„Dieser Samstag wird bei der Feuerwehr Kierspe wohl in die Geschichtsbücher eingehen“, sagt Feuerwehrsprecher Christian Schwanke. Gleich fünfmal musste die Feuerwehr Kierspe am Samstag, 27. Juni, bei glühender Hitze ausrücken.
Fünf Einsätze – das allein war bereits ungewöhnlich. Erschwerend kamen jedoch die hohen Temperaturen von mehr als 38 Grad hinzu, die die Einsätze für die Feuerwehrkräfte besonders belastend machten. Kein Wunder also, dass die Einsatzkräfte an ihre körperlichen Grenzen und teils sogar darüber hinausgehen mussten.
Die Arbeit in den schweren Brandschutzanzügen sei bei solchen Temperaturen äußerst kräftezehrend. „Denn dünne Kleidung ist leider noch nicht für alle Einsatzkräfte vorrätig“, bedauert Schwanke.
Zwei Autos kollidieren
Die Mitglieder des Löschzugs Stadtmitte waren damit beschäftigt, den Blaulichttag im Gerätehaus aufzubauen und vorzubereiten, als die zahlreichen Einsätze begannen. Um 11.20 Uhr meldete die Leitstelle, dass sich in einem Pflegeheim am Heideweg fünf Personen in einem stecken gebliebenen Aufzug befanden.
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Die Einsatzgruppe 2 machte sich sofort auf den Weg und befreite die Personen. Wegen der hohen Temperaturen wurde eine Person mit Kreislaufproblemen ins Krankenhaus gebracht. Dieser Einsatz war noch nicht beendet, als die Leitstelle um 11.50 Uhr einen Verkehrsunfall am Tannenbaum meldete. Dort waren zwei Fahrzeuge bei einem Abbiegevorgang zusammengestoßen. Es entstand erheblicher Sachschaden und Betriebsmittel liefen aus. Die Einsatzkräfte sicherten die Unfallstelle und klemmten die Batterien der Fahrzeuge ab. Außerdem wurde das ausgelaufene Betriebsmittel mit Bindemittel aufgenommen. Die beiden Fahrer wurden leicht verletzt und kurz im Rettungswagen behandelt.
Gasalarm in Quabecke
Um 13.20 Uhr alarmierte die Kreisleitstelle den Löschzug Stadtmitte und den Löschzug Rönsahl zu einem Gasalarm in Quabecke. Dort strömte Gas aus einem Tank aus. Aufgrund der Hitze war bei dem zu 70 Prozent gefüllten Tank der Druck zu groß geworden. Die Feuerwehr baute eine Wasserversorgung auf und begann, den Tank zunächst mit zwei Strahlrohren und anschließend mit einem Wasserlüfter zu kühlen. Diese Maßnahmen waren erfolgreich und der Druck im Tank ließ nach. Im Anschluss konnte eine Fachfirma das Gas umpumpen und die Gefahr beseitigen.
Zur Herstellung der Wasserversorgung musste eine Schlauchleitung von Quabecke nach Bruch gelegt werden – mehrere hundert Meter über eine Wiese. Und das bei großer Hitze. „Aber auch die Arbeit des Angriffstrupps zu Beginn unter Atemschutz war mehr als anstrengend“, erklärt Schwanke.
Verkehrsunfall auf der L528
Noch während dieser Einsatz lief, kam es um 14.22 Uhr zu einem Verkehrsunfall auf der L528 kurz hinter der Einfahrt zur K25 nach Bergenbaum. Eine ältere Frau war aus noch ungeklärter Ursache von der Straße abgekommen und mit ihrem Wagen in die Böschung gefahren. Beim Eintreffen des Löschzugs Vollme-Neuenhaus und eines Fahrzeugs des Löschzugs Stadtmitte hatten andere Autofahrer die Frau bereits aus dem Auto befreit. Die Einsatzkräfte sicherten die Unfallstelle, klemmten die Batterie ab und unterstützten den Rettungsdienst.
Die Frau wurde im Rettungswagen untersucht, verweigerte allerdings die Mitfahrt ins Krankenhaus. Um 18.53 Uhr hieß es dann noch einmal, den Rettungsdienst zu unterstützen: Der Löschzug Stadtmitte fuhr in die Straße Am Nocken zu einem medizinischen Notfall. Da ein Transport der Patientin durch das Treppenhaus aus baulichen Gründen nicht möglich war, musste die Drehleiter der Feuerwehr Meinerzhagen hinzugezogen werden. Die Patientin wurde mithilfe der Schleifkorbtrage zum Rettungswagen gebracht. Der zusätzlich alarmierte Rettungshubschrauber, der am Haunerbusch auf dem alten Sportplatz landete, wurde nicht benötigt, da die Patientin mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht wurde.









