Nach dem Jakobsweg ist vor dem Mammutmarsch. Erst kürzlich hat der Schalksmühler Autor, Podcaster und Ultrasportler Marcel Riepegerste insgesamt 1000 Kilometer zwischen Frankreich und Portugal zurückgelegt. Nun möchte er im Oktober am Dortmunder Mammutmarsch teilnehmen - und dabei Spenden für den Kinderhospizverein sammeln.
Seit dem Jahr 2022 ist Marcel Riepegerste Sprecher des Kinderhospizvereins. Dazu gebracht hat ihn eine sehr persönliche Erfahrung: "Mein Vater ist nach langer schwerer Krankheit viel zu früh gestorben. Die letzte Zeit hat er im Hospiz verbracht. Dort habe ich dann erkannt, wie unfassbar schwer und wichtig die Arbeit dieser Menschen dort ist." Anschließend habe er sich im Internet über Möglichkeiten und Wege informiert, auf denen er sich selbst für die Hospizarbeit engagieren könnte. Begonnen, so Riepegerste weiter, hat sein Einsatz dann mit einer Spendenlesung im Lüdenscheider Hospiz.
"Ich habe, schon allein durch meine Tätigkeit als Sozialarbeiter und Sozialpädagoge, immer schon eine besondere Wichtigkeit in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gesehen", erklärt Marcel Riepegerste auf die Frage, wie er ausgerechnet zur Kinderhospizarbeit gekommen ist. "Ich habe dann den Verein angeschrieben, und die haben mich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, einer ihrer Botschafter zu werden. Seitdem vertrete ich den Kinderhospizverein - gemeinsam mit vielen anderen, teils prominenten Menschen - nach außen."
Vom Kinderhospizforum bis zu Benefizkonzerten
Marcel Riepegerste versucht, den Verein auf möglichst kreative Art zu vertreten. Dazu zählt für ihn die regelmäßige Teilnahme an Veranstaltungen des Vereins wie dem Kinderhospizforum, verschiedenen Messen und auch schon mal - wohlgemerkt ohne sportliche Vorkenntnisse - an Tennisturnieren. Aber auch eigene Veranstaltungen initiiert Riepegerste mittlerweile - zuletzt einen Spendenabend im Café Breddermann.
Dabei hat er vor allem ein Ziel im Fokus: die Kinderhospizarbeit ins Gespräch zu bringen. "Das Thema Tod wird in unserer Gesellschaft ohnehin stark tabuisiert, das betrifft auch den Abschied von älteren Menschen. Wenn jedoch Kinder betroffen sind, sind die Hemmschwellen laut Riepegerste noch höher."
"Der Tod von Kindern stellt den natürlichen Lauf der Dinge total auf den Kopf"
"Mit der Tatsache, dass Kinder vor den Eltern oder Großeltern sterben, möchten sich die meisten Menschen nicht aktiv auseinandersetzen. Das ist immer noch ein riesiges Tabuthema", erklärt Riepegerste. Bemerkbar machen würde sich das auch bei Spendenaufrufen, wie er sie gerade selbst ins Leben gerufen hat: "Sammelaktionen für die Opfer von Wohnungsbränden gehen im Vergleich in den sozialen Medien häufig deutlich viraler als solche für die Kinderhospizarbeit", bedauert er.
Entmutigen lässt Marcel Riepegerste davon jedoch nicht: "Ich versuche, wie zuletzt bei dem Spendenabend im Café Breddermann, immer mit positiven Dingen auf das Thema aufmerksam zu machen. So war der Abend im Kunst- und Kulturcafé nicht geprägt durch die Erzählung schicksalhafter Beispielgeschichten, sondern vor allem durch Musik und ein geselliges Beisammensein."
"Ohne Spenden und Ehrenamtliche funktioniert es nicht"
Subventionen vom Staat, so erklärt Riepegerste, erhält die Kinderhospizarbeit nur wenig. "Daher ist der gesamte Bereich umso mehr auf Spenden und vor allem ehrenamtliche Helfer angewiesen", betont er. Die eigentliche Arbeit drehe sich dabei nicht nur um das erkrankte Kind, sondern auch um dessen Familie: "Die Helfer sind sehr präsent, unterstützen die Eltern im Alltag und bei der Betreuung von möglichen Geschwisterkindern, für die oftmals weniger Zeit bleibt."
Das ehrenamtliche Engagement der Helfer, so betont Riepegerste, sei daher seines Erachtens mehr Wert als jede Spende. "Wer sich einbringen möchte, kann sich einfach an das nächstgelegene Kinderhospiz oder den Verein wenden. Möglichkeiten, sich einzubringen, gibt es viele - sei es durch die Belegung eines speziellen Vorbereitungskurses und die anschließende Arbeit in den Familien, oder durch repräsentative Aufgaben wie sie meine Rolle als Botschafter mit sich bringt."
Vorbereitung auf den Mammutmarsch
Der Mammutmarsch ist eine Langstrecken-Wanderveranstaltung, bei der – je nach Strecke – mehrere Dutzend Kilometer innerhalb eines Tages zurückgelegt werden. Derzeit bereitet sich Marcel Riepegerste intensiv auf die Veranstaltung im Oktober vor – dafür steht er jeden Morgen sehr früh auf, achtet auf Faktoren wie Ernährung und Regeneration und wandert jeden Tag. "Langsam gehen mir in Schalksmühle schon die Routen aus", lacht er. Meist ist Riepegerste allein unterwegs, gelegentlich mit Freunden.
Sein erklärtes Ziel ist es, im Rahmen des Mammutmarschs eine Strecke zwischen 42 und 50 Kilometern zu schaffen. Auf die Frage, warum er die Aktion mit einer Spendenaktion für den Kinderhospizverein verbindet, muss er nicht lange überlegen: "Ich versuche grundsätzlich alles, was ich tue, mit etwas Gutem zu verbinden."
Zur Spendenaktion von Marcel Riepegerste geht's hier entlang.
Wer sich für die Arbeit des Kinderhospizvereins interessiert, findet mehr Informationen auf dessen Homepage.







