Breckerfeld feiert Geburtstag, still und leise – aber dennoch gut sichtbar auf offener Straße, mit bunter Kreide statt Luftballons. Am Samstag, 1. August 2026, jährte sich die Verleihung der Stadtrechte zum 630. Mal. Für Johannes Dennda vom Museumsverein und die Breckerfelder Kreidekünstlerin Annika Kretschmann war das Grund genug, diesem historischen Datum ein kurzzeitiges Denkmal zu verpassen.

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Ein Gemälde für die Geschichte

Um 14 Uhr trafen sich die beiden vor dem Rathaus und verwandelten den Asphalt in eine Geburtstagskarte im XXL-Format: ein großflächiges Kreidebild mit der Silhouette der Stadt und einem unübersehbaren „Happy Birthday”-Schriftzug. „Wir wollten damit unseren Glückwunsch auf die Straße bringen”, erklärt Kretschmann die Aktion. Dennda ergänzt, dass ein Ereignis wie dieses zeige, wie viel Geschichte in Breckerfeld stecke — Geschichte, die man ruhig auch einmal auf ungewöhnliche Weise sichtbar machen dürfe.

Graf Dietrich und das Jahr 1396

Am 1. August 1396 verlieh Graf Dietrich von der Mark dem Ort mit dem sogenannten "Freiheits- und Gnadenbrief" die Stadtrechte und legte damit den Grundstein für die weitere Entwicklung. Denn mit diesem Privileg sicherte sich Breckerfeld gleich mehrere wichtige Vorrechte: eine eigene Gerichtsbarkeit, das Marktrecht und die Erlaubnis, eine Stadtbefestigung zu errichten.

Gedenkmal des Grafen Dietrich von der Mark in der Stiftskirche Hörde, Dortmund.
Foto: Stadtmarketing Breckerfeld

Zu jener Zeit hatten die Breckerfelder auch bereits mit dem Bau der mächtigen Jakobuskirche begonnen. Eine Mauer sicherte die junge Stadt, und zur Verteidigung durfte sie sogar eigene Schützen unterhalten.

Mauern, Münzen und ein Gerichtssitz

Die Stadtrechte entfalteten schnell Wirkung: 1406 stieg Breckerfeld zum Gerichtssitz auf – und war damit auch für die Kirchspiele Halver, Rönsahl und Dahl zuständig. Nur zwölf Jahre später, 1418, kam eine eigene Münzstätte hinzu.

Auch Dietrichs Nachfolger, die Herzöge von Kleve, trugen zur Stärkung der Stadt bei: Sie ließen Breckerfeld weiter befestigen und stellten ihr 1405 Zollrechte sowie das Recht zur Erhebung einer Schlacht-, Brau- und Mahlsteuer aus.

Geschichte, die auf der Straße lebt

630 Jahre nach der Urkunde des Grafen Dietrich erinnert nun ein vergängliches, aber umso auffälligeres Kunstwerk vor dem Rathaus daran, wie viel Stadtgeschichte in Breckerfeld steckt. Ob Regen oder Schuhsohlen dem Kreidebild zuerst den Garaus machen, bleibt abzuwarten — die Botschaft dürfte trotzdem angekommen sein: Herzlichen Glückwunsch, Breckerfeld!