Die Zahl der Drogentoten in Nordrhein-Westfalen ist erneut gestiegen: 441 Menschen starben 2024 infolge von Drogenmissbrauch – der zweithöchste Wert seit 2000.
Im Jahr 2024 sind in Nordrhein-Westfalen laut Angaben auf den Todesbescheinigungen insgesamt 441 Menschen infolge von Drogenmissbrauch gestorben. Das waren elf Prozent mehr als im Jahr zuvor. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt anlässlich des Internationalen Tages gegen Drogenmissbrauch und illegalen Drogenhandel am 26. Juni mitteilt, war das die zweithöchste Zahl dieser Todesfälle seit 2000. Der Höchstwert lag im Jahr 2008 bei 444 Fällen. Das durchschnittliche Sterbealter bei infolge von Drogenmissbrauch Gestorbenen war mit 50 Jahren um 30 Jahre geringer als das aller Gestorbenen.
16 Prozent mehr Todesfällen aufgrund von psychischen und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen
Mit 71 Prozent lag bei den meisten Todesfällen infolge von Drogenmissbrauch eine psychische und Verhaltensstörung durch psychotrope Substanzen – ohne Alkohol und Tabak – zugrunde. Darunter fallen Personen, die an den Folgen ihrer Drogensucht und daraus entstehenden Erkrankungen sterben. Im Jahr 2024 waren das in NRW 314 Personen (255 Männer und 59 Frauen). Gegenüber dem Vorjahr war die Zahl dieser Todesfälle um 16 Prozent gestiegen. Mehr als zwei Drittel (71 Prozent) der Betroffenen verstarb infolge multiplen Substanzgebrauchs, weitere 17 Prozent durch den Konsum von Opioiden.
Der Anteil der Todesfälle aufgrund psychischer und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen an allen Sterbefällen stieg ebenfalls von 0,12 Prozent im Jahr 2023 auf 0,14 Prozent in 2024. Todesfälle durch psychische und Verhaltensstörungen aufgrund von Alkoholkonsum machten mit 0,53 Prozent allerdings einen beinahe 4-mal größeren Anteil an allen Sterbefällen aus.
Todesfälle aufgrund von Vergiftungen durch Drogenmissbrauch auf Vorjahresniveau – rund die Hälfte vorsätzlich
Die Zahl der Todesfälle durch Vergiftungen mit Betäubungsmitteln, Halluzinogenen, Antiepileptika, Sedativa, Hypnotika, Antiparkinsonmitteln, Psychostimulanzien mit Missbrauchspotenzial sowie sonstigen psychotropen Substanzen lag im Jahr 2024 mit 127 gemeldeten Fälle auf Vorjahresniveau (128 Fälle). Darunter waren 79 Männer und 48 Frauen. Mit 0,06 Prozent blieb der Anteil der Todesfälle aufgrund von Vergiftungen durch Drogenmissbrauch an allen Sterbefällen gegenüber dem Vorjahr unverändert.
In 58 Fällen (31 Männer und 27 Frauen) handelte es sich laut Todesbescheinigung um eine vorsätzliche Selbstvergiftung. Das entspricht 46 Prozent der Todesfälle der durch Drogenmissbrauch verursachten Vergiftungen.







