Der Wetterbericht sagt voraus, dass der Frühling ab diesem Wochenende endgültig Einzug hält. Das ist für viele Zweiradfahrer das Startsignal, die Motorradsaison zu eröffnen.

Überregionale Nachrichten - So begann die Biker-Saison 2025

Weniger Unfälle als Ziel von Polizei und BVDM

"Egal, ob Sie als Motorradfahrer oder als Autofahrer im Straßenverkehr unterwegs sind. Nehmen Sie Ihre Rolle im Straßenverkehr verantwortungsvoll wahr und tragen Sie damit zu mehr Sicherheit auf unseren Straßen bei!" Mit dieser Bitte hoffen sowohl die Polizei als auch der BVDM (Bundesverband der Motorradfahrer), dass die Unfallzahlen in diesem Jahr weiter sinken werden.

Gemeinsam mit Mitarbeitern des DRK Balve stehen die Polizeibeamten daher am Sonntag, 22. März, von 11 bis 17 Uhr in Balve-Volkringhausen, um dort das Gespräch mit Motorradfahrern und -fahrerinnen zu suchen. Während die Polizeibeamten über Risiken, gute Kleidung und einen besseren Einstieg in die neue Saison aufklären, geben Mitglieder des DRK Erste-Hilfe-Tipps speziell zu Motorradunfällen.

„Der Statistik nach sind die Zahlen der durch einen Unfall getöteten Motorradfahrer 2025 im Vergleich zu 2024 deutlich zurückgegangen, die der leicht verletzten sind aber leider gestiegen“, berichtet Michael Lenzen, der Vorsitzende des BVDM. Das Ziel dieser Vereinigung ist es, dass die Unfallzahlen von Motorradfahrern gegen null gehen, eine Aufgabe, die aber ohne die gegenseitige Rücksichtnahme von Auto- und Motorradfahrern nicht zu bewältigen ist.

Was die Zweiradfahrer tun können, um dieses Ziel zu erreichen, zählt der erfahrene Biker auf. „Das beginnt vor der ersten Tour mit dem Check des Fahrzeuges“, beginnt er seine Auflistung. „Dazu gehören die Kontrolle der Reifen, der Bremsen und der Beleuchtung. Kurz gesagt, alle technischen Einrichtungen des Motorrades müssen überprüft und auf Stand gebracht werden.“

Wer "im Motorrad sitzt" hat wieder das richtige Fahrgefühl

Wenn das erledigt ist, ist es vor allem für die Fahrer, die über den Winter nicht auf dem Motorrad gesessen haben, wichtig, sich wieder an das Fahrgefühl zu gewöhnen. „Das kann optimalerweise bei einem Sicherheitstraining geschehen. Zur Not genügen aber auch ein paar Runden auf einem geschützten Platz.“ Langsam fahren, einige Bremsübungen machen und Gefühl für das Motorrad unter sich bekommen. Wieder „im Motorrad sitzen“ und nicht obendrauf. Wenn dieses Gefühl da ist, dann kann man auf die Straße, beschreiben erfahrene Fahrer den Punkt, an dem Fahrer und Motorrad „zusammenwachsen“.

Die ersten Fahrten sollten, auch wenn die Sonne lockt, nicht zu lang sein. „Die Automatismen sind noch nicht eingefahren, es ist noch kalt, der Körper kühlt aus und damit ist die nötige Bewegungsfähigkeit eingeschränkt“, erinnert Michael Lenzen. Helfen kann auch, den eigenen Körper wieder fit zu machen. „Motorradfahren ist anstrengender als Autofahren. Neben allgemeiner Fitness sollte man vor allem Gleichgewichtsübungen ins Training mit einbeziehen“, rät er.

Optimal ist laut Lenzen die Teilnahme an einem der von vielen Veranstaltern angebotenen Sicherheitstrainings. Auf der Homepage des Instituts für Zweiradsicherheit findet sich zum Beispiel eine Liste von seriösen Anbietern.

Geht es dann zur ersten Tour los, ist es, so der Vorsitzende des BVDM, nicht sinnvoll, gleich in einer großen Gruppe zu starten. „Am besten fahren Motorradfahrer die ersten Touren alleine oder maximal zu zweit. Es reicht, am Anfang auf sich selbst und die Autofahrer zu achten, ohne die Gruppe im Auge haben zu müssen.

Autofahrer müssen sich erst wieder an Motorräder gewöhnen

Viele Autofahrer haben sich noch nicht daran gewöhnt, dass sie sich jetzt die Straßen mit den wieder startenden Zweiradfahrern teilen müssen. „Die schmalen Silhouetten der Motorräder verschwinden gern hinter der A-Säule eines Pkw und sie haben natürlich auch ganz andere Beschleunigungswerte als ein Auto“, erläutert Michael Lenzen. Er bittet Autofahrer daher darum, im Zweifelsfall lieber einmal mehr stehen zu bleiben und auch lieber zweimal zu gucken. Zusammengefasst einfach: „Seid rücksichtsvoll und achtet aufeinander – fahrt vorausschauend, ruhig und souverän!“

Eine Forderung, die auch Marcel Dilling, Pressesprecher der Polizei, an alle Teilnehmer im Straßenverkehr hat. Er weiß, dass die Schuld an Unfällen zwischen Pkw und Motorrädern ausgeglichen ist: „Die Zahlen belegen, dass sie je zur Hälfte auf die Konten der Motorrad- und Autofahrer gehen.“

"Motorradfahrer sollten sich sichtbar machen"

Wie Lenzen hält Dilling es für wichtig, dass sich Motorradfahrer sichtbar machen. „Ein am besten neonfarbener Helm, eine Leuchtweste und eine nicht komplett schwarze Motorradkleidung helfen, besser erkannt zu werden.“ Dass nur in geeigneter Motorradkleidung gefahren wird, hält Dilling für selbstverständlich. „Wir sehen immer wieder, wie Unfallopfer aussehen, die keine Schutzkleidung getragen hatten. Diese Verletzungen sind fürchterlich und vermeidbar!“

Autofahrer müssen sich jetzt vergegenwärtigen, dass das bessere Wetter wieder mehr Motorrad- aber auch Radfahrer auf die Straßen zieht. „Alle müssen mit offenen Augen fahren und die Autofahrer müssen sich wieder daran gewöhnen, die Geschwindigkeit eines Motorrades einzuschätzen“, sagt Dilling.

Motorradunfälle sind einer der Themenschwerpunkte, um die sich die Polizei in den nächsten Wochen und Monaten kümmert. „Wir stehen dann wieder an den Stellen, die zu den bekannten Motorradzielen führen“, erklärt er. Mit Geschwindigkeits- und Geräuschmessungen sorgt die Polizei dann für mehr Sicherheit, aber auch Ruhe auf den Straßen.

Unfallverursacher je zur Hälfte Auto- und Motorradfahrer

„Nicht angepasste Geschwindigkeit ist eine der Hauptunfallursachen bei Motorradunfällen“, weiß der Polizeisprecher. Aber er ergänzt auch: „Es wird viel über die Motorradfahrer geschimpft, aber wir beobachten, dass sich der Großteil der Fahrer der Gefahren bewusst ist und sich an die Regeln hält.“ Wie so oft sind es auch hier die Ausnahmen, die den Ruf der gesamten Motorradfahrer schädigen. „Autofahrer müssen dann hier den Perspektivwechsel vornehmen“, wünscht sich Dilling. „Und sich bewusst machen, dass 50 Prozent aller Unfälle mit Motorradbeteiligung vom Autofahrer verursacht werden. So wie die Motorradfahrer mehr auf angepasste Geschwindigkeit achten müssen, müssen Autofahrer gerade beim Abbiegen mehr auf Gegenverkehr, Schulterblick und rechtzeitiges Blinken achten.“

"Immer wieder übersehen Autofahrer Motorräder aufgrund ihrer schmalen Silhouette beim Abbiegen, beim Einfahren in den Verkehr oder beim Spurwechsel. Auch ihre gefahrene Geschwindigkeit wird häufig falsch eingeschätzt. Darauf müssen sich Motorradfahrer einstellen und deshalb insbesondere an Kreuzungen, Einmündungen, Parkplatzzufahrten dementsprechend vorausschauend fahren, also immer mit einem Fehlverhalten anderer Verkehrsteilnehmer rechnen. ", heißt es in einem Hinweis der Mitarbeiter der Verkehrsunfallprävention der Polizei MK. "Ein kurzer zusätzlicher Blick kann in solchen Situationen entscheidend sein und Unfälle verhindern. Und damit #LEBEN retten", mahnen sie.