Betrüger haben eine Kiersperin mit einem Jobangebot bei Facebook um viel Geld gebracht. Statt eines schnellen Verdienstes verlor die Frau innerhalb von zwei Tagen einen hohen Geldbetrag, so die Polizei.
Schnelles Geld im Internet verdienen – mit diesem Versprechen lockte eine Werbeanzeige auf Facebook. Eine Kiersperin stieß am Montag, 15. Juni, darauf und wurde Opfer von Betrügern. Über WhatsApp nahm sie Kontakt mit einer Unbekannten auf. Diese schilderte die mögliche Tätigkeit: Die Kiersperin sollte Produkte "liken", beispielsweise ein Hotel im Reiseportal bewerten, ohne es je persönlich gesehen zu haben.
Kiersperin überweist Geld an frisch erstellte Konten
Der Lohn schien laut Christoph Hüls von der Polizei äußerst lukrativ. Die Kiersperin willigte ein, begann ihre Tätigkeit und bekam sogar sehr schnell per PayPal kleinere Provisionen. Die nächste größere Aufgabe lautete, Konten bei Finanzdienstleistern und Kryptohändlern zu eröffnen. Im Internet lässt sich das einfach erledigen.
Wie gefordert, überwies die Kiersperin von ihrem privaten Girokonto Geld. Weil mehr gefordert wurde, lieh sie sich Geld und zahlte alles ein. Ihre vermeintlichen Auftraggeber übten massiven Druck aus, drohten mit einer Millionenklage, falls sie ihren Job nicht erledigen würde. Erst nach einer ganzen Reihe von Transaktionen zog sie die Reißleine, offenbarte sich Verwandten und ging zu ihrer Bank in der Hoffnung, Überweisungen rückgängig machen zu können. Am Mittwoch, 17. Juni, erstattete sie Anzeige bei der Polizei.
Schaden kann auch Jahre später entstehen
Die Beamten warnen immer wieder vor solchen angeblich lukrativen Jobangeboten: Ohne den Auftraggeber jemals persönlich getroffen zu haben und ohne irgendeine Information zur Seriosität dieser Firmen liefern arglose Opfer Betrügern eine Menge sensibler Daten. Mit denen können Betrüger noch Jahre später großen Schaden anrichten. Immer wieder geraten arglose Jobsuchende so in den Fokus der Strafverfolgungsbehörden, weil mit ihrem Namen beispielsweise Geld gewaschen wurde. Die angebliche Konto-Eröffnung zu Testzwecken ist ein typisches Beispiel.
Die Polizei mahnt: Im Internet oder auch am Telefon kann sich jeder für alles ausgeben. Die Täter agieren oft vom außereuropäischen Ausland aus und leiten ihre Beute über diverse Konten und Finanzdienste. Wenn sie einmal ein Opfer gefunden haben, üben sie hohen Druck aus, um auch den letzten Cent abzukassieren. Im Verdachtsfall sollten Opfer schnellstmöglich Anzeige erstatten und alle betroffenen Stellen, wie zum Beispiel Banken, informieren.










