Der Bürgerbusverein Halver bekommt Verstärkung: Mit Jürgen Gottemeier hat der Verein einen neuen ehrenamtlichen Fahrer gewonnen. Für den Vorsitzenden Klaus-Peter Viebahn ist das ein wichtiges Signal: „Es gibt ganz viele, die immer wieder sagen: Wir sind froh, dass es euch gibt.“
Gottemeier bringt jahrzehntelange Erfahrung im Umgang mit Kraftfahrzeugen mit. „Ich bin 45 Jahre Lkw gefahren“, berichtet er. Seit Dezember 2025 ist er im Ruhestand — und nun mit dem Bürgerbus auf den Straßen Halvers im Einsatz. Den Kontakt zum Verein stellte ein Freund her: „Volker Diebschlag hatte das schon öfter angesprochen. Ich habe gesagt: Wenn ich Rentner bin, können wir noch mal darüber reden.“
Inzwischen habe Gottemeier für sich die richtige Balance gefunden: ein Ehrenamt ausführen und zugleich ausreichend Zeit finden, beispielsweise für sein neues Motorrad, um den eigenen Ruhestand zu genießen.
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Erste Touren im Linienbetrieb
Seine ersten Fahrten hat Gottemeier bereits absolviert. Nach zwei begleiteten Einsätzen, um die Abläufe kennenzulernen und offene Fragen zu klären, saß er nun erstmals allein am Steuer.
Der Bürgerbus ist in Halver fest im Alltag vieler Menschen verankert. Fünfmal täglich fährt er im Stundentakt dieselbe Strecke, maximal acht Fahrgäste können pro Tour mitfahren. „Mehr dürfen wir nicht befördern, sonst bräuchten wir einen Busführerschein“, erklärt Einsatzplaner Richard Raatz.
Die Routen führen unter anderem über den Lingerweg und die Falkenstraße sowie über den Breslauer Weg und die Mozartstraße bis in den Mühlengrund. Auch zentrale Anlaufpunkte werden bedient: „In beiden Linien fahren wir die Einkaufsstraßen an“, so Raatz. Zudem steuert der Bürgerbus die Altenheime an. Der ZOB hingegen werde inzwischen weniger stark frequentiert.
Verlässliches Angebot — trotz steigender Kosten
Der Fahrbetrieb ist klar strukturiert: Zwei Touren am Vormittag mit insgesamt rund drei Stunden Fahrzeit, am Nachmittag folgen weitere Fahrten von etwa zwei Stunden. „Wir bringen die Leute auch wieder nach Hause“, betont Raatz. Wie viele andere, trifft auch den Bürgerbusverein die Entwicklung der Spritpreise. „Das macht sich schon bemerkbar“, sagt Raatz.
Dennoch bleibt die Nachfrage stabil: Rund 6000 Fahrgäste nutzten das Angebot im vergangenen Jahr. Für Viebahn steht fest, wie wichtig das Engagement ist — und dass es weitergehen soll: „Die Leute sind unwahrscheinlich nett, ich mache das sehr gerne.“ Gleichzeitig wirbt er um weitere Unterstützung: „Was wir brauchen, sind Fahrer — wir suchen vor allem junge Rentner.“









