versorgungsquote an Kindergartenplätzen sowohl im U3 als auch im Ü3-Bereich jeweils bei über 100 Prozent liege. Auch wenn die Stadt die Kita unterstützt, erwähnt Schulte-Zakotnik eine kleine Einschränkung: "Die Betriebserlaubnis muss das Landesjugendamt erteilen, die Betriebserlaubnis muss das Landesjugendamt erteilen, das liegt nicht in unserer Zuständigkeit."
Damit das Projekt passend zum 40. Jubiläums des Kindergartens im kommenden Jahr erfolgreich über die Bühne geht, muss neben dem bürokratischen Aufwand jedoch auch viel Arbeit in die neuen Räumlichkeiten gesteckt werden. Daher ruft die Elterninitative zu Spenden sowohl von Geld, als auch von handwerklicher Tatkraft oder planerischem Fachwissen auf. "Der Vorstand des Waldorfkindergartens sieht die aktuelle Situation deshalb nicht als drohenden Einschnitt, sondern als Aufgabe, die gemeinsam gelöst werden kann", fassen die Verantwortlichen in der Pressemitteilung zusammen.
Auch Tanja Tankielun betont abschließend: "Wir wollen, dass die Eltern wissen: Egal was passiert, die U3-Betreeung bleibt erhalten."








