Meist kommen die Dinge anders als erhofft: Durch die 42:33 (19:15)-Niederlage beim designierten Vizemeter TV Gelnhausen sowie aufgrund des Erfolgs der Bergischen Panther gegen Rodgau steigen die SGSH Dragons am Samstagabend, 2. Mai, nach 13 Jahren in der Dritten Liga sportlich in die Viertklassigkeit ab.
Hätte, wäre, wenn - es gab viele Faktoren und Möglichkeiten, wie der vorletzte Spieltag der Dritten Liga Südwest hätte für die Sauerländer laufen können. Eingetreten ist schließlich das Erwartbare: Die SGSH verkauft sich in der Großsporthalle Gelnhausen lange teuer und hält das Spiel offen, zur Pause liegen auch die Panther deutlich mit 10:15 zurück. Am Ende wird es aus Dragons-Sicht der worst case. Während der Showdown im direkten Duell mit den Bergischen Panthern ausbleiben wird, könnte sich anderswo eine Alternative am Grünen Tisch auftun.
Die Geschichte des Spiels selbst ist schnell erzählt: Der Favorit ging wie zu erwarten war in Front und erspielte sich ein kleines Polster von drei, vier Toren - konnte aber nicht davonziehen. Allen voran die Jaeger-Brüder Max und Felix hielten die SGSH Mitte des ersten Abschnitts mit ihren Treffern im Spiel (9:7, 16.). Auch in Unterzahl behielten die Sauerländer zumindest offensiv ihre Linie, nach Erik Blauuws Treffer vom Punkt nahm der Hausherr das erste Team-Timeout (14:12, 24.). Der nachfolgende 3:0-Lauf des TVG brachte das erste Mal einen deutlicheren Vorsprung hervor, die Dragons ließen sich aber nicht abschütteln und blieben durch Julian Athanassoglou (28.) und Igor Panisic (29.) zur Halbzeit in Schlagdistanz.
SGSH eröffnen sich nach Aurich-Insolvenz neue Szenarien
Nach dem Seitenwechsel kam Gelnhausen bestimmter auf das Feld und legte zunächst nach, die Sauerland-Sieben aber spielte weiter und hielt die Differenz bei durchschnittlich drei Treffern (26:23, 44.). Bis zum Beginn der Crunch Time kletterten die Konten der beiden Teams hernach mehr oder minder im Gleichschritt, ehe der TVG die nächste Auszeit zog (34:29, 54.). Wie schon in Hälfte eins zeigte die kurze Pause Wirkung; der Doppelschlag erstickte letzte Hoffnungen auf den Punktgewinn. In den Ausläufern der Begegnung sammelten beide Teams neben Toren noch ein paar Zeitstrafen. Unter dem Strich aber hatte die sorgenbehaftete SGSH-Defensive kein Kraut gegen den TVG.
Mit Blick auf die Konkurrenz verkommt das Duell, respektive dessen Ausgang dann zur Randnotiz, die Bergischen Panther machen den Sauerländern durch ihren 31:26-Erfolg über Rodgau einen dicken Strich durch die Rechnung und retten sich vor dem direkten Duell am kommenden Wochenende. Trotzdem könnte das Prinzip Hoffnung weiter greifen - wenn auch nur in den Hinterköpfen. Sportlich ist die SGSH aus der Dritten Liga abgestiegen und muss sich mit der Regionalliga anfreunden.
Abstiegsrelegation wieder denkbar
Anderenorts hat der OHV Aurich indes Insolvenz angemeldet und könnte damit auch in Schalksmühle/Halver für eine Nachspielzeit sorgen. Auch hierfür bedarf es einiger Gedankenspiele, Vieles müsste im Sinne der Dragons ablaufen. Etwa, dass der OHV Aurich auch die letzte Partie austrägt und sich erst danach offiziell zurückzieht - und vor dem Ende der Aufstiegsrunde. In diesem Fall würde aufgrund des frei gewordenen Platzes tatsächlich eine Abstiegsrelegation der vier Drittletzten ausgespielt werden. Hätte, wäre, wenn.
Match Facts
TV Gelnhausen 42:33 SGSH Dragons
SGSH Dragons: Gipperich (2), Panisic (7), Pacek, Plate, Bach, N. Jannack, L. Jannack, Athanassoglou (3), Blauuw (2/1), Börner, Klinkby-Knudsen (3), F. Jaeger (10/1), P. Jaeger, Voss (3), M. Jaeger (3).
Schiedsrichter: Yannick Haas, Sebastian Wilken.
Siebenmeter: TVG 8/8 - SGSH 2/3 (verworfen: Blauuw)
Zeitstrafen: TVG 5 - SGSH 6








