Mit der Neuauflage der erfolgreichen "Fotoaktion mit grünem Sofa" will der Kunstverein VAKT für sich werben, vor allem Mitstreiter gewinnen. Interessierte können sich am Sonntag, 26. Juli, auf dem Sofa fotografieren lassen. Als „Zugpferde“ hat VAKT Bürgermeister Armin Kibbert (SPD) und drei seiner Vorgänger eingeladen.
Auflösen oder neuer Anlauf? Das ist die Frage für VAKT. 26 Jahre nach seiner Gründung steht auch der Verein Aktion Kunst Treff am Scheideweg, diskutiert, ob und wie es weitergehen soll oder kann. Die Mitglieder werden weniger. Angebote und Aktionen, ein Markenzeichen des Vereins, auch. Die Gründergeneration tritt ab.
Aufgeben ist keine Option
Mit dem Kunstverein sind auch die Aktiven älter geworden. „Kunst ist eine schwierige Geschichte. Die Leute zeigen Interesse, kommen aber nicht dauerhaft“, hat die Vorsitzende Karin Schloten-Walther festgestellt. Sie selbst will die Verantwortung nicht länger übernehmen. Aber ganz aufgeben ist für die Vereinsmitglieder auch keine Option. Inzwischen überlegen sie, welche Möglichkeiten sich bieten.
Kunst für den Wald fehlt noch
Ein Weg: aktiv werden und Präsenz zeigen. „Ich möchte das Waldprojekt zu Ende bringen“, sagt die Vorsitzende. Vor vier Jahren wurden bereits auf einem 2000 Quadratmeter großen Areal nahe Vormbaum klimaresistente Bäume gepflanzt. Die Bäume stehen, die Kunst für den Wald fehlt noch. Sie soll, gut erreichbar über den „H“-Wanderweg, sichtbar werden – ein Kunstwald, der Baumsterben und Klimawandel thematisiert. „Überlebenskünstler“ hatte VAKT das Projekt betitelt. Es könnte jetzt zum Fitness-Programm für den alternden Verein werden. Ein Kooperationspartner scheint mit dem Sauerländischen Gebirgsverein (SGV) gefunden zu sein.
„Kunst für viele erlebbar machen“
Vom Dienstag, 4. bis Donnerstag, 6 August, gibt es ein Angebot für Kinder. Sie können im VAKT-Domizil an der Frankfurter Straße an zwei Tagen malen und an einem Tag töpfern lernen. „Wir möchten, dass es weitergeht“, sagt Gudi Mausbach-Dahl, die derzeit gemeinsam mit Elke Schmidt die Aktionen plant.
Ziel von VAKT war es seit der Gründung im Jahr 2000 „Kunst in die Provinz zu holen“, heißt es in einem Konzept des Vereins. Ansatz war, „eine Form der Auseinandersetzung von und mit Kunst zu finden, die für weite Teile der Bevölkerung erlebbar und erfahrbar sein soll und die Lebensqualität verbessert.“ Ziel war es auch, „zum Mitmachen anzuregen.“ Das hat VAKT mit vielen Projekten unter Beweis gestellt.
Laumann auf dem roten Sofa
Gleich im Gründungsjahr beherrschten Boxen mit Schaufensterpuppen zum Thema „Mensch und Zukunft – zukunftsfähiger Mensch“ den „Halveraner Herbst“, waren Blickfang des Events in der Halveraner Innenstadt. Mit „Kunst von heute für die Stadt für morgen“ wurde bereits 2005 das Thema „Leerstände“ aufgegriffen, zur Ausstellung „Mensch und Arbeit“ (2006) ließen sich 80 Berufstätige, Hausfrauen und Rentner auf einem roten Sofa fotografieren, inklusive NRW Arbeits- und Sozialminister Karl Josef Laumann. 20 Künstler aus NRW hatten Exponate zum Thema beigesteuert. Die Ausstellung wurde später in weiteren Städten und 2009 im Landtag gezeigt.
Mit der „Expo-Art“ bot der Verein Kunstschaffenden aus der Region eine Plattform, ihre Werke auszustellen. Zur seinerzeit größten Kunstaktion in ganz Südwestfalen wurden ab 2019 die „Scheuerpfähle fürs Volmetal“. – Ein Projekt mit Skulpturen zwischen Schalksmühle und Meinerzhagen, die inzwischen in Wanderkarten verzeichnet sind. Das NRW-Heimatministerium hatte das Projekt gefördert.
Verein will „die Kurve kriegen“
Und auch die Vision eines Regional-Museums ist mit der Villa Wippermann Wirklichkeit geworden, wie Ex-Bürgermeister Dr. Bernd Eicker betont. VAKT habe das kulturelle Leben in Halver und in der Region durch seine vielen Aktionen bereichert, Menschen zusammengebracht und auch Kindern die Kunst nähergebracht. „Mit der Initiative zum ‚Haus der Kunst‘ hat VAKT mit dazu beigetragen, dass unsere Stadt von der REGIONLAE 2013 sehr profitiert hat.“
Angesichts der Erfolge und Highlights möchten einige VAKT-Mitglieder nicht aufgeben. Sie plädieren dafür, den Verein zu erhalten. Andere sehen aufgrund des Alters die Kräfte schwinden, denken über eine Auflösung nach. Tenor ist aber, mit VAKT „die Kurve zu kriegen“ und auch die Räumlichkeiten im Schieferhaus zu erhalten.
Mit den Malkursen und den Sofa-Fotos „wollen wir wieder auf uns aufmerksam machen“, so Mausbach-Dahl. Die Ergebnisse sollen auf einer Fotowand präsentiert werden – Eine Neuauflage der Aktion von vor 20 Jahren. „Es sind zu wenige, die wirklich aktiv sind“, sagt Mausbach-Dahl und hofft mit den Angeboten neues Interesse zu wecken, Menschen motivieren zu können, sich einzubringen und die Zukunft des Kunstvereins zu sichern. „Menschen jeden Alters, insbesondere Kinder im Rahmen des offenen Ateliers, hier mit einzubeziehen, ist VAKT immer gelungen.“, macht Bürgermeister Armin Kibbert dem Verein Mut.









