Weniger Straftaten insgesamt, aber ein klarer Anstieg des sexuellen Missbrauchs von Kindern sowie diverser (Wohnungs-)Einbrüche oder Diebstähle: Die Fallzahlen der gesamten Straftaten sanken im vergangenen Jahr in Plettenberg um 10,01 Prozent.

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In der für 2024 von der Polizei veröffentlichten Statistik für die Stadt Plettenberg betrug die Fallzahl der gesamten Straftaten 1279. Die Statistik für 2025, die die Polizei am Montag, 2. März, veröffentlichte, zeigt eine Differenz von 128 Straftaten und eine prozentuale Abnahme von 10,01 Prozent hervor: Gemessen wurden im vergangenen Jahr "nur" noch 1151 Straftaten. Besonders auffällig sind hierbei der Anstieg des sexuellen Missbrauchs an Kindern, bei Diebstählen und Straftaten gegen das Leben. Gestiegen ist allerdings die Aufklärungsquote: von 60,20 Prozent auf 62,38 Prozent.

Drastischer Anstieg bei Diebstahldelikten

In Plettenberg wurden vergangenes Jahr insgesamt 21 Diebstähle mehr registriert als im Jahr zuvor. Das entspricht einem prozentualen Anstieg von 7,72 Prozent. Von den im Vorjahr 272 Vorfällen wurden 31,62 Prozent aufgeklärt, im vergangenen Jahr sank die Aufklärungsquote auf 28,67 Prozent.

Die Anzahl der Kfz-Diebstähle ist von acht auf sechs Fälle gesunken (25 Prozent weniger), die Aufklärungsquote jedoch auch — von 37,50 auf 16,67 Prozent. Ebenfalls gesunken ist die Zahl der Taschendiebstähle. Auch hier waren es zwei Vorfälle weniger (2024: 18 Vorfälle, 2025: 16 Vorfälle), das heißt eine Abnahme von 11,11 Prozent. Die Aufklärungsquote lag hier bei 6,25 Prozent.

Die Zahlen des Wohnungseinbruchdiebstahls und die des Diebstahls aus Autos oder Lkws weisen allerdings einen drastischen Anstieg auf. Während der Wohnungseinbruchdiebstahl um 18 Fälle auf eine Gesamtzahl von 28 gestiegen ist (2024: 10 Vorfälle, 2025: 28 Vorfälle) und somit einen prozentualen Anstieg von 180 Prozent zeigt, liegt der Diebstahl aus Autos oder Lkws nicht viel weit darunter. Hier sind die Zahlen um fünf auf insgesamt neun Vorfälle (2024: vier Vorfälle, 2025: neun Vorfälle) mit einem prozentualen Anstieg von 125 Prozent gestiegen.

Die Aufklärungsquote ist in beiden Fällen gesunken (Wohnungseinbruchdiebstahl: von 30 auf 14,29 Prozent, bei Diebstahl aus Autos oder Lkws von 25 auf 11,11 Prozent).

Sexueller Missbrauch an Kindern ist gestiegen

Die Sexualdelikte haben 2025 um 26,23 Prozent abgenommen, mit insgesamt 45 Fällen waren es 16 weniger als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote sank von 86,89 auf 84,44 Prozent.

Rückläufig war die Zahl der gemeldeten Vergewaltigungen und schweren sexuellen Nötigungen: 2024 lag diese bei sieben Fällen, im vergangenen Jahr wurde nur ein Fall registriert (-85,71 Prozent), der zudem aufgeklärt werden konnte.

Auch die Verbreitung pornografischer Schriften ist um 30,77 Prozent gesunken. Hier beträgt die Fallzahl 27 (Vorjahr: 39). Die Aufklärungsquote ist hier jedoch von 82,05 Prozent auf 81,48 gesunken.

Gestiegen — und das sogar um 125 Prozent — ist der sexuelle Missbrauch an Kindern. Hier wurden 2024 vier Fälle registriert, die alle aufgeklärt werden konnten. Im vergangenen Jahr steigerte sich diese Zahl jedoch auf neun Vorfälle mit einer nur noch 88,89-prozentigen Aufklärungsquote.

Mehr Körperverletzungen und Straftaten gegen das Leben

Die Fallzahlen der Körperverletzungen sind im vergangenen Jahr um 9,15 Prozent gestiegen, es gab 14 Vorfälle mehr als im Vorjahr. Von diesen fielen 44 in die Kategorie der schweren Körperverletzung (10 Prozent). Die Aufklärungsquote steig von 86,93 Prozent auf 92,81 Prozent.

Straftaten gegen das Leben konnten im vergangenen Jahr drei registriert werden (2024 lag diese Zahl bei Null). Jeder dieser Fälle konnte aufgeklärt werden.

Mehr Betrug — weniger Raub

Während die Betrugsfälle um 9,64 Prozent auf insgesamt 182 anstiegen (Aufklärungsquote: 60,99 Prozent), weist die Zahl der Raubdelikte einen Rückgang um 33,33 Prozent auf. Hier sind die Vorfälle von sechs auf vier "geschrumpft". Zwei von ihnen beschreiben sonstige Raubüberfälle auf Straßen, Wegen und Plätzen. Einen weniger als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote ist in beiden Fällen gestiegen: bei den Raubdelikten generell von 50 auf 75 Prozent, bei den sonstigen auf Straßen, Plätzen oder Wegen von 33,33 auf 50 Prozent.

Abnahme in jeglichen Kriminalitäts- oder Rauschgiftdelikten

Die Zahl der Rauschgiftdelikte ist in Plettenberg um 77,46 Prozent gesunken. Es wurden insgesamt 16 verzeichnet, 55 weniger als im Vorjahr, von denen alle aufgeklärt werden konnten.

Die Zahl des Widerstandes gegen und tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte und gleichstehende Personen nahm um 47,37 Prozent ab. Hier wurden insgesamt zehn Fälle registriert, neun weniger als im Vorjahr, von denen ebenfalls alle aufgeklärt werden konnten.

Auch die Sachbeschädigung hat um 31,58 Prozent abgenommen. Hier wurden insgesamt 104 Fälle aufgelistet, 48 weniger als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote liegt hier bei 29,81 Prozent, ein Anstieg zu den 21,71 Prozent im Vorjahr.

Die Straßenkriminalität ist von einer Fallzahl von 247 aus dem Vorjahr auf 209, also um 15,38 Prozent, gesunken. Die 38 Fälle weniger konnten zu 24,88 Prozent aufgeklärt werden.

Die Computer- und Gewaltkriminalität schließt die Statistik mit niedrigen Abnahmen ab. Insgesamt wurden 21 Vorfälle verzeichnet, zwei weniger als im Vorjahr. Hier ist die Aufklärungsquote allerdings von 52,17 auf 33,33 Prozent gesunken.

Die Gewaltkriminalität wurde in Plettenberg 52 Mal nachgewiesen, einmal weniger als im Vorjahr. Sie verzeichnet eine Abnahme von 1,89 Prozent und eine höhere Aufklärungsquote von 84,62 Prozent im Vergleich zum Vorjahr mit 77,36 Prozent.

Es ist eine ingesamte Abnahme an Straftaten in Plettenberg zu erkennen. Trotz des Rückganges sind jedoch Delikte wie Diebstahl und Kindesmissbrauch zahlenmäßig angestiegen.

"Zu beachten ist gerade in Rubriken wie Kindesmissbrauch oder Straftaten gegen das Leben die Dunkelziffer", heißt es in der Anmerkung zur polizeilichen Kriminalstatistik. Viele Fälle würden von der Polizei nicht erfasst werden können, da sie nicht entdeckt oder von den Opfern selber angezeigt würden.