Gemeinsamkeiten von Islam und Christentum standen im Blickpunkt des Abends, zu dem der Heimatkreis Plettenberg und der Verein Elif (Eltern-, Lese- und interkulturelle Förderung) am Freitag, 23. Januar, in den Ratssaal eingeladen hatten. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger zeigten Interesse.
„Wir wollen uns mit Glauben, Geschichte und Gemeinsamkeiten beschäftigen“, eröffnete Elif-Vorsitzender Bünyamin Özcan den Abend. Detlef Krüger vom Vorstand des Heimatkreises betonte: „Wir wollen in unserer Stadt, unserem eigenen Umfeld die Gemeinschaft stärken.“
Referenten des Abends waren Uwe Brühl, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Eiringhausen, und Hanife Tosun aus Köln, die den Masterstudiengang Interreligiöse Dialogkompetenz absolvierte. Sie verdeutlichten anhand der Geschichte von Noah und der Arche, dass die beiden Weltreligionen viele Gemeinsamkeiten haben. Noah bzw. der Prophet Nuh gelte sowohl in der Bibel als auch im Koran als Vorbild für Standhaftigkeit und Verantwortungsbewusstsein. Ein gnadenloser Gott vernichtet seine Schöpfung, in der Chaos und da Böse die Oberhand gewonnen haben, ermöglicht gleichzeitig durch die Arche Noah den Neubeginn. Der Regenbogen als Zeichen der Hoffnung und die Taube mit dem Lorbeerzweig im Schnabel als Zeichen des Friedens sind als religionsübergreifende Symbole aus dieser Geschichte hervorgegangen.
Sowohl Brühl als auch Tosun äußerten die Überzeugung, dass Toleranz die Grundlage für ein gutes Zusammenleben bilde. Die Passagiere der Arche seien hilf- und orientierungslos gewesen, mussten darauf vertrauen, dass sie zu einem guten Ziel geführt werden. „Das Richtige ist nicht immer sofort erkennbar.“ Dies gelte auch für das Miteinander der Religionen. „Wir müssen Mehrdeutigkeiten aushalten, Antworten nebeneinander stehen lassen“, meinte Hanife Tosun. Und Uwe Brühl ergänzte: „Zuerst sind wir alle einfach Menschen.“
Zum Abschluss des Abends stärkten sich die Gäste an „Noahs Mahl“, das die Gastgeber vorbereitet hatten. Die Gespräche gingen weiter, ganz im Sinne des Mottos „Wir sitzen alle in einem Boot“. Bünyamin Özcan lud alle ein, am 7. März das Fastenbrechen mitzufeiern, das Elif in der Oesterhalle veranstaltet.









