Die Zukunft des über die Grenzen beliebten Letmather Brückenfestes, der Rückblick auf das vergangene Jahr sowie die Neuwahlen für den Vorstand waren am Mittwoch, 20. Mai, die zentralen Themen der Jahreshauptversammlung der Werbegemeinschaft Letmathe.

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Begrenzte Zeit im Amt

Die Formalien: Paul Nowak wurde erneut einstimmig, bei drei Enthaltungen, zum Vorsitzenden gewählt. „Ich werde aber aufgrund meiner angeschlagenen Gesundheit nur noch eine begrenzte Zeit im Amt bleiben“, sagte der Lebensmittelhändler. Nowak plant noch ein Jahr anstatt der üblichen zwei Jahre an der Spitze der Webegemeinschaft. Er bekommt mit Schausteller Thomas Wendler einen neuen Stellvertreter, Sabrina Grigutsch hatte nicht erneut kandidiert. Dem neuen Vorstand gehören jetzt Lars Kosian, Christoph Panne, Dirk Eckel, Michael Menzel und Stefan Wegerhoff an.

Rainer Großberndt Ehrenvorsitzender

Die knapp 30 anwesenden Mitglieder beschlossen zudem einstimmig, Rainer Großberndt zum Ehrenvorsitzenden zu ernennen. Er soll beim Brückenfest Anfang September geehrt werden. Großberndt war unter anderem maßgeblich am Aufbau der jetzigen Werbegemeinschaft sowie des Letmather Brückenfestes beteiligt, musste aber seinerzeit aus gesundheitlichen Gründen kürzertreten.

2500 Euro fürs Hospiz

In seinem Rechenschaftsbericht ging Paul Nowak auf die Highlights des vergangenen Jahres ein — auf die Aktion „Letmathe räumt auf“ mit 70T eilnehmenden, den Bürgerfrühschoppen anlässlich der Kiliankirmes, bei dem 2500 Euro für das Hospiz „Mutter Teresa“ gesammelt worden waren, auf das vom Bürgermeister gesponserte Entenrennen auf der Lenne, die Aktion „Late Night Shopping“, den Weltkindertag, die Weihnachtsbaumaktion, den erfolgreichen Weihnachtsmarkt am und im „Haus Letmathe“ und nicht zuletzt das Brückenfest. Paul Nowak resümierte: „Das Jahr hat viel Spaß gemacht.“

130 Mitglieder

Auch finanziell sei das Jahr für die Werbegemeinschaft mit ihren insgesamt 130 Mitgliedern gut gelaufen, so der Werbegemeinschafts-Vorsitzende. Man sei mit 38.400 Euro Kassenbestand ins Jahr 2025 gestartet — aktuell sind noch 10.417 Euro auf dem Konto. Man habe rund 70.000 Euro an Spenden und Zuschüssen eingenommen. Größter Ausgabenblock sei das Brückenfest mit 105.000 Euro gewesen.

Beleuchtete Brücke mit Menschen im Abendlicht, im Hintergrund Gebäude und ein Kirchturm.
Auch über das Brückenfest wurde auf der Jahreshauptversammlung der Werbegemeinschaft diskutiert.
Foto: Werbegemeinschaft Letmathe

Vereine können Standgebühren nicht mehr tragen

Beim Thema Brückenfest entzündeten sich die Gemüter der anwesenden Mitglieder: Zu groß und zu teuer war die vorrangige Kritik. Teilnehmende Vereine könnten die hohen Gebühren für ihre Bierstände nicht mehr tragen, das junge Publikum halte sich nur vor den drei Bühnen auf anstatt Einkaufen zu gehen, es gebe zu wenig Parkplätze, der Aufwand für die Einzelhändler am Verkaufsoffenen Sonntag sei gemessen an den Einnahmen zu hoch.

Mehrkosten für die Sicherheit

Die steigenden Kosten begründete Paul Nowak mit gestiegenen Auflagen vom Ordnungsamt sowie Mehrkosten für die Sicherheit (an jeder Zufahrt muss jetzt dauerhaft eine Person stehen) und die Abfallentsorgung. Ein Grund mehr für die Kritiker, darüber nachzudenken, wie das Brückenfest „abgespeckt“ werden kann. Die Planungen für das laufende Jahr (4. bis 6. September) sind weitestgehend abgeschlossen. Für 2027 will sich ein Arbeitskreis mit den Vorschlägen beschäftigen.