Viele Industrieunternehmen in Südwestfalen reagieren auf die schwierige Wirtschaftslage mit neuen Strategien. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Industrie- und Handelskammern Arnsberg, Hagen und Siegen unter 483 Betrieben.
Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen (57 Prozent) sieht Bedarf, das eigene Geschäft breiter aufzustellen. Rund 32 Prozent haben ihr Portfolio bereits in den vergangenen Jahren erweitert, weitere 25 Prozent planen entsprechende Schritte.
Besonders große Chancen sehen die Unternehmen in der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie. 46 Prozent der Befragten halten diesen Bereich für interessant. Vor allem Betriebe aus der Metallverarbeitung, dem Maschinenbau sowie der Automotive- und Zulieferindustrie prüfen, wie sie bestehende Kompetenzen künftig auch für sicherheitsrelevante Anwendungen nutzen können.
Digitalisierung bleibt Zukunftsthema
Gleichzeitig treibt die technologische Entwicklung die Unternehmen um. Acht von zehn Industriebetrieben sehen bei Digitalisierung, Datenverarbeitung und Künstlicher Intelligenz einen hohen Handlungsbedarf. Diese Themen gelten zunehmend als entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit.
Die Südwestfälische Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) begleitet diesen Wandel gemeinsam mit ihren Partnern im Rahmen der „Industrieoffensive Märkische Region“. Die Initiative bietet Netzwerkveranstaltungen, Unternehmerreisen und Workshops an, um Unternehmen bei der Erschließung neuer Märkte und Geschäftsfelder zu unterstützen.
Hohe Kosten bremsen Investitionen
Hintergrund der Entwicklung sind die anhaltend schwierigen Rahmenbedingungen. Hohe Energie- und Rohstoffpreise, Unsicherheiten in den Lieferketten sowie steigende Standortkosten belasten viele Betriebe. Das wirkt sich auch auf die Investitionen aus: Nur 14 Prozent der Unternehmen planen derzeit höhere Investitionen. 36 Prozent rechnen dagegen mit einem Rückgang und verschieben Projekte oder verzichten ganz darauf.
Zugleich gewinnen internationale Kooperationen und strategische Partnerschaften an Bedeutung. Viele Unternehmen wollen ihre Geschäftsmodelle widerstandsfähiger machen und zusätzliche Standbeine aufbauen. Ob daraus neue Wachstumsimpulse entstehen, hängt nach Einschätzung der Kammern jedoch maßgeblich von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab.









