Schwimmen, Radfahren, Eis essen, verreisen — so sieht der Alltag der meisten Kinder in den Sommerferien aus. Dank Uwe Rittinghaus durften nun auch Kinder und Jugendliche aus einem Waisenhaus in der Ukraine eine Urlaubswoche in Schalksmühle verbringen.

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"Es war für alle eine unvergessliche Zeit — vor allem für die Kinder und Betreuer, aber auch für uns", erklärt Uwe Rittinghaus. Besonders dankbar sei er auch über die Hilfsbereitschaft aller Beteiligten, die das Vorhaben überhaupt erst ermöglicht haben: "Ich bin überwältigt, wie hoch die Spendenbereitschaft war. Nicht nur im Vorfeld, sondern auch vor Ort haben unfassbar viele Menschen dazu beigetragen, dass die ukrainischen Kinder und Jugendlichen eine tolle Woche verleben konnten."

Die Kinder und Jugendlichen verbrachten eine Woche in der Jugendherberge an der Glör.
Foto: Corinna Japes

Da nicht für alle Kinder und Jugendlichen des Waisenhauses in den Karpaten die erforderlichen Genehmigungen vorlagen, konnten sie nicht alle an der Freizeit teilnehmen. Ein Trostpflaster hatte Rittinghaus, der in der Woche vor der Abreise nach Schalksmühle selbst in der Ukraine war, jedoch im Gepäck: Er überreichte Spendengelder, mit denen die Daheimgebliebenen ein mehrtägiges Feriencamp in ihrer Heimat besuchen konnten.

Schwimmabzeichen in der Herpine

Untergebracht war die Reisegruppe in der Jugendherberge an der Glör. Um jedoch ohne Aufsicht in der Talsperre schwimmen zu dürfen, hätten die Kinder und Jugendlichen ein Schwimmabzeichen benötigt. Daher führte sie der erste Ausflug — nach einer knapp zweitägigen Anreise und der ersten Übernachtung — am Dienstag, 28. Juli, erst einmal in das Halveraner Waldfreibad. Mit Erfolg: Zehn Kinder und Jugendliche bestanden das bronzene Abzeichen. Die Prüfung nahm ehrenamtlich die Schwimmlehrerin Anke Günther ab.

Garten für alle — und eine Spende der "Turboschnecken"

Am Mittwoch besuchten die Kinder und Jugendlichen zusammen mit den ehrenamtlichen Helfern dann den "Garten für alle" des Naturschutzzentrums Lüdenscheid. Dort lernten die 11- bis 18-Jährigen den Garten an verschiedenen Spielstationen kennen, probierten regional hergestellten Honig und beobachteten Kaulquappen.

Auch Gabi Marré und Petra Schaller von den "Turbo-Schnecken" schauten dort vorbei — und überreichten Uwe Rittinghaus einen Scheck in Höhe von 550 Euro sowie Geschenke für die Gäste aus der Ukraine. Die Spende war beim "Spiel und Plausch"-Nachmittag des Lüdenscheider Vereins im Schneckenhaus, dem Sport- und Vereinszentrum der Turbo-Schnecken Lüdenscheid, zusammengekommen.

Gabi Marré und Petra Schaller von den "Turboschnecken" überreichten eine Spende in Höhe von 550 Euro an Uwe Rittinghaus.
Foto: Corinna Japes

Phänomenta, Burg Altena und ein Tanzkurs

Auf dem Programm standen außerdem Ausflüge zur Burg Altena mit dem Erlebnisaufzug sowie zur Lüdenscheider Phänomenta. Dazwischen blieb viel Zeit für Erholung an der Glörtalsperre.

Ein besonderes Highlight war die Tanzstunde im Capitol Tanzhaus in Lüdenscheid, wo die Kinder und Jugendlichen eine Stunde lang Unterricht im Hip Hop bekamen. Zum Abschluss der Freizeit stand dann am Samstag, kurz vor der Heimreise, noch ein Besuch im Wildgehege Mesekendahl auf dem Kalender.

Hilfe von allen Seiten

Unterstützt wurde Uwe Rittinghaus während der gesamten Ferienwoche von einem Team aus freiwilligen Helfern — darunter auch Corinna Japes. "Die Aktion war eine überwältigende Erfahrung, auch für uns", erklärt sie im Gespräch mit LokalDirekt.

Besonders beeindruckt zeigte sie sich von der Hilfsbereitschaft seitens aller Beteiligten: "Ich rede hier nicht nur von den zahlreichen Geldspenden, sondern auch von der Unterstützung aus der Gemeinde selbst." Viele Helfer aus der Volmegemeinde, so Japes weiter, wollen nicht genannt werden: "Aber das spielt am Ende ja auch gar keine Rolle. Denn egal, ob wir hier über das vom 'City Grill' gespendete Dönerfleisch oder eine der anderen, zahlreichen Gesten und Angebote sprechen: die Hilfs- und Spendenbereitschaft war schlicht überwältigend. Sie hat nicht nur die gesamte Aktion, sondern auch viele der Ausflüge überhaupt erst möglich gemacht."

Wiedersehen nach vier Jahren

Von einem besonders rührenden Moment im Rahmen des Abschlussgrillens am Freitag erzählt Uwe Rittinghaus: "Der Vater eines teilnehmenden Mädchens hatte von seiner Tochter die Nachricht erhalten, dass sie an der Freizeit teilnimmt. Der Handyempfang an der Glör ist jedoch praktisch nicht vorhanden, sodass die beiden die ganze Woche aneinander vorbeitelefoniert haben." Am Freitag jedoch habe sich der Vater, der in Köln lebt, auf den Weg in die Volmegemeinde gemacht — wo er dann eher zufällig auf Uwe Rittinghaus traf.

"Er fragte mich, ob ich etwas von Kindern aus der Ukraine wisse, die gerade an einer Kirche grillen, und hat mir seine familiäre Situation erklärt — da habe ich ihn natürlich kurzerhand mit zum Treffen genommen." Auf dem Gelände der Freien evangelischen Gemeinde konnten sich Vater und Tochter dann nach knapp vier Jahren endlich wieder in die Arme nehmen. "Da habe auch ich eine Gänsehaut bekommen", erklärt Uwe Rittinghaus sichtlich gerührt.

Kinder durchweg begeistert

Und der Eindruck der Kinder? "Die waren selig", erklärt Rittinghaus, "es gab die ganze Woche nicht ein einziges Mal Streit in der Gruppe. Ein Mädchen hat mir versprochen, bei der nächsten Gelegenheit nach Schalksmühle zurückzukommen — und mir sogar schon den Ort gezeigt, an dem sie später mal ein Haus bauen möchte."

Dank der hohen Spendenbereitschaft konnte Uwe Rittinghaus der Gruppe außerdem noch 1000 Euro mit auf den Heimweg geben. Das Geld soll im Winter in der Ukraine unter anderem für den Betrieb von Dieselgeneratoren eingesetzt werden.

Im nächsten Jahr, betont Rittinghaus, möchte er solch eine Ferienaktion wiederholen: "Dann aber gerne länger!"