Beim vierten Plettenberger Hospiztag im Ratssaal haben sich am Samstag zahlreiche Besucher mit den Themen Trauer, Sterbebegleitung und Erinnerungskultur auseinandergesetzt. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Zwischen Abschied und Erinnerung“.

Das Netzwerk Hospizarbeit Plettenberg und der Verein Hospiz zur Heiligen Elisabeth Lennestadt organisierten den Hospiztag gemeinsam. Der Eintritt war frei, Spenden wurden zur Unterstützung der Arbeit erbeten.

Doris Schröder, die Vorsitzende des Netzwerks, eröffnete die Veranstaltung. Sie begrüßte Vertreter aus Pflege, Seniorenarbeit und Notfallseelsorge sowie ehrenamtlich Engagierte und dankte der Stadt Plettenberg für die Unterstützung. Gleichzeitig würdigte sie die langjährige Arbeit ihrer Vorgängerinnen, Helma Pfänder und Barbara Franzen. Die ambulante Hospizarbeit begleitet schwerstkranke und sterbende Menschen sowie deren Angehörige mit dem Ziel, ein Sterben in Würde zu ermöglichen. „Wir schenken Zeit und hören zu“, sagte Schröder.

Vier Personen halten Blumensträuße vor einem Banner mit dem Aufdruck „Trauerbegleitung Netzwerk Sterben und Leben“.
Annette Reichling-Hecht, Hanna Franzen, Peter Prange und Doris Schröder (von links) gestalteten das Programm beim Plettenberger Hospiztag.
Foto: Hans-Jörg Dietz/LokalDirekt

Im anschließenden Fachvortrag stellte die Koordinatorin und Trauerbegleiterin Hannah Franzen das Konzept der „vorweggenommenen Trauer“ vor. Sie erläuterte, wie Angehörige bereits während einer schweren Erkrankung begleitet werden können. Grundlage war das Trauerkaleidoskop nach Chris Paul, das verschiedene Facetten von Trauer beschreibt. Franzen ging auf Belastungen, emotionale Prozesse und Unterstützungsangebote ein.

Annette Reichling-Hecht, Trauerrednerin, bot einen praxisnahen Einblick. Sie zeigte auf, wie sich Abschiedsfeiern verändern und individueller gestalten lassen. Dabei rückte auch die frühzeitige Auseinandersetzung mit dem eigenen Abschied in den Fokus.

Nach einer Pause las der Autor Peter Prange aus seinem Werk. Er stellte sein Werk „Alle Erinnerung ist Gegenwart“ vor und verband persönliche Erfahrungen mit grundsätzlichen Gedanken zu Leben, Altern und Tod. Prange schilderte unter anderem die Entstehungsgeschichte des Buches sowie seine Beweggründe. In seiner Lesung verband er biografische Episoden mit Reflexionen über Erinnerung als Teil des Abschieds.

Die Bundestagsabgeordnete Bettina Lugk nahm ebenfalls an der Veranstaltung teil.

Der Hospiztag machte deutlich, welche Bedeutung Begleitung, Austausch und Information im Umgang mit Sterben und Trauer haben.