Seit rund 800 Jahren prägt die Christuskirche das Stadtbild von Plettenberg. Sie ist eine der schönsten Hallenkirchen des Sauerlandes. Dass das auch weiterhin so bleibt, dafür engagiert sich nicht nur die Kirchengemeinde.
Halb Plettenberg war am Samstag, 12. Juli, auf den Beinen. Diesen Eindruck gewann man als Zuschauer des Sponsorenlaufes zugunsten der Turmsanierung.
Grund für das sportliche Engagement der Plettenberger war der Hilferuf der Christus-Kirchengemeinde um finanzieller Unterstützung für die kostspielige Sanierung der baufälligen Flankentürmchen ihrer rund 800 Jahre alten Kirche. Die schon seit einiger Zeit laufenden Arbeiten werden zwar mit 200.000 Euro aus Mitteln des Denkmalfonds des Bundes unterstützt. „Doch das ist nicht einmal die Hälfte der Gesamtkosten“, informierte Peter Winkemann, Vorsitzender des Presbyterium der Kirchengemeinde. Nach Abzug der Zahlungen von 155.000 Euro aus den Erhaltungsrücklagen bleibe immer noch ein Betrag von 80.000 Euro.
Die Hilfe durch den Sponsorenlauf kam da gerade recht. Der Aufruf stieß nicht auf taube Ohren. Jung und Alt, Groß und Klein begaben sich am Samstagmittag im Anschluss an den Gottesdienst auf die Runde um ihre Kirche. In drei Laufblöcken, von 11 bis 12 Uhr, von 13 bis 14 Uhr und von 15 bis 16 Uhr kreisten die Läufer um und durch die Altstadt und sammelten für jede Runde einen vorher ausgehandelten Geldbetrag. Angefeuert von ihren Sponsoren, die die Laufstrecke säumten, wuchs so mancher Läufer über sich hinaus und verblüffte mit zweistelligen Rundenzahlen.
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Bewundernswert waren einige Senioren, die sich trotz Gehhilfe auf den Rundkurs begaben, um ihrer Kirche zu helfen. Immerhin 280 Meter maß die Runde für die älteren Teilnehmer, wohin gegen Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre auf eine 170-Meter-Runde geschickt wurden. Für jede Runde gab’s ein Gummiband. So konnte hinterher abgerechnet werden.
„Mehrere Läuferinnen und Läufer haben die 100-Runden-Marke geknackt. Und vor allem auch Kinder haben dreistellig Beträge erlaufen“, freute sich Peter Winkemann. Von soviel Einsatz war auch Bürgermeister Ralf Beßler beeindruckt, der die Schirmherrschaft für den Sponsorenlauf übernommen hatte. Er erinnerte daran, dass die Plettenberger schon einige Monate vor dieser Aktion großen Zusammenhalt gezeigt hätten, als nämlich ein Spendenaufruf für die Anschaffung eines Assistenzhundes für den mit vier Jahren an ASS erkrankten Jan Glowotz derart erfolgreich war, dass die Summe von etwa 40.000 Euro binnen kürzester Zeit zusammenkam. Der dafür eigentlich gedachte Sponsorenlauf wurde nun zum Sponsorenlauf für die Sanierung der beiden Türmchen der Christuskirche.
Wissenswertes über die Christuskirche und ihre beiden Flankentürmchen erzählte Dombaumeister Gunther Rohrberg. Ursprünglich sollen es sogar einmal drei Türme gewesen sein. Als Symbol für die heilige Dreifaltigkeit stehend, seien sie zur Erbauungszeit der Christuskirche ein Zeichen für Macht und kulturellen Fortschritt gewesen. In Begleitung des Dombaumeister nutzten am Samstag viele Bürger die Möglichkeit, gegen Spende mit dem Bauaufzug hinauf zu den Flankentürmchen fahren und sich die Sanierungsarbeiten erklären lassen. Außerdem hatte man von dort oben einen exklusiven Blick auf die Plettenberger Altstadt werfen.
Rund um das „laufende“ Geschehen, hatten die Gemeinde, zusammen mit vielen ehrenamtlichen Helfern und befreundeten Vereinen eine kleine Buden-Stadt aufgebaut. Mit Gegrilltem, Kaffee und Kuchen, auch mit Popcorn und Softeis und natürlich mit kühlen Getränken war für das leibliche Wohl der vielen Zuschauer und Läufer bestens gesorgt. Der Erlös aus dem Verkauf war selbstverständlichen ebenfalls für die Renovierungskosten der Kirche gedacht. Wie hoch die Einnahmen aus dieser Aktion insgesamt seien, habe man am Wochenende nicht mehr ermitteln können, entschuldigte Peter Winkemann. Das Ergebnis werde nachgereicht.








