Plettenberg, Anfang Mai. Vor dem unscheinbaren Stolleneingang der ehemaligen Bleierzgrube „Neu Glück“ versammelt sich eine kleine Gruppe. Helme werden angepasst, letzte Hinweise gegeben, dann schließt sich die schwere Tür – und damit beginnt ein Perspektivwechsel in eine Arbeitswelt vergangener Jahrhunderte.
Die Plettenberger KulTour GmbH bietet gemeinsam mit erfahrenen Grubenführern auch in diesem Frühjahr wieder Führungen unter Tage an. Ziel ist es, Besuchern einen authentischen Einblick in die regionale Bergbaugeschichte zu ermöglichen. Die Grube, deren Ursprünge bis ins 18. Jahrhundert zurückreichen, gilt als bedeutendes Zeugnis der Industriekultur im Märkischen Sauerland.
Während der rund einstündigen Tour folgen die Teilnehmer den historischen Abbaustrecken und erhalten Erläuterungen zu Arbeitsbedingungen, Fördermethoden und technischen Entwicklungen jener Zeit. Dabei wird deutlich, unter welchen körperlichen Belastungen die Bergleute damals arbeiteten und mit welch einfachen Mitteln der Erzabbau erfolgte.
„Die Grube Neu Glück ist ein echtes Stück lebendige Geschichte“, erklärt Grubenführer Thomas Jampe. Die unmittelbare Nähe zu den originalen Schauplätzen ermögliche es, historische Arbeitsprozesse anschaulich zu vermitteln. Die Resonanz der bisherigen Führungen zeige, dass insbesondere diese direkte Erfahrung bei vielen Besuchern Eindruck hinterlasse.
Die Termine für die kommenden Führungen sind auf zwei Samstage im Mai festgelegt: am 9. um 14 Uhr sowie am 30. um 14 und 16 Uhr. Pro Führung ist die Teilnehmerzahl auf zwölf Personen begrenzt, um Sicherheit und eine intensive Vermittlung zu gewährleisten. Die Teilnahme ist ab einem Alter von zehn Jahren möglich; Teilnehmer benötigen festes Schuhwerk.
Der Eintrittspreis beträgt sechs Euro. Karten sind sowohl online als auch vor Ort erhältlich. Die begrenzte Gruppengröße führt jedoch regelmäßig zu einer schnellen Ausbuchung der Termine.
Die Führungen sind Teil eines breiteren Programms das regionale Geschichte vermittelt. Sie zeigen exemplarisch, wie ehemalige Industriestandorte heute als außerschulische Lernorte dienen und dazu anregen, sich mit der eigenen Region auseinanderzusetzen.






