In diesem Jahr gab es für die Freiwillige Feuerwehr Breckerfeld bereits mehrere Einsätze mit dem Alarmierungsstichwort „Person hinter verschlossener Tür“. So zum Beispiel am Abend des 20. Juni. Wie LokalDirekt berichtete, konnte hier ein schlimmeres Unglück verhindert werden, weil ein Heimrauchmelder einen aufmerksamen Nachbarn auf den Plan rief und dieser die Feuerwehr alarmierte. Die Einsatzkräfte öffneten die Haustür mit Spezialwerkzeugen, der 82-jährige Bewohner, dem Essen auf seinem Herd angebrannt war, war bei Eintreffen der Rettungskräfte bereits nicht mehr ansprechbar.
Kleine Maßnahmen für mehr Sicherheit
„Nicht zuletzt dieser Vorfall hat mich daran erinnert, wie wichtig vorbeugender Brandschutz ist“, sagt Norbert Lohoff, der ehemalige Leiter und bestellter Brandschutztechniker der Feuerwehr Breckerfeld. „Vor allem auch bei Menschen der Generation ‚Ü60‘. Denn mit zunehmendem Alter nimmt nicht nur die Mobilität ab“, so Lohoff. Auch die Sinneswahrnehmung und Reaktionsgeschwindigkeit reduzieren oder verlangsamen sich: „Beides schränkt die Möglichkeiten, sich im Notfall selbst zu retten, erheblich ein.“
Und dabei gebe es Hilfsmittel und vorbeugende Maßnahmen, mit denen sich Senioren „relativ einfach und ohne große Investitionen“ vor solchen Gefahren schützen könnten.

Das Auswechseln der Schließzylinder zum Beispiel: „Ein von beiden Seiten jederzeit aufschließbares Schloss und das Hinterlegen eines Wohnungsschlüssels bei einem Nachbarn stellen sicher, dass die Rettungskräfte schneller zum Patienten oder die Feuerwehr zur gefährdeten Person gelangen können.“
Es gebe noch sehr viele andere vorbeugende Möglichkeiten: „Aber wer kennt zum Beispiel schon einen Herdwächter“, fragt Lohoff im Gespräch mit LokalDirekt. Der Herdwächter ist ein kleines, unscheinbares Gerät, das aber Leben retten kann: Er wird über den Herd (wenn möglich unter die Dunstabzughaube) installiert, das Gegenstück dazu kommt an die Herdanschlussdose.
Automatische Abschaltung
„Der Wächter kann erkennen, ob gerade gekocht wird oder ob der Herd nur versehentlich eingeschaltet wurde, und auch, ob das Essen auf dem Herd vergessen wurde“, erklärt Norbert Lohoff. „Er gibt ein Signal von sich wenn er meint, dass etwas nicht in Ordnung ist, zum Beispiel wenn im Kochtopf lange nicht gerührt wurde.“ Dann übertrage der Wächter ein Signal an das Gegenstück und schalte automatisch den Herd ab.
Heimrauchmelder sind in allen Haushalten bereits seit 2017 vorgeschrieben. Speziell für Menschen mit einer Seh- oder Hörbeeinträchtigung gebe es die Möglichkeit, die Geräte den Bedürfnissen anzupassen: „Es ist beispielsweise möglich, den Rauchmelder mit einer technischen Vorrichtung im Kopfkissen oder mit einer Blitzlampe zu koppeln. Im Notfall vibriert das Kopfkissen dann beziehungsweise fängt die Blitzlampe an zu blinken, so dass auch Menschen mit Beeinträchtigung rechtzeitig gewarnt werden können.“
Stolperfallen beseitigen, Fluchtwege frei halten
Dem Feuerwehrmann geht es beim Thema „Prophylaxe für Senioren“ allerdings nicht allein um den reinen Brandschutz, da nicht immer Feuer oder Rauch der Grund dafür seien, dass sich ältere Menschen in einer Notlage befänden. Da viele Senioren auch in der Wohnung oder im Eigenheim auf Gehhilfen oder Rollatoren angewiesen sind, sollte hier ein besonderes Augenmerk darauf gelegt sein, dass sich diese Hilfsmittel ohne „Stolpergefahr“ verwenden lassen. „Gleichzeitig sollte die Wohnraumsituation also auch hinsichtlich potenzieller Flucht- und Rettungswege in Augenschein genommen werden“, empfiehlt Lohoff.
Beratung vor Ort
Wichtig ist es dem Experten, darauf hinzuweisen dass sich Einzelpersonen – gern auch in Begleitung von Familienangehörigen – von ihm in ihrem eigenen Haushalt bezüglich Brandschutzsicherung beraten lassen können. Auch Vorträge für Gruppen bietet er an.
„Dieses Angebot gilt natürlich nicht nur für über 60-Jährige, sondern für alle Altersgruppen“, betont Norbert Lohoff. Und mindestens ebenso wichtig sei es, sich bewusst zu machen, dass kleine Veränderungen in der Wohnung oder technische Hilfsmittel wie Rauchmelder oder Herdwächter ein großes Plus an Sicherheit bedeuten könne: „Denn diese reagieren oft schneller als ältere Menschen selbst, und im Notfall können Sekunden entscheidend sein.“
Wer sich informieren oder beraten lassen möchte, kann sich unter folgenden Kontaktmöglichkeiten an Norbert Lohoff wenden.
Telefon: 02338/871983, Mobil: 0151/52361974, E-Mail: [email protected].








